Nachhaltige Energieversorger: Mit der Klimapolitik Geld verdienen

Gastautor: Simon Weiler
26.03.2020, 09:58  |  131   |   |   

Das war ein starker Auftakt: Aktien europäischer Energieversorger haben vom Jahresanfang bis zur Marktkorrektur am 20. Februar 2020 einen Kursgewinn von 17,9% erzielt – 14,4%-Punkte mehr als der Eurostoxx50. Getrieben wurde diese positive Entwicklung in erster Linie von Produzenten erneuerbarer Energien. Die Umschichtung der Anleger in defensive Aktienmarktsegmente war nur ein kleiner Grund dafür. Vor allem reagierten die Aktienkurse der Energieversorger auf eine deutliche Verbesserung der Fundamentaldaten und der regulatorischen Rahmenbedingungen. Gerade aufgrund der jüngsten Einbrüche am Aktienmarkt lohnt es sich, weiterhin einen Blick auf Infrastruktur-Aktien zu werfen, vor allem auf Energieversorger. Diese Unternehmen haben langfristige, strukturelle Wachstumstreiber, defensive Geschäftsmodelle und schütten oft konstant hohe Dividenden aus. Damit sind sie eine attraktive Beimischung in einem Aktienportfolio. 

Hinter der positiven Veränderung der Rahmenbedingungen für das Segment erneuerbare Energien steht eine Reihe von Aktionsplänen. Dazu gehört auch der europäische Green Deal, der das Ziel hat, die EU bis 2050 klimaneutral zu machen, die Tier- und Pflanzenwelt zu schützen sowie Unternehmen mit Fokus auf erneuerbare Energien und saubere Technologien zu unterstützen. Hinzu kommen Verordnungen auf EU- und Länderebene, um nachhaltige Investitionen und Finanzierungen voranzutreiben. In Europa steht dabei das EU-Projekt »Nachhaltige Finanzierung« im Mittelpunkt. Das Kernstück des Projektes, die EU-Taxonomie, definiert, welche Unternehmensaktivitäten als nachhaltig gesehen werden, konzentriert sich aktuell aber nur auf Umweltziele – die von Klimaschutz über die Vermeidung von Umweltverschmutzung hin zum Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft reichen. Die offensichtlichsten Profiteure am Aktienmarkt bleiben damit erst einmal nachhaltige Versorger und Umweltdienstleister. 

Inwieweit die Absicht einer klimaneutralen Politik sich tatsächlich in erhöhtem Wirtschafts- und Gewinnwachstum spiegeln kann, haben in den vergangenen Monaten die Aktien von Produzenten erneuerbarer Energien gezeigt. So haben geplante und bereits getätigte Investitionen in Infrastruktur und neue Technologien, ermöglicht durch wettbewerbsfähige Energiepreise dieses Segmentes, die Geschäftsmodelle von Energieversorgern verändert. Ihr Risikoprofil ist defensiver geworden und ihr Umsatz- sowie ihr Gewinnwachstum haben zugenommen. 

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