Janus Henderson Investors: Volatilität in dynamischem Marktumfeld meistern

Gastautor: Simon Weiler
26.03.2020, 03:00  |  107   |   |   

 Zentrale Erkenntnisse

Hintergrund
Nachdem die Sorgen um das Coronavirus mehrere Wochen lang verworfen wurden, fährt ein Land nach dem anderen seine Wirtschaft herunter, um der Bedrohung der Bevölkerung durch das Virus entgegenzuwirken. Die Märkte haben im März darauf heftig reagiert. So kam es bei Aktien zu einem Kursrutsch und die Rendite als „sicherer Hafen“ geltender 10-jähriger US-Staatsanleihen fiel auf Rekordtiefs. Die Regierungen und Notenbanken sehen sich gezwungen, extreme Maßnahmen zu ergreifen, um die Folgen eines möglicherweise starken Einbruchs der Weltwirtschaft auszugleichen. Wir gehen davon aus, dass die Regierungen und Notenbanken zu gegebener Zeit noch mehr zur Stützung des Systems tun werden.
Angesichts dieser außergewöhnlichen Umständen werden die verstärkten Kursschwankungen an den Finanzmärkten voraussichtlich anhalten und die Risikobereitschaft wird gering bleiben. Dafür sprechen sowohl die Gefahren für die Gesundheit der breiten Bevölkerung als auch die wirtschaftliche Unsicherheit. Die einzigen gesamtwirtschaftlichen Daten, die den Zeitraum seit dem Aufkommen der Sorgen um das Coronavirus ausreichend abdecken, waren hauptsächlich die Gewinnrevisionen der Unternehmen, die zeitweilige Schließung von Geschäften und Unternehmen in Asien sowie die Folgeeffekte der Unterbrechung der Lieferketten. Die Daten aus China, die die Abriegelung um den chinesischen Neujahrstag herum berücksichtigen, stellen sich unerfreulich dar: So erreichte der Rückgang der Industrieproduktion mit 13,5 % einen Rekordwert und die Einzelhandelsumsätze fielen in den ersten beiden Monaten des Jahres um mehr als 20 %. Verschärfend hinzu kam der Einbruch des Ölpreises auf rund 30 US-Dollar pro Barrel, nachdem Russland und die OPEC sich nicht über Produktionskürzungen einigen konnten und Saudi-Arabien anschließend die Erhöhung seiner Ölförderung und die Senkung der Preise ankündigte.
Den Marktteilnehmern ist bewusst, dass das Herunterfahren weiter Teile der Wirtschaft in mehreren Ländern zu einem schwerwiegenden Einbruch der BIP-Daten führen wird – nicht nur in den einzelnen Ländern selbst sondern auf globaler Ebene. Binnen weniger Tage wurde die Diskussion darüber, ob es zu einer Rezession kommt, von der Frage abgelöst, wie stark diese ausfallen wird.
Positionierung

AusblickDa sich die Leitzinsen bereits nahe der Nulllinie befinden, gehen wir in unserem Basisszenario davon aus, dass die US-Notenbank diesbezüglich kaum noch Handlungsspielraum hat. Deshalb rechnen wir mit einer weiteren quantitativen Lockerung der Geldpolitik sowie zusätzlichen Anreizmaßnahmen seitens der Fiskalpolitik. Die Mitte März angekündigten Maßnahmen der Regierungen, wobei das fiskalpolitische Stützungspaket in Großbritannien 15 % des BIP ausmachte, sind eine erste Antwort auf den Ernst der Lage. Ob dieser Schritte jedoch ausreichen, hängt von der Dauer der Einschränkungen ab, mit den wir derzeit konfrontiert sind.Auch wenn die Dauer der Coronavirus-Pandemie schwer vorherzusagen ist, erfolgt angesichts niedriger Zinsen, praktisch keiner Inflation und reichlicher Anreizmaßnahmen wahrscheinlich eine Erholung in der Wirtschaft und an den Finanzmärkten. Da wir uns jedoch in einem außergewöhnlichen Umfeld befinden, lassen sich möglicherweise keine Parallelen zu früheren Aufwärtsbewegungen ziehen. Niemand kann mit Gewissheit sagen, ob die Eindämmung des Virus weltweit Erfolg hat oder wie lange die Volkswirtschaften heruntergefahren bleiben. Die damit einhergehende geringe Absehbarkeit der weiteren Entwicklung wird unseres Erachtens die Kursschwankungen an den Märkten hochhalten. Von daher sollte sich unsere defensive Ausrichtung in gewissem Umfang positiv bemerkbar machen.

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