Goldnachfrage geht durch die Decke Nach Klopapier- jetzt Goldrausch: Deutsche hamstern Barren und Münzen – Degussa: „Seit Anfang des Monats verzeichnen wir eine Steigerung der Nachfrage um mehr als 500 Prozent“

26.03.2020, 16:10  |  53243   |   |   

Die Nachfrage nach physischen Goldbarren und Münzen durch Privatleute explodiert derzeit regelrecht. Gleichzeitig kommt es wegen der Corona-Pandemie zu Lieferengpässen, so die Nachrichtenagentur Reuters. wallstreet:online hat direkt bei Goldhändlern nachgefragt, wie die Liefersituation bei ihnen aussieht:

Das Edelmetallhandelshaus Degussa erklärte gegenüber der Redaktion von wallstreet:online: „Allgemein kommt es derzeit im Edelmetallhandel innerhalb der gesamten Lieferkette wegen Produktions- und Transporteinschränkungen zu erheblichen Engpässen. Das liegt insbesondere daran, dass der Nachschub an Gold- und Silberbarren von den großen Raffinerien in der Schweiz, die bisher als weltweit wichtigste Zulieferer dienten, inzwischen gestoppt wurde. Darüber hinaus ist auch die Lieferung von Anlagemünzen aus dem Ausland unterbrochen, weil die staatlichen Prägeanstalten beispielsweise in den USA, Kanada oder Südafrika derzeit nicht produzieren. Wie sich die Situation in den entsprechenden Ländern mittelfristig entwickeln wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand seriös einschätzen“, so die Degussa.

Und weiter: „Die Nachfrage nach Barren und Münzen aus Gold und Silber ist derzeit extrem hoch. Seit Anfang des Monats verzeichnet die Degussa eine Steigerung der Nachfrage um mehr als 500 Prozent. Nachdem die Niederlassungen bis auf weiteres geschlossen werden mussten, wurden die dortigen Bestände an Barren und Münzen zentral zusammengeführt. Durch diese Maßnahme sind weiterhin physische Edelmetallreserven auf Lager, die sukzessive über den Degussa-Onlineshop zum Verkauf angeboten werden. Diese Bestände werden bei gleichbleibender Nachfragesituation voraussichtlich noch für circa zwei weitere Wochen ausreichen. Dabei kann es durch die beschriebenen Einschränkungen im Markt auch im Degussa Online-Shop zu Verzögerungen bei der Produktverfügbarkeit und bei den Bearbeitungszeiten kommen.“

Auch andere Goldhändler kämpfen derzeit mit dramatischen Lieferschwierigkeiten. Pro Aurum hatte deswegen sogar seinen Onlineshop vom 23. Bis zum 25. März 2020 geschlossen. Heute öffnete der Onlineshop des Goldhändlers zwar kurzzeitig, musste jedoch nach wenigen Stunden wieder schließen. Der Grund: Die Nachfrage überstieg das Angebot bei Weitem. Pro Aurum erklärte dazu auf seiner Webseite: „Wir werden künftig lediglich 500 Orders pro Tag in unserem Onlineshop zulassen. Diese Anzahl wurde am 26. März um 10.30 Uhr erreicht, deswegen wurde anschließend der Shop geschlossen. Er öffnet wieder am 27. März um 8 Uhr. Wir bitten unsere Kunden um Verständnis für diese Maßnahme.“

Eine Presseanfrage von wallstreet:online an den Bayerischen Münzkontor blieb indes unbeantwortet. Doch offenbar kämpft der Münzhändler ebenfalls mit Lieferschwierigkeiten, denn bekannte Goldmünzen wie die „1 Unze Krügerrand“ und andere sind nicht oder nur mit langen Lieferzeiten verfügbar.

Giovanni Staunovo, Rohstoffanalyst bei der UBS, erklärte gestern gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters: “In den vergangenen Tagen ist bei privaten Anlegern eine verstärkte Nachfrage nach Gold, von den kleinsten zu den größten Goldbarren und Münzen feststellbar. Dies ist eine Trendumkehr zur Vorwoche, in der Gold noch verkauft wurde, um Liquidität zu schaffen.”

Innerhalb eines Monats ist der Goldpreis um rund 1,5 Prozent gefallen (Stand: 26.03.2020, 14:00 Uhr). Ein wesentlicher Grund: viele institutionelle Anleger stießen im März Gold ab, um an Liquidität zu kommen. Doch es zeichnet sich offenbar eine Trendumkehr an: Innerhalb von fünf Tagen stieg der Goldpreis um mehr als 8,5 Prozent. Am Donnerstagnachmittag kostet eine Feinunze Gold 1.625 US-Dollar:

Gold

Autor: Ferdinand Hammer


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