VIRUS/ROUNDUP 3/G20 stemmt sich gegen Krise Fünf Billionen für die Wirtschaft

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
26.03.2020, 23:25  |  108   |   |   

(neu: Reaktion Merkel)

RIAD/BERLIN (dpa-AFX) - Die G20 der führenden Wirtschaftsmächte will bei der Bekämpfung der Corona-Krise an einem Strang ziehen und die Weltwirtschaft zunächst mit insgesamt fünf Billionen US-Dollar stützen. Bei einem Videogipfel einigten sich die Staats- und Regierungschefs am Donnerstag darauf, konkrete Maßnahmenpakete zur Eindämmung der Pandemie und Abfederung der wirtschaftlichen Folgen zu erarbeiten. "Wir bekennen uns nachdrücklich dazu, dieser gemeinsamen Bedrohung geeint entgegenzutreten", hieß es in ihrer Abschlusserklärung.

Man werde gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation WHO, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und anderen internationalen Organisationen "alle erforderlichen Schritte unternehmen, um diese Pandemie zu überwinden". Dabei werde man keine Mühen scheuen, um Leben zu schützen und Arbeitsplätze und Einkünfte zu sichern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen. Man habe "ein deutliches Zeichen für globale Zusammenarbeit und internationale Koordination" gesetzt. Es zeige, "dass alle auch gewillt sind, diese Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen".

Zu dem Videogipfel hatte der saudische König Salman eingeladen, dessen Land dieses Jahr die Präsidentschaft der G20 innehat. Die Staatengruppe vereint zwei Drittel der Weltbevölkerung, 85 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung und 75 Prozent des Welthandels. Ihr gehören unter anderen die USA, China und Russland an. Für Deutschland nahm Bundeskanzlerin Angela Merkel an der Videoschalte teil.

Die wichtigsten Ergebnisse des Gipfels:

- BEKÄMPFUNG DER AKTUELLEN PANDEMIE: Die G20 bekennen sich zum Austausch epidemiologischer Daten und der für Forschung und Entwicklung notwendigen Materialien. Die Produktion medizinischer Güter soll ausgebaut werden. Die G20-Gesundheitsminister sollen bis April ein Maßnahmenpaket zur gemeinsamen Bekämpfung der Pandemie erarbeiten.

- VORSORGE: Die Ausgaben für die Epidemievorsorge sollen substanziell erhöht werden. "Wir bekennen uns außerdem zur Zusammenarbeit dabei, Forschung und Entwicklung im Bereich Impfstoffe und Medikamente verstärkt zu fördern, digitale Technologien wirksamer zu nutzen und die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit zu intensivieren", heißt es in der Erklärung.

- SCHUTZ DER WELTWIRTSCHAFT: Bereits jetzt haben die G20-Staaten laut Erklärung fünf Billionen US-Dollar für die Stützung der Weltwirtschaft eingeplant. "Wir werden weiterhin ehrgeizig und in großem Umfang fiskalpolitische Unterstützung leisten", heißt es in dem Abschlussdokument. Die Finanzminister und Zentralbankgouverneure der G20 sollen nun einen G20-Aktionsplan erarbeiten.

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