Warum hat niemand Fresenius auf der Rechnung?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
27.03.2020, 09:13  |  594   |   |   

Nur wenige Aktien konnten in den letzten Wochen dem Gesamtmarkt trotzen und eine positive Performance aufweisen. Die Aktie des deutschen Gesundheitskonzerns Fresenius (WKN: 578560) gehört nicht dazu. Dabei gilt das Geschäftsmodell von Fresenius eigentlich als sehr krisensicher. Daher werfen wir doch einfach mal einen Blick auf die drei größten Geschäftsfelder von Fresenius und schauen, inwiefern sie von der Coronakrise betroffen sind.

Fresenius Medical Care (FMC)

Mit einem Umsatz von 17,3 Mrd. Euro im Jahr 2019 ist FMC der größte Geschäftsbereich von Fresenius. FMC hat sich auf Dienstleistungen für Dialysepatienten spezialisiert. In einem Netz von knapp 4.000 Dialysezentren werden rund 10 % aller weltweiten Dialysepatienten von FMC behandelt. Neben den reinen Dienstleistungen ist FMC auch der weltweit führende Anbieter von Produkten für Dialysebehandlungen, wie zum Beispiel Geräte und Filter. Da es sich bei den Dialysepatienten um chronisch erkrankte Menschen handelt, die ohne die regelmäßige Dialysebehandlung nicht leben können, wird der Umsatz von FMC auch durch die Coronakrise nicht komplett einbrechen. Sicherlich könnte es zu Umsatzrückgängen kommen, da Dialysepatienten auch der Risikogruppe für COVID-19 angehören, jedoch sollten diese Umsatzrückgänge für FMC nicht existenzbedrohend werden.

Fresenius Helios

Helios ist der größte private Klinikbetreiber Europas. Der Fokus liegt dabei in erster Linie auf Deutschland und Spanien. In Deutschland betreibt Helios 86 Krankenhäuser mit rund 1.000 Intensivbetten. In Spanien sind es 50 Krankenhäuser mit rund 400 Intensivbetten. Aufgrund der aktuellen Coronakrise stockt Helios seine Kapazitäten massiv auf. In Deutschland soll die Zahl der Intensivbetten auf ca. 1.500 gesteigert werden und in Spanien wurde die Zahl der Intensivbetten bereits massiv ausgebaut. Somit sollte die Coronakrise für Helios zwar sehr fordernd werde, da insbesondere in Spanien die Krankenhäuser aktuell bereits weit über ihrem Kapazitätslimit arbeiten müssen, jedoch sollten die wirtschaftlichen Folgen für Helios tendenziell eher positiv sein.

Unsicherheit entstand in den letzten Tagen dadurch, dass es Berichte über mögliche Verstaatlichungen von privaten Krankenhäusern in Spanien gab. Helios nimmt dazu in einer aktuellen Meldung Stellung und sagt, dass diese Spekulationen jeder Grundlage entbehren. Helios arbeitet in Spanien eng mit den Gesundheitsbehörden zusammen, um die weitere Eindämmung des Coronavirus zu erreichen. Daher unterstützt Helios auch die Regelung, dass die spanische Regierung im Rahmen des Ausnahmezustandes alle Krankenhäuser des Landes unter ihren direkten Zugriff stellen kann. Nur durch diese zentrale Anlaufstelle können alle Ressourcen der spanischen Krankenhäuser gebündelt und möglichst effektiv auf die verschiedenen Teile des Landes verteilt werden.

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