KGV 5,5, Dividendenrendite 13,7 % – ist die Aktie von TUI eine Value-Chance?!

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
27.03.2020, 09:22  |  508   |   |   

Die Coronakrise ist nicht nur eine ernst zu nehmende Bedrohung für die Gesundheit der Menschen, sondern stellt auch eine eklatante Belastung für die weltweite Wirtschaft dar. Manche Unternehmen sind aufgrund ihres Geschäftsmodells stärker betroffen, wiederum andere Unternehmen dürften diese Krise ohne größere Einschnitte überstehen und profitieren möglicherweise sogar davon.

Die Touristik ist wohl die Branche, die momentan am meisten leidet. Die gesamte touristische Wertschöpfungskette kommt unter die Räder, was Unternehmen aus allen Bereichen zur Last fällt. Reiseveranstalter müssen kurzfristig Reisen absagen und die Kundengelder erstatten, was zu Liquiditätsengpässen führt. Dadurch verlieren Reisebüros ihre Provisionsansprüche, müssen bereits erhaltene Provisionen zum Teil an die Reiseveranstalter zurückzahlen und kommen ebenso in finanzielle Schwierigkeiten.

Flugzeuge bleiben am Boden, Hotels sind leer, Kreuzfahrtschiffe fahren nicht – die Liste könnte man eine Weile so fortführen. Der Tourismuskonzern TUI (WKN: TUAG00) ist durch die oben geschilderten Ereignisse bereits in die Bredouille gekommen; der Kurs der TUI-Aktie ist dementsprechend seit Ausbruch des Coronavirus eingebrochen.

Nachfolgend möchten wir uns ein Bild davon machen, wie es wirklich um TUI steht und ob das gebeutelte Unternehmen, das in seinem Bereich in Europa führend ist, eine interessante Value-Chance für Investoren sein könnte.

Chancen-Risiken-Verhältnis: Folgen des Coronavirus

Zunächst möchte ich kurz auf das Geschäftsmodell der TUI eingehen und abwägen, ob dieses kurz-, mittel- oder langfristig Schaden aufgrund der Folgen des Coronavirus nehmen könnte. Denn es ist nicht sinnvoll, wenn wir aufgrund von Zahlen vergangener Jahre nun eine vermeintlich günstige Aktie identifizieren, aber diese Zahlen zukünftig nicht mehr erreicht werden würden, wenn das Unternehmen nachhaltigen Schaden aufgrund der aktuellen Situation nimmt.

Wie eingangs bereits erwähnt, ist die komplette Wertschöpfungskette der Touristik von den Folgen des Coronavirus betroffen. Was sonst für die TUI ein absoluter Pluspunkt war, könnte sich nun als größter Negativfaktor herausstellen: TUI deckt alle Spektren der Wertschöpfungskette ab.

Zur World of TUI zählen Reisebüros, die Tätigkeit als Reiseveranstalter, Flugtickets werden ausgestellt und man betreibt sogenanntes Destination Management (Zielgebietsaktivitäten). Außerdem verfügt man über eine eigene Fluggesellschaft, TUI Hotels & Resorts und eine eigene Reederei. TUI muss also durch die Bank Umsatzeinbußen in allen Bereichen verzeichnen und dürfte sogar vor erheblichen Mehrkosten stehen, denn Reisegäste müssen aus Urlaubsländern zurückgeholt werden.

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