Bestellansturm bei Trigema nach Start der Maskenproduktion

Nachrichtenagentur: news aktuell
28.03.2020, 03:10  |  8537   |   |   
Osnabrück (ots) - Bestellansturm bei Trigema nach Start der Maskenproduktion

Unternehmer Grupp erreicht Lob, aber auch Kritik - "Ich werde als Abzocker
bezeichnet"

Osnabrück. Die Ankündigung von Trigema-Chef Wolfgang Grupp, in die Produktion
von Atemschutzmasken einzusteigen, hat zu einem Bestellansturm bei dem
Unternehmen geführt. Im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ)
sagte Grupp: "Bis Ostern haben wir Bestellungen für etwa 300.000 Masken
angenommen. Jetzt nehmen wir Aufträge zwar an, aber den genauen Liefertermin
können wir erst nach Ostern mitteilen." Diese Woche werde Trigema
voraussichtlich 80.000 Mehrweg-Masken herstellen, in der kommenden Woche sollen
es dann 100.000 sein. "Kommunen, Polizeibehörden, Krankenhäuser... einfach alle"
würden sich melden und Masken bestellen, so Grupp.

Er erhalte viel Zuspruch, aber auch Kritik, sagte der Unternehmer. "Ein
Mediziner aus Bayern hat mich angerufen und mich als Abzocker bezeichnet. Ich
wolle mir an der Krise eine goldene Nase verdienen." Er habe sich maßlos
aufgeregt, so Grupp. "Ich kann kein Wegwerfprodukt herstellen, das geht
preislich einfach nicht, das würde uns ruinieren." Trigema hat bei Abnahme von
1000 Masken einen Preis von sechs Euro plus Mehrwertsteuer festgesetzt.

Grupp betonte, dass die Maskenproduktion wichtig sei für sein Unternehmen in der
Corona-Krise. Durch die Schließung seiner Testgeschäfte seien 50 Prozent des
Absatzes weggebrochen. "Die Maskenproduktion fängt das nun etwas auf." Grupp
sagte, "man könnte jetzt sagen, das sei unternehmerische Weitsicht gewesen.
Tatsächlich war es aber einfach Glück."

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Trigema-Chef Wolfgang Grupp: Kann meine Leute nicht im Stich lassen

77-Jähriger will trotz Corona-Krise nicht im Homeoffice arbeiten - Jobgarantie
für Mitarbeiter

Osnabrück. Textilunternehmer Wolfgang Grupp denkt trotz seiner 77 Jahre in der
Corona-Krise nicht daran, von zu Hause aus zu arbeiten. Im Interview mit der
"Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte der Trigema-Chef: "Ich kann jetzt nicht sagen,
ich mache Homeoffice. Ich kann meine Leute hier nicht im Stich lassen." Kommende
Woche werde er 78 Jahre und gehöre damit zu denen, die durch Corona gefährdet
seien. Er fühle sich aber fit und werde im Unternehmen gebraucht.

"In meinem Unternehmerleben war ich einmal wegen einer Hüftoperation fünf Tage
und einmal wegen einer Knie-OP vier Tage zu Hause", sagte Grupp. Das bedeute
aber nicht, "dass ich nicht verantwortungsvoll mit meiner und der Gesundheit
meiner Mitarbeiter umgehe!" Es werde darauf geachtet, das Corona-Risiko so gut
wie möglich zu minimieren.

Seinen etwa 1200 Angestellten hat Grupp per Videobotschaft eine Jobgarantie
übermittelt. "Ich habe ihnen gesagt, dass ich in meinen 50 Jahren als
Unternehmer schon viele Krisen erlebt habe. Was jetzt auf uns zukommt, ist die
schwerste. Aber: Ich als Inhaber garantiere Ihnen und künftig Ihren Kindern auch
in dieser Krise die Arbeitsplätze." Er erwarte aber, dass die Angestellten die
Empfehlungen der Behörden zu sozialer Distanzierung und Hygiene umsetzten.

Pressekontakt:

Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/58964/4558718
OTS: Neue Osnabrücker Zeitung


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