WTI Oil Steuert der Preis auf neue Tiefs zu?

30.03.2020, 08:30  |  2042   |   |   

Einen ersten Angriff auf die psychologisch relevante Marke von 20,0 US-Dollar konnte WTI Oil unlängst abschmettern. Gelingt das auch ein zweites Mal? Nach einer kurzen Atempause nahm WTI Oil in der zweiten Hälfte der abgelaufenen Handelswoche wieder Kurs auf den Bereich seines vorherigen Tiefs…

Der Verlauf der jüngsten Erholung ließ bereits wichtige Attribute vermissen und somit wenig Gutes erahnen. Zwar konnte sich WTI Oil kurzzeitig etwas von der „heißen Zone“ um 20,0 US-Dollar lösen. Doch das Erreichen der Zone 25,0 / 27,5 US-Dollar hatte keinen wirklichen (charttechnischen) Wert. Hierzu hätte es unserer Meinung nach ein Comeback oberhalb von 30,0 US-Dollar geben müssen. Nachdem der jüngste Vorstoß keine Höhe gewann und am Ende erfolglos in sich zusammenfiel, orientierte sich der Ölpreis wieder in Richtung 20,0 US-Dollar.

Sehr gut gefüllte Lager, immense Sorgen in Bezug auf die weitere Entwicklung der Öl-Nachfrage und der zwischen Russland und Saudi-Arabien schwelende Preiskampf dominieren das Handelsgeschehen am Ölmarkt in diesen Tagen. Das von den USA initiierte billionenschwere Konjunkturprogramm wurde zwar zur Kenntnis genommen, doch eine nachhaltige Erholung der Ölpreise konnte es nicht bewirken. 

Ergänzt wurde die gegenwärtig sehr schwierige Gemengelage von den aktuellen Daten der EIA für die Woche zum 20.03. Für den Berichtszeitraum gab die EIA (Energy Information Administration) für die USA einen Bestandsaufbau in Höhe von 1,6 Mio. Barrel bekannt. Der Trend zum kontinuierlichen Bestandsaufbau setzte sich somit fort. Eine Trendwende ist nach wie vor nicht ausmachen. Per 20.03. beliefen sich die US-Rohöllagerbestände auf insgesamt 455,4 Mio. Barrel. Dieser Wert liegt noch immer knapp 3 Prozent unter dem wichtigen 5-Jahres-Durchschnitt. Nicht minder spannend war der Blick auf die aktuelle Entwicklung der US-Rohölproduktion. Für die Woche zum 13.03. gab die EIA das erneute Erreichen des bisherigen Rekordniveaus von 13,1 Mio. bpd (barrels per day) bekannt. Auch in der Woche zum 20.03. lag das Produktionsniveau mit 13,0 Mio. bpd in unmittelbarer Nähe zum bisherigen Rekord. Insofern gab es auch in diesem Punkt keine wirkliche Entlastung durch die EIA-Daten. 

Aus fundamentaler und charttechnischer Sicht bleibt die Lage prekär. Das Scheitern der Erholung am Bereich um 25,0 / 27,5 US-Dollar sollte zur Vorsicht mahnen. Ein erneuter Test der 20,0 US-Dollar scheint mit Blick auf die aktuelle Gemengelage unausweichlich zu sein. Sollte es darunter gehen, muss mit einer deutlichen preislichen und zeitlichen Ausdehnung der Korrektur gerechnet werden. Eine Erholung erlangt erste Relevanz, sollte sie das jüngste Zwischenhoch bei 25,0 / 27,5 US-Dollar überschreiten können. Das erklärte Ziel muss es aber weiterhin sein, den Bereich um 30,0 US-Dollar zurückzuerobern. 

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