Mining, Junk Bonds, Leerverkäufe - wichtige Begriffe zu Aktien und Kryptowährungen kurz erklärt

Gastautor: Seyit Binbir
30.03.2020, 16:33  |  358   |   |   

Das Wichtigste zu Aktien und der Börse

Grundsätzlich sind Aktien Wertpapiere, in der Regel Firmenanteile von Unternehmen. Mit ihrem Erwerb steigt man in das Unternehmen ein, wird an Gewinnen beteiligt, trägt aber auch Verluste mit, es sei denn, man stößt Aktie rechtzeitig ab. Sollte das Unternehmen Insolvenz anmelden, verfällt der Wert der Aktie. Weitere Arten von Wertpapieren, mit denen an der Börse gehandelt wird, sind Fonds, Anleihen (Bonds), Zertifikate und Pfandbriefe. Die Entwicklung der 30 größten Unternehmen Deutschlands gibt der DAX - der Deutsche Aktienindex - an. Dadurch erhält man einen zusammengefassten Überblick darüber, ob die Kurse tendenziell steigen oder fallen. Das Äquivalent zum DAX ist der amerikanische Dow Jones.

Aktien müssen übrigens nicht unbedingt an der Börse gehandelt werden, schließlich ist der sogenannte Börsengang ein längeres Verfahren, an dessen Ende der erstmalige Verkauf von Aktien an der Börse steht. Es gibt auch Fälle, in denen Aktiendepot-Anbieter, Banken, Investoren und Mitarbeiter Anteile eines Unternehmens halten oder kaufen.

Bonds

Bond heißt übersetzt „Anleihe”. Als Anleihe bezeichnet man ein werttragendes Wertpapier. Dieses Wertpapier garantiert dem Gläubiger die Rückzahlung eines Wertes inklusive Zinsen. Man kann einen Bond auch als Kredit mit überdurchschnittlich langer Laufzeit verstehen. Der Schuldner erhält dadurch eine langfristige Fremdfinanzierung, der Gläubiger - der sogenannte Emittent, der die Wertpapiere herausgibt - tätigt durch Bonds eine Kapitalanlage. Ein Bond muss vorab von den entsprechenden Aufsichts- und Genehmigungsbehörden genehmigt werden, z.B. von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht - kurz BaFin. Zu prüfende Details sind das Emissionsvolumen (also der geliehene Betrag), Ausschüttungstermine, Laufzeit, Tilgung, Zinsen und Währung.

Als Junk Bonds werden übrigens Anleihen bezeichnet, die eine überdurchschnittlich hohe Verzinsung und ein überdurchschnittlich hohes Risiko beinhalten. Oft werden diese „Ramschanleihen” von hoch verschuldeten Unternehmen ausgegeben, die aufgrund der Verschuldung kein Bankdarlehen mehr erhalten.

Leerverkäufe

Im Zuge der Finanzkrise 2008 sind die sogenannten “short sellings” ein eher negativ besetzter Begriff geworden, obwohl sie auch einen stabilisierenden Effekt haben können. Leerverkäufe sind eine Möglichkeit, um auch bei fallenden Kursen Gewinne zu machen. Dabei verkauft ein Trader Wertpapiere, Basiswerte oder Devisen, die sich zu dem Zeitpunkt nicht in seinem Besitz befinden. Dabei hofft er, dass der verkaufte Wert verlieren wird und der Handel Gewinn bringt. Um die Werte überhaupt „verkaufen” zu können, leiht der Trader sie sich und gibt sie nach einer bestimmten Frist wieder zurück.

Diese Art von Verkauf wird auch “shorten” genannt. Die Absicht dahinter ist nicht nur der Gewinn, sondern auch die Chance, die Basiswerte später günstig an der Börse zu erwerben. Leerverkäufe werden auch als Wette auf die Entwicklung des Kurses eines Wertpapiers betrachtet. Seit der Finanzkrise haben mehrere Länder Leerverkäufe komplett verboten, darunter Deutschland, Frankreich, Taiwan, Kanada, Portugal, die USA und Irland. In der Schweiz sind sogenannte Naked Short Sellings verboten, also ungedeckte Leerverkäufe, bei denen die Wertpapier noch nicht einmal ausgeliehen wurden.

Investmentfonds

Auch, wenn es sich seltsam anhört: Fonds ist die Singular- und die Pluralform des Wortes. Darunter versteht man im übertragenen Sinne eine große Schüssel, in die mehrere Anleger ihr Vermögen oder Teile davon hineinlegen. Dieses gemeinsame Vermögen wird von einer Investment- oder Fondsgesellschaft verwaltet. Professionelle Fondsmanager bedienen sich der Mittel, um Investitionen zu tätigen und so das Geld zu vermehren. In einem Investmentfonds kann sich das Kapital von mehreren hundert oder tausenden Anlegern befinden, die alle darauf setzen, durch kluge Aktionen des Fondsmanagers Gewinne zu machen.

Bitcoin und Co. - das Wichtigste über Kryptowährungen

Kryptowährungen werden immer wichtiger. Zum einen, weil sie ein von Banken und Staaten unabhängiges Zahlungsmittel sind, zum anderen, weil sie Teil der Digitalisierung sind, die uns nicht nur Social Media und neue Kommunikationsformen, sondern auch dieses digitale Zahlungsmittel gebracht hat. Kryptowährungen funktionieren dezentral, was verhindert, dass eine einzelne Partei die Produktion oder die Währungseinheiten beeinflussen oder missbrauchen kann. Venezuela hat übrigens als bisher einziges Land eine nationale Kryptowährung - den Petro.

Die Verschlüsselung von Kryptowährungen erfolgt über zwei Keys. Der eine Key fungiert als Account Adresse und ist mit einer Kontonummer vergleichbar. Der zweite Schlüssel ist geheim, weil er dazu dient, Käufe und Verkäufe kryptographisch zu „unterschreiben”. Was dieses System gefährden kann, sind Cyberattacken.

Erstmals wurde 2009 mit der Kryptowährung Bitcoin gehandelt, 2018 gab es schon über 4500 dieser digitalen Währungen. Seit 2017 kann man in der Schweiz Aktiengesellschaften und Gesellschaften mit beschränkter Haftung mit Kryptowährungen gründen, wobei die beliebteste Kryptowährung der Bitcoin ist. Lange galt diese Währung als Äquivalent zu Gold, verlor aber im Zuge der Kursverluste aufgrund der Corona-Krise über 50 Prozent ihres Wertes. Allerdings sind auch fallende Kurse eine Chance für Anleger. Wenn Sie also Bitcoin kaufen möchten, hilft ein Anbietertest, der verschiedene Bitcoinhändler, ihre Bedingungen und Preise vergleicht. Bitcoins wurden übrigens von Satoshi Nakatamo erfunden. Ob sich hinter diesem Pseudonym eine Einzelperson oder ein Kollektiv verbirgt, ist immer noch nicht geklärt.

Blockchain

Kryptowährungen sind im Grunde Fiatgeld, was bedeutet, dass sie aus dem Nichts erschaffen werden und lediglich einen Gebrauchswert haben, der aus einem Agreement zwischen Handelspartnern entsteht. Die sogenannte Blockkette ist unerlässlich für Kryptowährungen und besteht aus mehreren Datensätzen - jeder Datensatz ist ein Block. In dieser stetig erweiterbaren Kette werden chronologisch und linear Informationen zu vorherigen Transaktionen, ein Zeitstempel und eine Prüfsumme gespeichert, und diese Daten machen den Geldfluss erst möglich. Insgesamt kann man unter einer Blockchain eine dezentral geführte Datenbank verstehen, an die man neue Informationen anheften kann, alte Daten sind dagegen nicht veränderbar.

Mining

Mining - so nennt man die Herstellung von Kryptowährungen, in Anlehnung an die Goldminen in den USA, in denen früher Gold geschürft wurde. Rein theoretisch kann eigentlich jeder Kryptowährungen herstellen, praktisch braucht es neben jeder Menge Know-How auch einen Hochleistungsrechner mit schneller Grafikkarte, Hochleistungsprozessoren und einem gigantischen Arbeitsspeicher - einen sogenannten Mining Rig - und eine passende Software. Oft reichen mehrere zusammengeschaltete Rechner nicht aus, um die Leistung zu erbringen, die für das Mining nötig ist. Beim Mining werden neue Blöcke zu bestehenden Blockchains hinzugefügt, so dass neue Informationen gespeichert werden können.

Fazit zu Aktien und Kryptowährungen

Haben Sie nun einen besseren Durchblick? Kryptowährungen und Aktien sind sehr spannend, und vor allem die digitalen Währungen gelten als die Zukunft. Schon jetzt kann man in so manchem Onlineshop mit Bitcoins zahlen. Aktien sind außerdem eine beliebte Geldanlage, die Sie mithilfe von Vermögensberatern vornehmen können. Ein echter Profi stellt Ihnen ein Portfolio zusammen, das bei Gewinn Freude bringt, aber keine schlaflosen Nächte beschert.

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