CompuGroup: Der gewaltige Corona-Profiteur? Elektronische Videosprechstunde als Game Changer?

02.04.2020, 00:02  |  2638   |   |   

Zu einem großen Gewinner der Corona-Pandemie könnte sich CompuGroup Medical entwickeln. Perspektivisch werden die Gesundheitsministerien die Krise zum Anlass nehmen, den gesamten Gesundheitssektor massiv zu reformieren und mit vielen Milliarden Euro zu unterstützen. Die gesamte Transformation der Gesundheitsbranche in eine digitale Welt war bisher eher ein zartes Pflänzchen und wird sich nach Ende von Corona beschleunigen.

CompuGroup wird vom Trend und der Beschleunigung der Digitalisierung massiv profitieren und könnte in neue Dimensionen wachsen. Wenn es um nachhaltige Lösungen bei den ständig wachsenden Anforderungen im Gesundheitswesen geht, ist CompuGroup erste Wahl. Das in Koblenz ansässige Unternehmen zählt zu den führenden E-Health-Firmen weltweit. Die Softwareprodukte dienen zur Unterstützung aller ärztlicher und organisatorischer Tätigkeiten in Arztpraxen, Apotheken, Laboren und Krankenhäusern. Sämtliche Informationsdienstleistungen im Gesundheitswesen sowie die webbasierten persönlichen Gesundheitsakten dienen allen Beteiligten zu einem sichereren und effizienteren Gesundheitswesen. Grundlage der Leistungen ist die starke Kundenbasis mit über 1 Million Nutzern. Darunter Ärzte, Zahnärzte, Apotheken und sonstige Gesundheitsprofis in ambulanten und stationären Einrichtungen.

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Mit der Lösung CLICKDOC hat CompuGroup vermutlich sogar eine Killerapplikation in der Pipeline. CLICKDOC wurde bereits in 2019 eingeführt. Aber erst jetzt explodiert die Nachfrage. Mit der Lösung können Patienten nicht nur einen Termin bei ihrem Arzt vereinbaren, sondern es besteht auch die Möglichkeit einer Videosprechstunde. In Zeiten von Corona helfen Videosprechstunden, Patienten, Ärzte und die Mitarbeiter in Krankenhäusern zu schützen, eine Ausweitung der Epidemie zu verhindern und gleichzeitig die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Derzeit stellt CompuGroup den Kliniken, Ärzten und Apotheken die CLICKDOC-Videosprechstunde kostenlos zur Verfügung, selbst wenn diese bereits Kunde des Unternehmens sind. Wir sind der Meinung, dass sich die Videosprechstunde mittelfristig durchsetzen wird.

Firmenchef Frank Gotthardt, der spätestens nach Jahrsende als CEO aus dem Unternehmen ausscheiden wird, hat für das Jahr 2020 einen Umsatz zwischen 765 und 815 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Dies würde aber lediglich einem organischen Wachstum zwischen null bis sechs % entsprechen. Das bereinigte EBITDA soll sich in einer Bandbreite zwischen 195 und 215 Mio. Euro bewegen. Somit erwartet der CEO für 2020 eine bereinigte EBITDA-Marge von mindestens 25 %. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird zwischen 1.70 und 1.95 Euro erwartet. Investieren wird CompuGroup zwischen 70 und 80 Mio. Euro. Der bereinigte Free Cashflow soll sich auf über 80 Mio. Euro belaufen. In der gesamten Prognose ist die im Februar zugekaufte Sparte des IT-Healthcare-Portfolios von Cerner in Deutschland und Spanien nicht enthalten. Der Vollzug der Transaktion wird im 3. Quartal 2020 erwartet. Der Umsatz der erworbenen Geschäfte lag in 2019 bei 74 Mio. Euro und das EBITDA bei 13 Mio. Euro. Gotthardt wird für den Zukauf bis zu 225 Mio. Euro ausgeben.

Für das Jahr 2019 hat der CEO die reduzierte Ergebnisprognose erfüllt. Bei einem Umsatz von knapp 746 Mio. Euro lag das EBITDA bei 178 Mio. Euro. Vor Steuern und Zinsen betrug der Gewinn 115 Mio. Euro, netto klingelten knapp 66 Mio. Euro in der Kasse oder 1.33 Euro je Aktie. Bereinigt lag der Gewinn je Aktie bei 1.74 Euro. Ganz vernünftig war der operative Cashflow, der einen Wert von 110 Mio. Euro hat. Der um Zukäufe bereinigte Free Cashflow fiel mit 66 Mio. Euro ebenfalls deutlich positiv aus.

Wir waren in der Vergangenheit keine großen Fans von CompuGroup. Die Corporate Governance ist durchaus ausbaufähig. Geschäfte mit nahestehenden Personen sind relativ hoch. Die aktivierten Eigenleistungen haben sich in 2019 auf fast 25 Mio. Euro nochmals deutlich erhöht. Zudem können wir die Vorstandsvergütung nicht wirklich nachvollziehen. Vor allem, weil das Unternehmen in der Vergangenheit nicht gerade prognosesicher war. 2019 hat die Vergütung des Vorstands den Vogel abgeschossen. Insgesamt lag sie bei sage und schreiben über 25 (!!) Mio. Euro. Größter Profiteur war Ex-CFO Christian B. Teig, der sich insgesamt über einen Zufluss von fast 18 Mio. Euro freuen konnte. Er profitierte von einer Aktienoptionsvereinbarung. Die Vergütung von Gotthardt ist aber auch nicht von Pappe für einen Konzern, der gerade einmal 2.8 Mrd. Euro auf die Börsenwaage bringt. Seine Vergütung in 2018 lag bei rund 4 Mio. Euro, wovon er fix 800 000 Euro verdiente. Der Zufluss stieg in 2019 von 2.4 auf fast 2.7 Mio. Euro. Aufsichtsratschef Klaus Esser sollte mit seinen Kollegen die gesamte Vergütung des Vorstands einmal kritisch überprüfen und sich vielleicht ein Beispiel an Nemetschek nehmen. Hier ist die Vergütung doch deutlich bodenständiger, und Nemetschek weist von Jahr zu Jahr neue Rekorde aus.

In der Summe überwiegen aus unserer Sicht die operativen Chancen in der Gesundheitsindustrie. Wir raten daher zum Kauf der Aktie.

www.vorstandswoche.de

 

 

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