ROUNDUP Partnersuche in der Krise - Institute leiden am meisten

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
02.04.2020, 06:35  |  223   |   |   

HAMBURG/MANNHEIM (dpa-AFX) - Die Corona-Krise wirkt sich auch auf Partnervermittlungen und Singlebörsen in Deutschland auf - teilweise auch verheerend. "Uns steht das Wasser bis zum Hals", sagt Simone Janssen, Pressesprecherin des Gesamtverbands der Ehe- und Partnervermittlungen, der bundesweit zehn Unternehmen mitsamt Filialen vertritt. "Der ein oder andere wird insolvent gehen." Es habe einen absoluten Einbruch bei den klassischen Instituten gegeben. Deren Geschäft, Begegnungen zu arrangieren, sei im Moment schlicht nicht möglich. Außerdem setze die Branche stark auf Werbung in Printmedien, die nun trotz Geschäftsausfalls bezahlt werden müsse. Janssen erwartet aber, dass nach dem Ende der Krise der Wunsch nach Nähe besonders groß sein wird.

Schwer haben es auch Partnerbörsen, die sich speziell an Corona-Risikogruppen wenden. Der hessische Anbieter Lebensfreude50.de etwa spricht Senioren an und muss nun mit einem deutlichen Umsatzrückgang kämpfen. Der sei auf weniger Anfragen bei Suchmaschinen zurückzuführen. "Die Zahl der Neuanmeldungen ist damit um circa 30 Prozent gesunken", gibt Inhaber Uwe Janotta an. Mit Werbemaßnahmen soll dem "deutlichen Umsatzrückgang" begegnet werden. Bei den ebenfalls angebotenen Singlereisen sei der hundertprozentige Einbruch dagegen kaum auszugleichen.

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Bei der Hamburger Parship Group, zu der Parship und ElitePartner gehören, wurden bei Registrierungen oder der Plattformaktivität bislang noch keine klaren Veränderungen festgestellt. Kunden, die aufgrund der Pandemie Fragen haben, sollten sich an den Kundendienst wenden, "um individuelle Möglichkeiten zu besprechen", heißt es. Zudem würde Werbung darauf überprüft, inwieweit sie im Moment noch passend ist. Das Bedürfnis nach Nähe scheint zumindest einer Parship-Umfrage zufolge weiter zu bestehen. Demnach fürchtet sich jeder dritte Alleinstehende in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbot vor einsamen Wochen, und ebenfalls jeder Dritte würde diese Zeit lieber gemeinsam mit einem Partner durchstehen.

Das Dating-Portal secret.de, das zur französischen Meetic-Gruppe gehört, hat sich weniger auf feste Bindungen spezialisiert, eher auf "aufregende Dates". Die Aufregung um das Coronavirus hat allerdings zunächst negative Auswirkungen gehabt. Ab dem 9. März habe es zunächst "einen schlagartigen Rückgang von etwa 20 bis 30 Prozent sowohl in der Aktivität als auch bei den Neu-Anmeldungen" gegeben, berichtet Produktleiter Mikko Saarelainen. Seit Ende März liege die Aktivität der Mitglieder vor allem bei der Chat-Kommunikation aber deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen Monate. Einige Angebote würden in der aktuellen Lage kostenlos angeboten, damit die Mitglieder einander mehr schreiben können. Auf dem Portal würden die Kunden außerdem darauf hingewiesen, "dass sie sich derzeit bitte ausschließlich virtuell verabreden sollen".

Die Dating-App Tinder verzeichnet eine intensivere Nutzung ihres Angebots: Um zehn bis 30 Prozent habe sich die durchschnittliche Gesprächsdauer im März im Vergleich zum Vormonat verlängert. Auch die Zahl der täglichen Nachrichten stieg nach Unternehmensangaben Ende März europaweit um bis zu 25 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Mitgliedern werde über verschiedene Kanäle geraten, zu Hause zu bleiben. Zudem werde auf die Internetseite der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verwiesen, hieß es.

Auch die Online-Partnerbörse Lemonswan profitiert nach eigenen Angaben von der Corona-Krise. Sowohl die Zahl der Neuanmeldungen als auch die Aktivität der Nutzer seien deutlich gestiegen - bei den Frauen etwa um 30 Prozent bei Neuanmeldungen, speziell in Berlin sogar um fast zwei Drittel. Die Kundinnen im Alter von 30 bis 59 Jahren sind es demnach auch, die sich nun deutlich intensiver um Kontaktaufnahme bemühen. Geld spielt in der Krise offenbar auch weniger eine Rolle: Verstärkt würden nun teurere Angebote wahrgenommen.

Einen Gesamtüberblick über die Entwicklung der Branche im Onlinebereich gibt es derzeit noch nicht, heißt es beim Digitalverband Bitkom und beim Bundesverband Digitale Wirtschaft./msf/DP/zb




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