Gehen die Aktienmärkte noch einmal auf Tauchstation?

Gastautor: Sven Weisenhaus
04.04.2020, 09:54  |  11384   |   |   

Wie am Donnerstag bereits angekündigt, wurde gestern der offizielle US-Arbeitsmarktbericht für den Monat März veröffentlicht. Dabei galt es zu beachten, dass die Daten die jüngsten Meldungen der Arbeitslosen noch nicht vollständig beinhalten. Und so ist die US-Arbeitslosenquote bislang auch „nur“ auf 4,4 % gestiegen, von zuvor 3,5 %. Wobei dies schon der stärkste monatliche Anstieg seit 1975 ist.

Arbeitslosenquote in den USA

Lag die Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft in den vergangenen Monaten bei ca. 200.000, so wurden im März 701.000 Stellen abgebaut.

neu geschaffene Stellen in den USA

Auch damit sind wir nun wieder klar zurück in den Zeiten der Finanzkrise.

Haben die Anleger den Ernst der Lage noch nicht hinreichend erkannt?

Doch auch auf diese Zahlen hat der Aktienmarkt wieder relativ gelassen reagiert, obwohl sie deutlich unter den Erwartungen lagen. So wurden im Durchschnitt lediglich ein Anstieg der Arbeitslosenquote auf 3,8 % und ein Abbau von rund 100.000 Stellen erwartet. Es liegt damit der Verdacht nahe, dass viele Anleger den Ernst der Lage noch nicht hinreichend erkannt haben.

Neue Konkurrenz im Kampf um den Titel des größten Schwarzmalers

Am Mittwoch dieser Woche hatte ich noch geschrieben, dass aktuell ein allgemeiner Trend hin zu immer pessimistischeren Prognosen herrscht. Goldman-Analysten kämpfen dabei an vorderster Front um den Titel als größter Schwarzmaler, mit der Erwartung eines Rückgangs des US-BIP im 2. Quartal um 34 %. Nun hat die Bank neue Konkurrenz bekommen. Nach Prognosen von Morgan Stanley wird Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA im gerade begonnenen 2. Quartal sogar um 38 % sinken. Die Arbeitslosenquote soll auf 15,7 % im Hoch steigen. Etwa 21 Millionen Stellen sollen dabei wegfallen.

Auch in der Eurozone wird die Lage noch dramatischer

Derweil sind in Europa die Einkaufsmanagerdaten in ihrer endgültigen Fassung noch schlechter ausgefallen als am Mittwoch vergangener Woche mit den vorläufigen Daten bereits berichtet (siehe auch „Massive Wirtschaftseinbrüche“). Der Einkaufsmanagerindex für den deutschen Service-Sektor sank zum Beispiel von 52,5 nicht nur auf 34,5 Punkte, sondern sogar auf 31,7.

IHS Markit Einkaufsmanagerindex Dienstleistung Deutschland

Auch das Barometer für die Dienstleister in der Euro-Zone fiel noch stärker als zunächst gemeldet. Es sank von 52,6 auf 26,4 Punkte, statt „nur“ auf 28,4. Laut IHS-Markit deuten diese Daten auf einen Einbruch der Euro-Wirtschaftsleistung von annähernd 10 % hin.

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