Rettungspakete Tropfen auf den heißen Stein? Corona-Krise: Schlägt jetzt die Inflation mit voller Wucht zu? – Was Crash-Propheten wie Matthias Weik, der ifo-Präsident Fuest und das Statistische Bundesamt meinen

06.04.2020, 11:09  |  56855   |   |   

Durch die Coronavirus-Krise kommt die Produktion vieler Betriebe zum Stillstand. Gleichzeitig werden milliardenschwere Rettungsprogramme aufgesetzt. Dies schürft bei vielen Menschen die Angst vor einer Geldentwertung, denn eine steigende Geldmenge bei gleichzeitig sinkendem Angebot kann inflationär wirken. Das sagen Ökonomen und Crashpropheten:

Matthias Weik*, Finanzbuch-Autor und Kapitalmarktexperte, warnt schon lange vor einer Inflation und sogar Hyperinflation. Exklusiv gegenüber der Redaktion von wallstreet:online erklärte der Crashprophet: „Jetzt ist es soweit. Die Notenbankpressen laufen, als ob es kein Morgen gäbe. Inflation – anhaltende Preissteigerung in Verbindung mit Kaufkraftschwund und Geldentwertung – steht folglich uns allen bevor, denn Inflation entsteht, wenn die Zentralbank die Geldmenge zu stark ausweitet. Damit die Inflation nicht wächst, müssten genauso viele Waren und Dienstleistungen produziert werden, wie die Geldmenge wächst. Dies ist jedoch keineswegs der Fall. Ganz im Gegenteil. Wir gehen von einer starken Inflation, und wenn die Notenbaken ihre irrsinnige Politik beibehält, von einer Hyperinflation aus. Fakt ist: Allein zwei Prozent jährliche Inflationsrate halbiert die Kaufkraft Ihres Vermögens in nur 35 Jahren! Sobald die Inflation eskaliert wird der Kampf gegen das Gold beginnen, denn bereits Alan Greenspan ehemaliger Notenbankchef der USA hat richtig erkannt: 'Ohne Goldstandard gibt es keine Möglichkeit, Ersparnisse vor der Enteignung durch Inflation zu schützen. Es gibt dann kein sicheres Wertaufbewahrungsmittel mehr. Wenn es das gäbe, müsste die Regierung ihren Besitz für illegal erklären, wie es ja im Falle von Gold auch gemacht wurde.'“

Max Otte*, Fondsmanger und Autor*, erklärte exklusiv gegenüber wallstreet:online: „Fest steht, dass eine wachsende Geldmenge auf ein wegen der unterbrochenen Produktion und Lieferketten sinkendes Angebot trifft. Das müsste eigentlich inflationär wirken. Bei einigen Gütern des täglichen Bedarfs sehen wir das schon. Allerdings haben die Staaten ihre Methoden der Kaufkraftabschöpfung verfeinert. Neben Bargeldabschaffung und Negativzinsen und Sondersteuern sind auch Schuldenreorganisationen und Bankensanierungen auf Kosten der Sparer möglich.“

Und weiter: „Ich lese gerade Ludwig Erhardts Denkschrift von 1944/45: Kriegsfinanzierung und Schuldenkonsolidierung. Erhardt nennt Schuldenannulierung, Vermögensabgabe und dosierte Inflation Scheinlösungen. Die laufenden Ansprüche müssen ja immer aus dem laufenden Sozialprodukt erwirtschaftet werden.“

Ifo-Präsident Clemens Fuest* sieht hingegen derzeitig keine Gefahr einer Geldentwertung. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte er Ende März 2020: “Gefahren einer Inflation sehe ich derzeit nicht”. Zwar könne es bei Gütern des täglichen Bedarfs in Folge von Lieferengpässen zu Verteuerungen kommen, aber „andere Güter, vor allem langlebige Verbrauchsgüter wie Autos, werden derzeit aber kaum nachgefragt und dürften billiger werden, so lange die Krise anhält”. Und weiter: “Inflationsgefahren würden nur dann bestehen, wenn die Produktion durch Corona über längere Zeit unterbrochen wird und gleichzeitig staatliche Konjunkturprogramme die Nachfrage stützen.”

Das Statistische Bundesamt (Destatis) konnte bisher keine übermäßige Steigerung der Inflationsrate feststellen. Im März stieg die Inflationsrate gegenüber dem Vorjahresmonat voraussichtlich nur um +1,4 Prozent. Während die Verbraucherpreise für Lebensmittel um 3,7 Prozent stiegen, fielen die Energiepreise um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Endgültige Ergebnisse für den März 2020 werden am 16. April 2020 veröffentlicht. Das Statistische Bundesamt errechnet die monatliche Inflationsrate anhand des Preisanstieges eines definierten Produktwarenkorbes. Der Warenkorb enthält sowohl Produkte als auch Dienstleistungen, die der durchschnittliche Endverbraucher im Jahresverlauf erwirbt.

Autor: Ferdinand Hammer


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