Buchtipp Plädoyer für den guten Egoismus

Gastautor: Rainer Zitelmann
08.04.2020, 18:56  |  984   |   |   

Quelle: Oliver Reetz

Julien Backhaus, Ego. Gewinner sind gute Egoisten, FinanzBuch Verlag, München 2020, 231 Seiten.

Dieses Buch soll provozieren, das merkt man fast auf jeder Seite. Der üblicherweise fast ausschließlich negativ verwendete Begriff „Egoismus“ erfährt eine positive Umdeutung. „Guter Egoismus“ ist für Backhaus, Herausgeber des Magazins „Erfolg“ und weiterer Medien, vor allem gleichbedeutend mit Freiheitsstreben und Nonkonformismus. Er zitiert Ayn Rand, die es so auf den Punkt brachte: „Im allgemeinen Sprachgebrauch ist das Wort ‚Egoismus’ ein Synonym für das Böse; es beschwört das Bild des blutrünstigen Unmenschen herauf, der über Leichen geht, um sein Ziel zu erreichen – eines Untiers, das sich um kein Lebewesen schert und nur die Befriedigung der eigenen hirnlosen momentanen Launen im Sinn hat. Doch die exakte Bedeutung und Definition des Wortes ‚Egoismus’ lautet: ‚Beschäftigung mit den eigenen Interessen’.“ (S. 14)

Wer nicht sagt, was er will, bekommt auch nicht, was er will.

Das fängt schon im Kleinen im Alltag an. Ich habe viele Gemeinsamkeiten zwischen dem Autor und mir festgestellt, wenn er von Alltagsbegebenheiten berichtet: Steht eine einfache Speise nicht auf der Speisekarte, gibt er sich nicht damit zufrieden, sondern bohrt so lange, bis sein „Sonderwunsch“ erfüllt wird. Ist es ihm zu warm im Flugzeug, bittet er die Flugbegleiterin, die Temperatur herunterzufahren. Hat der Taxifahrer laute Musik angestellt, bittet er ihn, die Musik auszustellen. Für mich ist das alles – so wie für den Autor – selbstverständlich, aber vielen Menschen fällt es schon schwer, in so kleinen Fragen ihre Bedürfnisse zu artikulieren. Wer nicht sagt, was er will, bekommt auch nicht, was er will. Erst recht gilt das für große, wichtige Dinge.

Über Altruismus

Selbstverständlich heißt Egoismus nicht, ausschließlich an sich selbst zu denken. Im Gegenteil. Im Kapitalismus gewinnt meist der, der die Bedürfnisse von sehr vielen anderen Menschen befriedigt. Mir fallen dabei die Albrecht-Brüder (Aldi) oder Dieter Schwarz (Lidl) ein, die damit zu den reichsten Deutschen wurden, dass sie für eine breite Masse von Verbrauchern billigere Produkte mit guter Qualität anboten.

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