Citi-Investmentbarometer Anleger zwischen Zweifel und Zuversicht

Gastautor: Dirk Heß
09.04.2020, 14:40  |  1530   |   |   

Die Corona-Krise hat viele Investoren in einen Zwiespalt gestürzt. Auf der einen Seite hat die Angst, dass den Aktienmärkten eine zweite Verkaufswelle ins Haus stehen könnte, spürbar zugenommen. Auf der anderen Seite ist aber auch die Zuversicht auf eine Erholung im späteren Jahresverlauf gestiegen. Auch bei Gold und Öl kam es zu starken Stimmungsschwankungen.

Das erste Quartal 2020 wird Anlegern angesichts der historisch hohen Kursverluste wohl noch lange im Gedächtnis bleiben. Dass zum Beispiel die altehrwürdige New Yorker Börse innerhalb eines Monats zwischenzeitlich drei Mal den Handel anhalten musste, hat es so noch nicht gegeben. Das Börsenbeben hat in der Gemütslage der Anleger deutliche Spuren hinterlassen, wie die Umfrageergebnisse des aktuellen Citi-Investmentbarometer zeigen.

 

Europäische Aktien: Zwischen Hoffen und Bangen

Noch ganz unter dem Eindruck der jüngsten Ereignisse hat sich die Zahl der Anleger, die kurzfristig (3 Monate) von fallenden Kursen ausgehen, im Vergleich zur letzten Befragung auf rund 33 Prozent verdoppelt. So hoch war die Bärenquote in dieser Kategorie noch nie. Ob die aktuelle Zwischenerholung dieses Stimmungsbild verändert hätte lässt sich nur vermuten. Zuviele Anleger glauben nach wie vor an eine Bärenmarktrally. Im Gegensatz zum kurzfristigen Sentiment haben die Optimisten aber in der Erwartung auf 12 Monate an Terrain gewonnen. Ihr Anteil erhöhte sich von 31 auf 44 Prozent. Man könnte die Daten so interpretieren: In dem Maße, in dem sich auf kurze Sicht, die Meinung verfestigt hat, dass neuerliche Kursturbulenzen an den europäischen Aktienmärkten wahrscheinlich sind, hat die Hoffnung zugenommen, dass das Schlimmste bald überstanden sein könnte und die Kurse im späteren Jahresverlauf wieder an Fahrt gewinnen. Ein ähnlich gespaltenes Stimmungsbild zeigt sich bei US-Aktien. Auch in dieser Kategorie kam es zu einer bemerkenswerten Diskrepanz zwischen einer schlechteren Beurteilung der kurzfristigen Perspektiven einerseits und einer optimistischeren Einschätzung der mittelfristigen Aussichten anderseits.

 

Rohöl: Anleger erwarten baldige Erholung

Spannende Einblicke in die Gefühlslage der Anleger bietet das Citi-Investmentbarometer auch für die Anlageklassen Gold und Rohöl (Brent). Der Ölpreis erlebte in den vergangenen Wochen bekanntlich ein noch stärkeres Beben als die Aktienmärkte. Während die Aktienmärkte von ihren Jahreshochs in der Spitze zwischen 30 und 40 Prozent einbrachen, rauschte das Barrel seit Jahresanfang zwischenzeitlich sogar um fast 70 Prozent in den Keller – ein historischer Wertverlust. Im Kontrast dazu stehen positive Erwartungen der Anleger. So erwarten fast 60 Prozent– und damit fast doppelt so viele wie in der vorangegangenen Umfrage –, dass der Ölpreis in den kommenden drei Monaten eine Gegenbewegung startet. Offensichtlich sehen Investoren bei Öl im Gegensatz zu Aktien den Boden bereits erreicht.

 

Gold: Potenzial ausgereizt?

Zwar musste auch Gold infolge der Marktturbulenzen zwischenzeitlich einige Federn lassen. Alles in allem hat das gelbe Edelmetall aber seinem Ruf als Krisenwährung bislang alle Ehre gemacht. So notiert die Feinunze aktuell um fast 20 Prozent höher als vor einem Jahr – da kann keine andere Anlageklasse mithalten. Allerdings könnte die gute Wertentwicklung auch dazu beigetragen haben, dass viele Anleger bei Gold das Potenzial nach oben nunmehr als ausgeschöpft erachten. So gehen nur noch 24 Prozent der Umfrageteilnehmer des Citi- Investmentbarometers von kurzfristig steigenden Notierungen aus. Das sind 15 Prozentpunkte weniger als noch vor drei Monaten. Gleichwohl erwartet aber nur eine kleine Minderheit, dass Gold in den drei kommenden Monaten unter die Räder kommen wird (Pessimisten-Quote: 13 Prozent). Stattdessen glaubt das Gros der Anleger (62 Prozent), dass sich die Feinunze auf dem aktuellen Niveau verfestigt.

 

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