Anleitung für den Börsencrash 2020 – So meisterst du die Corona-Krise

Gastautor: Aktienfinder.Net
13.04.2020, 15:11  |  2254   |   |   

Falls dich der aktuelle Börsencrash verunsichert und du dich fragst, wie du dich verhalten sollst, hilft dir dieser Artikel weiter. In einfachen Worten wird erklärt, was es mit dem Corona-Crash auf sich hat, wie sich der Corona-Crash von den vorherigen Börsencrashs unterscheidet, welche Branchen aus welchem Grund zu den Gewinnern oder Verlierern des Börsencrashs gehören und was du tun musst, um allen Widrigkeiten zum Trotz dennoch von langfristig steigenden Kursen und Dividenden zu profitieren.

Ein Virus verändert die Welt

Auch abseits des Aktienmarkts berührt die Corona-Pandemie jeden von uns. Dabei stechen wie in jeder Krise zunächst die negativen Auswirkungen hervor. Kurzarbeit und Verlust des Arbeitsplatzes, Unternehmenspleiten, zunehmende Staatsverschuldung durch Rettungsprogramme, soziale Distanzierung, Furcht vor Ansteckung und im schlimmsten Fall der Verlust eines Freundes oder nahen Verwandten.

Das Klischee, dass in jeder Krise auch eine Chance innewohnt, gilt jedoch auch für die Corona-Krise. So wird uns die Bedeutung eines belastungsfähigen Gesundheitssystems vor Augen geführt, weshalb der politische Wille wachsen sollte, in Zukunft mehr Geld für Krankenhäuser, Ausrüstung und Personal auszugeben. Denn solange die Durchseuchung der Bevölkerung die Ausbreitung des Virus nicht auf natürliche Weise bremst oder wenigstens ein Impfstoff entwickelt wurde, ist selbst nach erfolgreicher Eindämmung der Pandemie jederzeit erneut mit einem erneuten Ausbruch zu rechnen. Und spätestens nach SARS und Corona wissen wir: nach dem Virus ist vor dem Virus.

Wie das menschliche Immunsystem entwickelt auch die durch das Corona-Virus heimgesuchte Wirtschaft neue Abwehrkräfte. Der Ausfall von Lieferanten aufgrund des Herunterfahrens der Wirtschaft hat gezeigt, wie anfällig die oft international ausgerichteten Lieferketten sind. Bei über 90 Prozent der eintausend größten US-Unternehmen kam es bereits zu Lieferengpässen. Im Zuge der Krise machen sich Unternehmen deshalb reihenweise Gedanken, wie ihre Lieferketten durch alternative Lieferketten oder Insourcing robuster zu gestalten sind, um für den nächsten Ernstfall gewappnet zu sein. Seien es politische Unruhen, Naturkatastrophen, terroristische Anschläge oder eine erneute Pandemie. Zudem setzen Unternehmen nun verstärkt auf Digitalisierung, um auch dezentrales Arbeiten zu ermöglichen. Im Zuge der Krises haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam Home-Office zu schätzen gelernt.

Auch das tägliche Leben wird sich ändern. Schutzmasken sind von nun ab öfter zu sehen. Allerdings wird es in Zukunft seltener notwendig, überhaupt auf die Straße zu gehen. Zunehmende Digitalisierung im privaten und öffentlichen Bereich führt dazu, dass Erledigungen wie Behördengänge oder beispielsweise Arztbesuche in Videosprechstunden zunehmend online erledigt werden. Vom allgemeinen Trend zum Online-Einkauf ganz schweigen. Der soziale Zusammenhalt von einst gewinnt dennoch an Bedeutung. Denn wer kann mit Sicherheit ausschließen, dass er in der nächsten Krise nicht selbst zu den Betroffenen gehört? Nachbarschaftshilfen sind eine Form davon.

Ich glaube, dass die internationale Gesellschaft durch die Bewältigung der Corona-Krise global widerstandsfähiger wird. Dennoch bleiben gesundheitliche, soziale und wirtschaftliche Risiken, die global zu schweren Schäden führen können und ernst zu nehmen sind.

Wie das Corona-Virus zum Börsencrash führte

Aktien verbriefen einen winzigen Anteil an einem Unternehmen. Entsprechend repräsentiert der Aktienmarkt eine gewisse Anzahl meist großer Unternehmen, die ein Teil der Wirtschaft sind. Geht es der Wirtschaft gut, geht es auch den meisten Unternehmen gut. Die Aktienkurse steigen. Geht es mit der Wirtschaft jedoch bergab, fallen die Aktienkurse. Dies umso stärker, desto schneller und unerwarteter sich die wirtschaftlichen Aussichten verschlechtern.

Obwohl das Corona-Virus schon seit Dezember grassiert, brechen die Aktienkurse erst ab dem 24.02 ein (Quelle Tradingview.com)

Obwohl das Corona-Virus schon seit Dezember grassiert, brechen die Aktienkurse erst ab dem 24.02 ein (Quelle: Tradingview.com)

Im Nachhinein mag es überraschen, dass der Ausbruch des Corona-Virus in China im Dezember 2019 vom Aktienmarkt zunächst komplett ignoriert wurde. Sogar als sich Anfang Februar das Virus international ausbreitete, stiegen die Aktienmärkte weiter. Erst am 24ten Februar begannen die Kurse zu fallen. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Virus China längst verlassen und medienwirksame Brückenköpfe, beispielsweise in Italien, geschlagen. Nun wurde deutlich, dass das grassierende Corona-Virus im Gegensatz zu dem SARS-Ausbruch im Jahr 2002 zu einer weltweiten Pandemie mit entsprechenden Konsequenzen für die Wirtschaft führen würde. Die Aktienkurse brachen ein.

Wie das Corona-Virus die Wirtschaft infiziert

Wenn Menschen krank werden, schadet dies Unternehmen in mehrfacher Hinsicht. Der Klassiker ist der krankheitsbedingte Arbeitsausfall eines Mitarbeiters. Bei der Corona-Pandemie ist dies jedoch nicht das Kernproblem. Denn die Regierungen rund um den Globus wollen es erst gar nicht dazu kommen lassen, dass sich Millionen von Menschen infizieren, weil eine ungebremste Ausbreitung des Corona-Virus dramatische Konsequenzen zur Folge hätte. Ein in der zweiten Märzhälfte verfasstes Strategiepapier des Bundesministeriums für Inneres kommt in einem Negativszenario auf knapp 1,2 Millionen Todesopfer allein in Deutschland. Auch wenn die Zahlen  mit einer für Schätzungen typischen Ungenauigkeit behaftet sind, wird dennoch klar, weshalb Regierungen mit allen Mitteln versucht, eine ungehinderte Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Da das Virus hochgradig ansteckend ist und noch kein Impfstoff zur Verfügung steht, hilft gegen dessen rasche Ausbreitung nur das Unterbinden des Kontakts von Mensch zu Mensch (social distancing). Das hat für die meisten Unternehmen schwerwiegende Folgen. Angestellte dürfen nicht länger ins Büro kommen und Arbeiter nicht in der Fabrik arbeiten. Dadurch sinkt die Produktivität je nach betroffenem Unternehmen bis auf Null. Da viele Unternehmen betroffen sind, schaukeln sich die Produktionsausfälle gegenseitig hoch. Denn kaum ein Unternehmen stellt im Alleingang seine Waren her, sondern ist auf Vorleistungen von Lieferanten angewiesen. Bleiben die Bestellungen bei den Lieferanten aus, bricht die Produktion zusammen. Weitere politische Notfallmaßnahmen wie beispielsweise Grenzschließungen verschärfen die Situation.

Einige Branchen sind von den politischen Notfallmaßnahmen besonders hart betroffen. Der Tourismus ist zum Erliegen gekommen, der Flugverkehr eingebrochen. Großveranstaltungen, wie beispielsweise Konzerte, werden abgesagt. Der Einzelhandel muss alle Läden schließen, sofern es nicht um die Grundversorgung der Bevölkerung geht. Produktionsrückgänge, Stornierungen, Ladenschließungen – all das führt zu einem plötzlichen Schwächeanfall der Wirtschaft, der auch als Angebotsschock bezeichnet wird.

Gleichzeitig werden die Menschen dazu aufgerufen, in ihren Häusern und Wohnungen zu bleiben. Eingeschlossen in den vier Wänden geht der Konsum selbst derjenigen zurück, die noch in Arbeit stehend gerne konsumieren möchten. Dem Angebotsschock gesellt sich ein Nachfrageschock hinzu. Die wirtschaftliche Lage der Unternehmen verschlechtert sich zusätzlich. Die Gewinnaussichten brechen ein und damit auch die Aktienkurse der betroffenen Unternehmen. Trotz massiver finanzieller Hilfen durch den Staat verlieren Millionen von Menschen ihren Arbeitsplatz.

Bedürftige vor einer Suppenküche in den USA während der Großen Depression 1931

Bedürftige vor einer Suppenküche in den USA während der Großen Depression 1931

Der Börsencrash 2020 im Vergleich

Als Börsencrash wird ein abrupter Kurssturz des Aktienmarkts im zweistelligen Prozentbereich bezeichnet, was man an dem Chartverlauf der betroffenen Aktienindizes ablesen kann. Börsencrashs gibt es immer wieder. Wie Konjunkturzyklen zur Wirtschaft gehören Börsencrashs zum Aktienmarkt dazu. Zwar ist sind ihre Entstehungsursachen unterschiedlich. Gemeinsam haben alle Crashs jedoch stets einen konkreten Auslöser, der allerdings nur deshalb zu einem Crash führt, weil er auf andere, meist schon länger im Verborgenen ruhenden Ungleichgewichten trifft. Am einfachsten versteht man mit Beispielen. Deshalb erfährst du jetzt, welches die konkreten Auslöser und verborgenen Ungleichgewichte der letzten Börsencrashs waren.

Die Finanzkrise im Jahr 2008

Normalerweise vergibt eine Bank nur dann einen Kredit, wenn sie im Rahmen einer Bonitätsprüfung davon überzeugt ist, dass der Kreditnehmer den Kredit zurückbezahlen kann. Denn kann er das nicht, bleibt die Bank auf dem nicht einbringlichen Teil des Kredits sitzen. Es sei denn, die Bank hat den Kredit zwischenzeitlich an jemand anders verkauft. Und genau das ist im Vorfeld der Finanzkrise 2008 in den USA in gigantischem Ausmaß geschehen.

Dort stiegen die Hauspreise von Jahr zu Jahr. Bereitwillig vergaben die Banken Hypothekendarlehen (Kredite für den Hauskauf) selbst an schlechte Schuldner, die davon ausgingen, dass ihre Häuser schon bald mehr wert seien als der Kaufpreis. Die Banken wiederum verkauften die gewährten Kredite an Investoren und waren so das Risiko eines Kreditausfalls los. Dabei wurden die Kredite nicht einzeln weiterverkauft, sondern es wurden viele Kredite auf einmal in einem Wertpapier gebündelt, dass sich Strukturiertes Produkt nennt. Der Käufer eines solchen „Kredit-Pakets“ kannte die Kreditnehmer überhaupt nicht und verließ sich hauptsächlich auf Rating-Agenturen, die die Qualität dieser Strukturierten Produkte für ihn beurteilen sollten. Wie sich im Nachhinein zeigte, machten die Rating-Agenturen ihren Job jedoch eher schlecht als recht.

Fallende Immobilienpreise in den USA ab dem Jahr 2007 (Quelle tradingeconomics.com)

Fallende Immobilienpreise in den USA ab dem Jahr 2007 (Quelle: tradingeconomics.com)

Im Jahr 2007 begannen die Hauspreise zu fallen und immer mehr Kredite konnten nicht mehr bedient werden. Darunter litten sowohl die bankrotten Hausbesitzer als auch diejenigen, die die faulen Kredite den Banken abgekauft hatten. Das waren meist ebenfalls Finanzinstitute oder Versicherungen, die nun ebenfalls in Schieflage gerieten und entweder Pleite gingen oder vom Staat als systemrelevant eingestuft und mit Milliarden gerettet wurden.

Fallende Aktienkurse während der Finanzkrise (Quelle www.tradingview.com)

Fallende Aktienkurse während der Finanzkrise (Quelle: www.tradingview.com)

Der Auslöser der Finanzkrise waren also fallende Immobilienpreise, während das lange verborgene Ungleichgewicht die Übertragung des Kreditrisikos von der kreditgebenden Bank an den Käufer der Kredite war.

Die geplatzte DotCom-Blase von 2000 bis 2002

Die 90er Jahren markieren den Siegeszug des Internets und damit verbunden einer Menge mehr oder minder revolutionärer Geschäftsideen rund um das Internet. Eine Art Internet-Goldrausch spülte massenweise neu gegründete Unternehmen an die Börse, woran die den Börsengang begleitenden Banken gut verdienten. Von 1995 bis ins Jahr 2000 hinein stiegen die Börsenkurse rasant.

Aufblasen und Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 folgende (Quelle www.tradingview.com)

Aufblasen und Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 folgende (Quelle: www.tradingview.com)

Tatsächlich verbrannten die meisten der neu gegründeten Internet-Unternehmen jedoch Geld, ohne jemals Gewinne zu erwirtschaften. Das konnte nicht ewig gut gehen. Im Spätjahr 2000 ging den ersten Unternehmen das Geld aus und sukzessive wurde den Anlegern das Risiko ihrer hoch bewerteten Investments bewusst. In Etappen fielen die Kurse immer weiter, bis schließlich im Spätjahr 2002 der absolute Tiefpunkt erreicht war.

Auslöser der Dotcom-Bubble waren spektakuläre Unternehmenspleiten wie Pets.com, die den Aktionären klar machten, wie riskant ihre Investments in meist unerprobte Geschäftsmodelle und defizitäre Unternehmen waren. Das lange verborgene Ungleichgewicht war die zu optimistische Erwartungshaltung gegenüber den neu gegründeten Internet-Unternehmen, die der Wirklichkeit nicht gerecht wurde. Der Auslöser waren Unternehmenspleiten und Skandale, die den Aktionären die Augen öffneten.

Der Schwarze Montag 1987

Im Gegensatz zur Finanzkrise und dem Platzen der Dotcom-Blase haben nur wenige der heutigen Aktionäre den Schwarzen Montag aktiv miterlebt. Innerhalb eines einzigen Handelstages fielen die Aktienkurse wie aus heiterem Himmel in zuvor ungeahntem Ausmaß. Der Dow Jones verlor knapp 23 und der S&P 500 immerhin noch etwas über 18 Prozent.

Ungeahnte Tagesverluste am Schwarzen Montag 1987 (Quelle www.tradingview.com)

Bis dato unbekannte Tagesverluste am Schwarzen Montag 1987 (Quelle www.tradingview.com)

Nach Jahren steigender Kurse in Folge einer Wirtschaftserholung nach der Rezession der frühen 80er Jahre, gingen den Kurssturz am Montag schon mehrere Handelstage teils deutlich im Minus voraus. Allerdings gab es keine grundlegenden Anzeichen einer wirtschaftlichen Verschlechterung. Trotzdem brachen die Kurse am Montag plötzlich ein.

Als Auslöser des Kurssturzes gilt der damals noch junge Computerhandel an den Börsen, dem damals die heutigen Sicherungsmechanismen fehlten. Existierende Verkaufsaufträge lösten neue Verkaufsaufträge aus, die die Kurse immer weiter einbrechen ließen. Das im Verborgenen lauernde Ungleichgewicht war in diesem Fall nicht wirtschaftlicher, sondern technischer Natur: der Computerhandel selbst. Glücklicherweise hatte der Börsencrash 1987 nur begrenzte Auswirkungen auf die Realwirtschaft.

Ist der Corona-Crash gefährlicher als alle Börsencrashs zuvor?

Für Aktionäre ist jeder Crash gefühlt der schlimmste, ansonsten wäre es kein Crash. Doch wie gefährlich ist der Corona-Crash tatsächlich? Bis dato hat der S&P 500 Spitze „lediglich“ 35 Prozent vom Hoch verloren. Nach der zwischenzeitlichen Erholung sind es gar „nur noch“ knapp 18 Prozent.

Das Ausmaß der Kursverluste im Corona-Crash ist bis jetzt für einen Crash moderat (Quelle www.tradingview.com)

Das Ausmaß der Kursverluste im Corona-Crash ist bis jetzt für einen Crash moderat (Quelle: www.tradingview.com)

Die im Vergleich zu den letzten Börsencrashs moderaten Kursverluste stehen im krassen Kontrast zu den gravierenden Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Während die vorangegangenen Börsencrashs entweder nur geringe Auswirkungen hatten oder nur einzelne Branchen besonders hart betroffen waren, bekommen diesmal fast alle Branchen die negativen Auswirkungen deutlich zu spüren. Die wirtschaftliche Tragweite des Corona-Crashs geht eindeutig über die der letzten Börsencrashs hinaus.

Auswirkung auf Wirtschaft Notleidende Branchen Kursrückgang Erholungs-Dauer
Schwarzer Montag Niedrig Keine 30 Prozent 20 Monate
Dotcom-Blase Mittel Internetbranche 50 Prozent 80 Monate
Finanzkrise Hoch Finanzbranche 57 Prozent 64 Monate
Corona-Crash Sehr hoch Fast alle ?? Prozent ?? Monate

Vergleich des Corona-Crashs mit den drei vorherigen Börsencrashs

Die wirtschaftliche Dramatik des Corona-Crashs wird anhand der Erstanträge auf Arbeitslosigkeit in den USA bildlich vor Augen geführt (siehe Balken ganz rechts im Bild):

Zuvor ungeahnter Jobverlust in den USA (Quelle: tradingeconomics.com)

Zuvor ungeahnter Jobverlust in den USA (Quelle: tradingeconomics.com)

Innerhalb von nur drei Wochen haben 16 Millionen Amerikaner erstmalig Antrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt. In den letzten zwei Wochen haben sich jeweils mehr als 6 Millionen Amerikaner arbeitssuchend gemeldet. Der vorherige Negativrekord lag bei 650 Tausend Anträgen und wurde damit in etwa um den Faktor Zehn übertroffen. Doch ist der Corona-Crash deshalb auch zehn Mal schlimmer als die Finanzkrise?

Dagegen spricht die berechtigte Hoffnung, dass sich die Weltwirtschaft von der Corona-Krise zügig erholt. Denn im Gegenzug zu den vorherigen Krisen wurde die Wirtschaft im Ringen mit dem Virus durch Maßnahmen der Politik willentlich „heruntergefahren“. Folglich sollte durch Rücknahme der Maßnahmen auch ein „Hochfahren“ der Wirtschaft möglich sein. Das setzt allerdings voraus, dass sich die Ausbreitung des Virus soweit verlangsamt, dass bei einer schrittweisen Rückkehr zur Normalität keine Überlastung des Gesundheitssystems mehr droht. In diesem Fall würden die Läden wieder öffnen, die Fabriken wieder produzieren und die Menschen könnten wieder einkaufen und konsumieren.

Entscheidend wird sein, wie lange die Drosselung der Wirtschaft anhält und wie gut es der Politik in der Zwischenzeit gelingt, den notleidenden Akteuren vom Arbeitnehmer über den Freiberufler bis hin zum Großkonzern finanziell beizustehen. Je länger der wirtschaftliche Stillstand anhält, desto gravierender werden dessen langfristige Folgen sein, denn die staatlichen Finanzhilfen werden selbst bei bestem Willen nicht dauerhaft den Verdienstausfall der Wirtschaftsteilnehmer kompensieren können. Und ist eine Unternehmen erst einmal bankrott und sind die Mitarbeite entlassen, ist der angerichtete Schaden nicht mehr ungeschehen zu machen. Entscheidend ist deshalb, dass die Rückkehr zur wirtschaftlichen Normalität möglichst rasch gelingt.

Obwohl die allgemeine Situation der Wirtschaft durchaus dramatisch ist, sind nicht alle Unternehmen gleich schlimm von der Krise betroffen. Einige wenige Unternehmen sind sogar Krisengewinner . Wer als Aktionär an diesen Unternehmen beteiligt ist, kann also sogar in fallenden Märkten Kursgewinne erzielen. Allerdings ist die Anzahl dieser Unternehmen so begrenzt, dass es in der Praxis keinem Aktionär gelingt, nur Krisengewinner im Depot zu haben. Ganz abgesehen davon, dass bei einer anhaltenden Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation auch die momentanen Gewinner zu Verlierern werden. Eine Analyse der Gewinner- und Verliererbranche ermöglicht jedoch ein tieferes Verständnis, welche Unternehmen in welcher Schwere von der aktuellen Krise betroffen sind. Falls du schon Aktien besitzt, erklärt dir dieses Wissen die Performance in deinem Depot. Gegebenenfalls kannst du daraus Schlüsse für deine zukünftigen Investments ziehen.

Welche Branchen vom Corona-Crash wie stark betroffen sind

In dem Bemühen herauszufinden, welche Branchen und Aktien zu den Gewinnern oder Verlierern gehören, stützen wir uns auf abertausende Marktteilnehmer, die durch Angebot und Nachfrage die ihnen vorliegenden Informationen einpreisen und so die Aktienkurse bestimmen. Für die Analyse des Börsencrashs 2020 wurde die Performance von 1.000 Aktien weltweit aus über 100 Branchen ausgewertet. Aus dem Ergebnis geht hervor, welche Branchen gegen den Trend gewonnen oder nur wenig verloren haben und welche Branchen über Gebühr abgestraft wurden.

Alle hier erwähnten Branchen und Aktien sind im Aktienfinder enthalten. Für viele Aktien findest du sogar kostenlose Aktienanalysen im größten Verzeichnis freier Aktienanalysen Deutschlands.

Um die Aussagekraft weiter zu erhöhen, unterteilen wir den aktuellen Börsencrash 2020 in zwei Phasen:

  • Die Crashphase vom 24ten Februar bis zum 23ten März (rot)
  • Die Erholungsphase vom 24ten März bis unbekannt (grün)
S&P 500 Börsencrash 2020 Phasen

Die zwei Phasen des laufenden Börsencrashs (Quelle: TradingView.com)

Während der Crashphase haben alle Branchen und fast alle Aktien teils dramatisch an Wert verloren. Von der anschließenden Erholungsphase konnten ebenfalls alle Branchen und die meisten Aktien profitieren. Dies jedoch unterschiedlich stark. In der Gesamtbetrachtung des Börsencrashs (bis heute) klafft die Performance einzelner Branchen teils dramatisch auseinander. Während beispielsweise die Hotellerie-Branche trotz Erholung knapp 50 Prozent Kursverlust erlittet, legten die Branchen Rechenzentrum und Infrastruktur im Verlauf des Börsencrashs sogar leicht zu. Das einige Branchen besser und andere schlechter durch den Crash kamen, hat seine Gründe. Wenn wir diese Gründe verstehen, können wir einschätzen, wie sich die Aktien der jeweiligen Branchen in Abhängigkeit des weiteren Verlaufs der wirtschaftlichen Situation entwickeln.

Die Branchen und Aktien, die in der Crashphase am stärksten verloren, sind jene, die am schwersten von der wirtschaftlichen Krise betroffen sind. Oft haben zwar genau diese Aktien in der Erholungsphase prozentual am stärksten zugelegt, allerdings von einem sehr niedrigen Niveau. Eine prozentual starke Erholung zuvor stark abgestrafter Aktien ist also keine Entwarnung, zumal nach starken Kursverlusten starke Gegenbewegungen am Aktienmarkt üblich sind. Eine dauerhafte Entwarnung ist erst gegeben, wenn sich die wirtschaftliche Situation der betroffenen Branchen nachhaltig verbessert. Für eine solche Entwarnung ist aber noch zu früh.

Gewinner-Branchen im Corona-Crash

In der Tabelle findest du die zehn Branchen, die bisher am besten durch den Börsencrash kamen – inklusive Begründung, warum dies so ist. Damit du eine Vorstellung hast, um welche Unternehmen es sich handelt, werden für jede Branche beispielhaft jeweils zwei Aktien genannt.

Branche Icon Grund Ausgewählte Aktien
Rechenzentrum
Rechenzentrum
Der Megatrend Digitaliserung des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens wird durch Corona verstärkt. Hierfür werden Rechenzentren benötigt. Digital Realty Trust (REIT)
Equinix (REIT)
Infrastruktur
Infrastruktur
Der Megatrend Digitaliserung lässt das mobil übertragene Datenvolumen wachsen. Hierfür werden Sendemasten benötigt. American Tower (REIT)
Crown Castle Int. (REIT)
Integrierter Abbau
Integrierter Abbau
Edelmetalle wie Gold sind Fluchtwährungen und erhöhen die Umsätze der Produzenten. Newmont Goldcorp
Polyus PJSC
Biotechnologie
Biotechnologie
Bestehende oder neue Verfahren könnten gegen das Corona-Virus eingesetzt werden. Incyte
BB Biotech
Container
Container
Die Container-Vermietung läuft weiter. Unternehmen profitieren von sinkenden Zinsen. Public Storage (REIT)
Extra Space Storage (REIT)
Wasser
Wasser
Die Wasserversorgung scheint auch in Zeiten gründlichen Händwaschens ein gutes Geschäft. American Water Works
California Water Service
Lebensmittel
Lebensmittel
Nachfrage nach Lebensmitteln konstant oder steigend durch Hamsterkäufe. Frosta
Hormel Foods
Börse
Börse
Steigender Informationsbedarf und Handel führt zu höheren Umsätzen. Nasdaq
S&P Global
Handel-Nahrung
Lebensmittel
Einzelhandel im Bereich Nahrung und Medizin bleibt geöffnet. Umsätze durch Hamsterkäufe teils gestiegen. Colruyt
Walmart
Medizinische Ausrüstung
Medizinische Ausrüstung
Herstellung von Testkits und Bekämpfung der Corona-Pandemie. Illumina
Sartorius

Bei einigen der hier genannten Gewinner-Aktien handelt es sich übrigens um REITs, die ihre Gewinne aus Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung erzielen. Wie du in der nächsten Tabelle sehen wirst, gehören REITs jedoch nicht automatisch zu den Gewinnern.

Wie schlagen sich Amazon & Co?

Es überrascht, dass die Software- und Internetdienstleistungen nicht unter den Top 10 Branchen zu finden sind. Entsprechend gehören auch die oft gepriesenen Gewinneraktien wie beispielsweise Amazon, Alibaba oder Microsoft nicht zu den Top Performern dieser Krise. Unter den 1.000 analysierten Aktien belegt Microsoft Platz 229 direkt hinter dem österreichischen Kartonhersteller Mayr-Melnhof. Amazon belegt Platz 101 und Alibaba ist an 210ter Stelle zu finden. Damit haben sich diese Aktien zwar wacker geschlagen, gehören aber nicht zu den unmittelbaren Krisengewinnern.

Falls du dich im Detail für das Abschneiden einzelner Aktien interessierst, schaue dir die monatlich erscheinende Serie der Gewinner- und Verlierer-Aktien an.

Verlierer-Branchen im Corona-Crash

Und hier die zehn Branchen, die bisher am schwersten unter dem Börsencrash gelitten haben inklusive Begründung.

Branche Icon Grund Ausgewählte Aktien
Erdölbezogene Services
Energie
Wirtschaftsschwäche führt zu sinkender Nachfrage nach Öl und Gas. Haliburton
Schlumberger
Hotellerie
Hotellerie
Stornierungen von Urlaubs- und Geschäftsreisen führen zu Umsatzeinbruch. EPR Properties (REIT)
Marriott International
Fluglinien
Transport
Nachlassende Reisetätigkeit und Transport von Waren führen zu Umsatzeinbruch. American Airlines
Deutsche Lufthansa
Möbel
Möbel
Ladenschließungen führen zu Umsatzeinbruch. Bed Bath & Beyond
Williams-Sonoma
Einzelhandel
Einzelhandel
Ladenschließungen führen zu Umsatzeinbruch. Realty Income (REIT)
Under Armour
Freizeit
Freizeit
Stornierungen von Urlaubsreisen und Veranstaltungen führen zu Umsatzeinbruch. Carnival
CTS Eventim
Handel-Warenhäuser
Einkaufszentrum
(Teil-)Schließung von Kaufhäusern oder Nachfrageschwäche führt zu Umsatzrückgang. Metro
Nordstrom
Hotels
Hotellerie
Stornierungen von Urlaubsreisen und Veranstaltungen führen zu Umsatzeinbruch. Hilton Worldwide
Marriott International
Erdöl/Gas-Produktion
Energie
Wirtschaftsschwäche führt zu sinkender Nachfrage nach Öl und Gas. Exxon Mobil
Royal Dutch Shell
Freizeitprodukte
Freizeitprodukte
Nachlassende Reisetätigkeit und Freizeitaktivitäten führen zu Umsatzeinbruch. Polaris Industries
Thor Industries

Alle Branchen, die von der Corona-Krise besonders hart betroffen sind, sind zyklischer Natur. D.h. bei einem Wirtschaftsabschwung ist es ein Stück weit normal, dass die Geschäfte dieser Unternehmen schlechter laufen. Nicht normal hingegen ist die Dramatik des Umsatzeinbruchs vieler hier betroffenen Unternehmen. Denn das Läden und Restaurants auf Anordnung geschlossen und Flüge gestrichen werden, gab es in diesem Umfang zuvor noch nicht.

Übersicht über alle Branchen

Die Performance aller Branchen während Crashphase, Erholungsphase und insgesamt ist aus der folgenden Auswertung ersichtlich. Die beiden „Gesamt“-Spalten ganz rechts geben zeigen die Entwicklung über den gesamten Börsencrashs bis heute.

Branche Platzierung Crashphase Crashphase Kursgewinn Platzierung Erholungsphase Erholungsphase Kursgewinn Platzierung Gesamtphase Gesamtphase Kursgewinn
Rechenzentrum 6 -22.70% 12 38.90% 1 7.40%
Infrastruktur 19 -27.90% 7 42.40% 2 2.60%
Integrierter Abbau 14 -25.30% 28 33.30% 3 -1.20%
Biotechnologie 2 -17.00% 101 17.30% 4 -3.40%
Container 24 -29.20% 24 33.90% 5 -5.20%
Wasser 5 -21.80% 92 21.40% 6 -5.50%
Lebensmittel 3 -19.40% 102 16.80% 7 -6.50%
Börse 29 -30.20% 23 34.20% 8 -6.50%
Handel-Nahrung 1 -15.20% 114 9.40% 9 -8.20%
Medizinische Ausrüstung 17 -26.90% 67 25.80% 10 -8.50%
Tabak 12 -25.00% 87 21.90% 11 -9.00%
Haushaltsprodukte 9 -24.50% 50 27.90% 12 -9.30%
Software 16 -26.70% 86 22.00% 13 -11.20%
Gesundheitsfürsorge 56 -36.00% 13 38.90% 14 -11.70%
Industrie 65 -38.10% 6 42.70% 15 -11.80%
Pharmazie 18 -27.40% 89 21.90% 16 -12.30%
Kommunikation Ausrüster 23 -29.10% 79 23.40% 17 -12.40%
Auskunfteien 47 -34.50% 29 32.90% 18 -13.10%
Metalle/Minen 31 -30.50% 73 24.80% 19 -13.20%
Pflegeprodukte 8 -24.10% 107 13.60% 20 -14.10%
Luftfracht/Kurierservice 13 -25.00% 105 14.50% 21 -14.40%
Chemie-spezialisiert 28 -30.00% 72 24.90% 22 -14.50%
Papierverpackungen 42 -33.60% 41 29.60% 23 -14.70%
Anbau/Fischfang 4 -19.60% 116 6.70% 24 -15.00%
Schweres elektr. Zubehör 38 -32.80% 48 28.20% 25 -15.30%
Gas 39 -33.10% 60 26.80% 26 -15.50%
Integriert Kommunikation 11 -24.90% 109 12.60% 27 -15.60%
Alkoholfreie Getränke 35 -31.70% 77 23.50% 28 -15.70%
Elektrizität 41 -33.60% 53 27.60% 29 -15.80%
Handel-Medizin 7 -24.00% 111 11.90% 30 -15.90%
Distillerien/Weinbau 48 -34.70% 35 31.20% 31 -15.90%
Mobiltelefone 26 -30.00% 97 19.40% 32 -16.30%
Verwendung von Abfällen 36 -32.20% 82 22.80% 33 -16.80%
Unterhaltung 21 -28.30% 98 18.90% 34 -16.90%
Halbleiter-Zubehör 46 -34.30% 62 26.50% 35 -17.00%
Business-Unterstützung 32 -31.20% 90 21.80% 36 -17.40%
Chemie-Landwirtschaft 50 -34.80% 47 28.20% 37 -17.90%
Gesundheit Einrichtungen 34 -31.60% 85 22.40% 38 -18.00%
Computer Hardware 44 -33.80% 66 25.90% 39 -18.10%
Medizinische Versorgung 37 -32.70% 83 22.60% 40 -18.10%
Reifen 22 -29.00% 103 15.70% 41 -18.30%
Mobile Kommunikation 15 -25.60% 113 9.90% 42 -18.30%
Internet Dienstleistungen 30 -30.20% 99 18.80% 43 -18.40%
Stahl 51 -34.90% 59 26.90% 44 -18.60%
Handel-Discounter 25 -29.50% 95 20.10% 45 -18.90%
Papierlose Verpackungen 58 -36.70% 51 27.80% 46 -18.90%
Holding 43 -33.80% 81 22.80% 47 -18.90%
Chemie-Rohstoffe 45 -33.90% 74 24.00% 48 -19.00%
Schuhe 54 -35.50% 68 25.80% 49 -19.20%
Druckereien 10 -24.90% 115 7.50% 50 -19.30%
IT Dienstleister 53 -35.30% 69 25.70% 51 -19.70%
Industrielle Lieferanten 59 -37.20% 44 28.80% 52 -20.00%
Versorger 67 -38.40% 42 29.50% 53 -20.30%
Schwere Ausrüstung 55 -35.80% 70 25.40% 54 -20.60%
Fracht und Logistik 62 -38.10% 40 29.60% 55 -20.70%
Brauereien 26 -30.00% 106 14.30% 56 -20.80%
Autoteile 66 -38.20% 46 28.40% 57 -20.80%
Lagerung 49 -34.80% 93 21.00% 58 -21.00%
Verlage 20 -28.30% 112 11.40% 58 -21.00%
Elektro-Teile 40 -33.40% 100 18.60% 60 -21.30%
Integriert Erdöl/Gas 60 -37.30% 61 26.70% 61 -21.80%
Anlagenbau Zulieferer 74 -42.30% 18 35.20% 62 -22.00%
Wohnen 75 -43.00% 15 36.70% 63 -22.00%
Personenpflege 33 -31.30% 108 13.30% 64 -22.10%
Versicherungen-Sachwert 68 -38.90% 45 28.50% 65 -22.10%
Industriekonglomerate 52 -35.10% 94 20.90% 66 -22.10%
Halbleiter 57 -36.10% 91 21.70% 67 -22.80%
Chemie-Diverse 71 -41.30% 30 32.60% 68 -23.10%
Baumarkt 72 -41.50% 37 30.90% 69 -23.60%
Werkzeuge 69 -40.30% 52 27.80% 70 -23.70%
Handel-Spezialisiert 61 -37.80% 75 23.80% 71 -24.30%
Versicherungen-Multiline 70 -41.00% 34 31.30% 72 -24.70%
Schwere Baukonstrukte 63 -38.10% 78 23.50% 73 -24.90%
Haushaltswaren 84 -44.70% 17 35.60% 74 -25.20%
Bürogebäude 85 -45.10% 19 35.00% 75 -25.60%
Rundfunk 63 -38.10% 96 19.70% 76 -26.40%
Management & Fonds 83 -44.70% 25 33.50% 77 -26.60%
Banking & Brokerage 87 -45.50% 20 34.90% 78 -26.60%
Spielzeug 90 -46.50% 14 37.30% 79 -26.70%
Rückversicherungen 78 -43.40% 49 28.10% 80 -27.70%
Immobilienaktivitäten 79 -43.50% 31 31.40% 81 -27.70%
Diversifiziert 94 -47.20% 11 39.10% 82 -27.70%
Auto/LKW-Hersteller 77 -43.20% 56 27.30% 83 -28.60%
Auto/LKW-Teile 82 -44.30% 38 30.10% 84 -28.60%
Gesundheit 100 -52.30% 2 49.10% 85 -29.00%
Handel-Computer/Elektro 81 -44.00% 65 26.10% 86 -30.30%
Baumarkt-Produkte 80 -43.90% 54 27.60% 87 -30.70%
Restaurants 93 -47.20% 10 40.20% 88 -30.70%
Öl & Gas Transport 96 -47.50% 22 34.50% 89 -31.10%
Aluminium 92 -46.90% 39 29.80% 90 -31.10%
Kleidung und Accessoires 76 -43.00% 71 25.00% 91 -31.60%
Werbung 89 -46.20% 58 27.20% 92 -31.70%
Personaldienstleister 86 -45.40% 76 23.70% 93 -32.20%
Handel-Kleidung 95 -47.40% 43 28.90% 94 -32.60%
Lebensversicherungen 99 -49.30% 26 33.50% 95 -32.90%
Banken 88 -45.60% 80 22.90% 96 -33.50%
Stabile Haushaltswaren 73 -42.10% 84 22.50% 97 -34.40%
Flughafen Dienste 91 -46.70% 88 21.90% 98 -35.10%
Raumfahrt/Verteidigung 98 -49.10% 57 27.20% 99 -35.20%
Erdöl/Gas-Marketing 104 -54.20% 5 43.00% 100 -36.40%
Konsum Finanzierung 106 -54.40% 8 41.90% 101 -36.40%
Büroausstattung 102 -53.50% 32 31.40% 102 -38.90%
Fracht und Passagiere 114 -62.00% 1 61.90% 103 -39.10%
Finanzierung Business 110 -57.50% 3 46.10% 104 -39.30%
Glücksspiel 105 -54.30% 27 33.50% 105 -41.10%
Freizeitprodukte 112 -58.00% 9 40.30% 106 -41.30%
Erdöl/Gas-Produktion 111 -57.80% 4 44.20% 107 -41.60%
Hotels 97 -47.90% 110 12.00% 108 -41.80%
Handel-Warenhäuser 103 -53.60% 63 26.30% 109 -42.30%
Freizeit 101 -52.90% 64 26.20% 110 -42.50%
Einzelhandel 108 -54.70% 55 27.40% 111 -42.60%
Möbel 109 -57.30% 36 31.10% 112 -43.60%
Fluglinien 107 -54.50% 104 15.40% 113 -48.20%
Hotellerie 113 -59.40% 32 31.40% 114 -49.10%
Erdölbezogene Services 115 -62.80% 21 34.80% 115 -50.60%
Erdöl/Gas-Pipelines 116 -68.90% 16 35.70% 116 -57.80%

So meisterst du jeden Börsencrash

Eines vorweg: wie in jeder Lebenslage gilt es auch am Aktienmarkt zunächst einmal die Ruhe zu bewahren und planvoll zu handeln. Zu jedem Plan gehört jedoch eine Strategie.

Folge deiner Anlagestrategie

Dein Aktienkauf muss sich an deiner Anlagestrategie orientieren. Kaufe ausschließlich Aktien, die du auch ohne Börsencrash kaufen würdest, weil sie dein Depot abrunden. D.h. nach dem Aktienkauf ist dein Depot besser aufgestellt als zuvor. Zum Beispiel hast du durch den Aktienkauf eine bessere Risikostreuung nach Branche oder Land erreicht. Lasse dich auf keinen Fall von gefallenen Aktienkursen ins Bockshorn jagen. Eine Aktie kaufst du nicht, weil sie um x Prozent gefallen und nun optisch billig ist. Denke stets daran, dass du langfristig investierst. Stelle dir vor jedem Aktienkauf vor, dass die Aktie von nun ab jahrelang in deinem Depot liegen wird. Ist dir bei dem Gedanken wohl?

Exkurs: So findest du deine Anlagestrategie

Falls du noch keine klar definierte Anlagestrategie hast, erstelle dir eine – und zwar vor dem nächsten Aktienkauf und völlig unabhängig vom momentanen Börsencrash. Als kleine Hilfe findest du in der folgenden Tabelle drei beliebte Anlagestrategien. Falls du dich in einer davon wiedererkennst, kannst du diese als Ausgangsbasis für deine eigene Anlagestrategie nutzen.

  Dividenden-Ertrag
(Dividendenbunker)
Dividenden-Wachstum
(Dividendensprinter)
Gewinnwachstum
(Gewinnrakete)
Fokus

 

Du erwartest sichere Dividenden, die möglichst auch in Krisenzeiten weiter steigen. Deine Ansprüche an Kursgewinne hingegen sind moderat. Du gibst dich heute mit einer niedrigeren Dividende zufrieden, erwartest dafür aber hohe Dividendensteigerungen und auch Kursgewinne. Dividenden sind dir zweitranging. Du investierst in Unternehmen, die Gewinn und Aktienkurs von Jahr zu Jahr überdurchschnittlich steigern.
Risiko

 

Am niedrigsten, da die Aktien ihre Krisenfestigkeit bereits bewiesen haben und die Aktien tendenziell günstiger bewertet sind. Etwas höher, da der Fokus hin zu hohen Steigerungsraten geht und die Aktien tendenziell höher bewertet sind. Höher, da der Fokus auf hohen Steigerungsraten liegt und die Aktien tendenziell hoch bewertet sind.
Rendite

 

Niedriger, oft weil die Wachstumsraten reifer Unternehmen nachlässt. Höher, da die Unternehmen Gewinn und Dividende überdurchschnittlich steigern. Am höchsten, da das höchste Gewinnwachstum zugleich höchste Renditen verspricht.
Beispielaktien
  • 3M
  • Walgreens
  • Fielmann
  • Black Rock
  • Samsung Electronics
  • Adidas
  • Amazon
  • Microsoft
  • Bechtle

Die drei Anlagestrategien aus der Tabelle findest du übrigens im Aktienfinder wider in Form vorgegebener Filter oder Auszeichnungen, die besagen, welche Aktien sich für eine oder mehrere Anlagestrategien besonders gut eignen.

So findest du die passenden Aktien

Basierend auf deiner Anlagestrategie suchst du nun nach den passenden Aktien für dein Depot. Auch dies sollte zunächst völlig unabhängig vom Börsencrash geschehen. Denn Qualität kommt vor dem Preis.

Um die nächsten Schritte möglichst plastisch darzustellen, zeige ich dir, wie deine Aktiensuche im Aktienfinder geschehen kann. Selbstverständlich bleibt dir überlassen, mit welchem Tool du auf Aktiensuche gehst.

Rankings, Merkzettel und Kauflimits im Aktienfinder

Rankings, Merkzettel und Kauflimits im Aktienfinder

Im Aktienfinder ist ein möglicher erster Schritt das Erstellen eines Rankings, das deiner Anlagestrategie entspricht. Du erkennst nun sofort, welche Aktien für dein Depot in Frage kommst (Spalte „Ranking“). Als nächstes analysierst du die Aktien von Interesse anhand von Kennzahlen und Charts näher. Ist eine Aktie interessant, fügst du sie deinem Merkzettel (Spalte „Merkzettel“) hinzu. So musst du dir die Aktie nicht merken.

Außer der Qualität einer Aktie zeigt dir der Aktienfinder auch die aktuelle Bewertung der Aktie an. So stellst du fest, ob die Aktie günstig oder teuer ist. Diese Information hilft dir bei der Entscheidung, wann du kaufen sollst. Da niemand weiß, wann eine Aktie ihren Tiefstkurs erreicht, ist es während eines Börsencrashs eine gute Idee, gestaffelt einzusteigen. Beispielsweise kannst du einen ersten Kaufpreis festlegen und diesen im Aktienfinder als Kauflimit festhalten (Spalte „Kauf Limit €“). Sobald den Kauflimit erreicht oder unterschritten ist, bekommst du noch am selben Tag eine Mail. Hast du die erste Tranche der Aktie gekauft, passt du dein Kauflimit für eine mögliche zweite Tranche nach unten an und wartest ab. Dieses Vorgehen ist selbstverständlich nur ein Beispiel, um dir zu zeigen, wie du versuchen kannst, strukturiert vorzugehen, anstatt dich von Emotionen leiten zu lassen, was insbesondere in heißen Börsenphasen leicht passieren kann.

Eine zweite Variante des Aktienkaufs ist die Automatisierung über einen Aktien-Sparplan. Hier entfällt das manuelle Setzen eines Preislimits. Wie das in der Praxis funktioniert, siehst du im Starterdepot – einem Projekt, dass in Zusammenarbeit mit der Aktienfinder-Community und der Consorsbank entstanden ist.

Prognose: So wird es an der Börse weitergehen

Im Zuge der jüngsten Erholung scheint die Börse auf ein rasches Abklingen der Corona-Pandemie zu setzen, die ein baldiges Hochfahren der Wirtschaft ermöglicht, so dass es zu keiner tiefgreifenden Rezession kommt. Das wünschen wir uns alle. Doch sind die Prognosen des Marktes über den Verlauf der nächsten Wochen und Monate reine Spekulation. Falls du dich mit der nahen Zukunft beschäftigen möchtest, solltest du besser in Szenarien denken. Im bereits erwähnten Strategiepapier des Bundesministeriums für Inneres wurde dies bereits getan. Die dort skizzierten Szenarien gehen auch auf die wirtschaftlichen Folgen ein, aus denen indirekt der jeweils mögliche Verlauf am Aktienmarkt hervorgeht.

Doch so ungewiss die nahe Zukunft ist, so optimistisch bin ich für die „Zeit danach“. Bisher haben wir noch jede Krise gemeistert. In dem Chartverlauf unten siehst du die vier erwähnten Börsencrashs vom Schwarzen Montag über das Platzen der Dotcom-Blase hin zur Finanzkrise bis heute. Aus der Sicht eines langfristigen Anlegers sieht der Kursverlauf überraschend freundlich aus.

Vier Börsencrashs auf einen Streich – und dennoch sind die Kurse gestiegen (Quelle Tradingview.com)

Fazit: Ein Plan und etwas Optimismus gehören dazu

In diesem Artikel hast du erfahren, warum das Corona-Virus zum Börsencrash führte und inwiefern sich dieser Börsencrash von den vorherigen Crashs unterscheidet. Dank einer detaillierten Auswertung der 1.000 im Aktienfinder enthaltenen Aktien weißt du zudem, welche Branchen von dem Crash am härtesten betroffen sind und welche Branchen sich gut halten oder sogar von der Krise profitieren. Deiner persönlichen Anlagestrategie entsprechend, kannst du diese Hintergrundinformationen nutzen, um ein Depot zusammenzustellen, damit du von langfristig steigenden Kursen und Dividenden profitierst.

Auf gute Investments!

P.S.: Falls dir der Artikel gefallen hat oder du eine Anmerkung hast, schreibe gerne einen kurzen Kommentar. Ich freue mich über jedes Feedback


Aktienfinder Vorteile

Aktienfinder Vorteile

„Wir haben das Tool getestet. Der erste Aktienfinder mit dem Wow-Effekt. Von der Informationsvielfalt bis hin zur Benutzerfreundlichkeit.“ – Investing.com

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