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Gerold Wolfarth im Interview: Erfolgreiche Unternehmensführung ist kein Zufall

Gastautor: Rainer Brosy
17.04.2020, 08:40  |  639   |   |   

Firmen erfolgreich führen: Gerold Wolfarth über die Geheimnisse des Unternehmertums

Das kann Gerold Wolfarth, seines Zeichens CEO der bk Group, auf beeindruckende Weise entkräften. Der heutige Unternehmer, Autor und Keynote-Speaker war einst ein einfacher Bauernsohn, ehe sein Unternehmen von einer simplen One-Man-Show zur europaweit tätigen Firma mit mehr als 200 Mitarbeitern wurde. Im Interview mit Rainer Brosy spricht Wolfarth über seine neuartige Unternehmensphilosophie und den Umgang mit der eingeläuteten Wirtschaftskrise.

 

Bild: Interviewpartner Herr Wolfarth, Bildquelle: Gerold Wolfarth / www.gerold-wolfarth.eu

 

Rainer Brosy: Herr Wolfarth, als CEO des Hidden Champions gehören Sie zur Riege der Unternehmer, die in Deutschland viele Arbeitsplätze schaffen und erhalten. Sie haben kürzlich gesagt, dass die Menschen in der Krise „ihr wahres Gesicht zeigen“. Wie genau meinen Sie das?

 

Gerold Wolfarth: Mein Unternehmen plant, baut und betreut als Marktführer europaweit Einzelhandelsfilialen global agierender Fashion- und Luxusmarken. Die Weigerung und Einstellung von zahlreichen Global Playern Mieten in der Zeit der Krise zu zahlen, schlägt auch voll auf mein Unternehmen durch. Obwohl wir eindeutige Verträge haben, werden Zahlungen einfach eingestellt mit der Aussage: „Verklagen sie uns doch.“ Diese Geschäftspraktiken in einer Krise, welche alle Beteiligten gleichermaßen betrifft, finde ich sehr kurzfristig gedacht. Es gibt auch die Zeit nach der Krise und da benötigen diese Unternehmen wieder leistungsstarke Partner.

 

Rainer Brosy: Sind wir noch in der Wirtschaftskrise oder schon in einer Sinnkrise?

 

Gerold Wolfarth: Aktuell befinden wir uns am Übergang. Die Welt nach der Krise wird eine andere sein. Vieles wird sich grundlegend verändern und somit ist es wichtig, dass ein jeder hinterfragt, ob er sich nachhaltig auf dem richtigen Weg befindet. Wir können nicht einfach so weiter machen und nur nach Gewinnen bzw. Quartalszahlen unser Handeln ausrichten.

 

Rainer Brosy: Was sind die aus Ihrer Sicht die wichtigsten Maßnahmen, die nun in der Politik forciert werden müssen, damit nicht nur Konzerne, sondern auch der Mittelstand und kleine Unternehmen genügend Unterstützung bekommen?

 

Gerold Wolfarth: Ich finde das Reagieren der Bundesregierung auf die Krise sehr gut. Wir haben binnen weniger Tage erlebt, wie die Koalition einheitlich agiert, Gesetze in Rekordgeschwindigkeit erarbeitet und verabschiedet wurden. Über meine Tätigkeit als Senator der Wirtschaft Europa stehe ich dem Wirtschaftsministerium sehr nahe und konnte somit die Entwicklungen und Hintergründe sehr gut verfolgen. Vor der Krise gesunde Unternehmen erhielten auch Kreditzusagen der Banken. Häufig mussten dafür private Absicherungen mit hinzugezogen werden, aber dies ist das Leid von inhabergeführten mittelständischen Unternehmen schon immer gewesen.

 

Rainer Brosy: Kann die Corona-Krise auch eine Chance für die hiesige Wirtschaft und so etwas wie einen Wegweiser für künftige Unternehmensstrukturen darstellen?

 

Gerold Wolfarth: Ja, das glaube ich auf jeden Fall. Viele Leute wissen nicht, dass Deutschland das Land der Hidden Champions ist. Immerhin kommen nahezu 50 % der geheimen Weltmarktführer aus deutschen Gefilden. Zwar sind gerade unsere Produkte aus Bereichen wie Maschinenbau, Medizintechnik und Elektronik ein internationaler Maßstab, jedoch haben viele Weltmarktführer die Digitalisierung und virtuelle Wertschöpfung verschlafen. Durch die Corona-Krise werden unternehmerische Umstrukturierungen zum Beispiel hin zu Home-Offices, ausgeprägteren Netzwerken und Videokonferenzen forciert, was einen Wendepunkt und Hoffnungsschimmer für die Zukunft darstellen kann.

 

Rainer Brosy: Was würden Sie insbesondere denjenigen Unternehmen raten, die derzeit massiv von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen sind? Gibt es so etwas wie wirksame Sofortmaßnahmen?

 

Gerold Wolfarth: Ich denke, es kommt jetzt vor allem auf Kreativität an. Natürlich müssen die Lösungen und Adaptionen je nach Branche unterschiedlich von statten gehen. Beispielsweise könnten auftragslose Messebauer anbieten, in den entsprechenden Hallen temporäre Krankenhäuser zu errichten. Etlichen Firmen wäre es darüber hinaus möglich, ihre Produktion anzupassen und nun Atemschutzmasken sowie Desinfektionsmittel herzustellen. Ein anderes Beispiel sind Nachhilfeschulen mit Online-Kursen oder Sicherheitsfirmen, die Krankenhäusern beim Management der Zugangskontrollen behilflich sein könnten.

 

Rainer Brosy: Ihr Buch hat den Titel „Gewinn ist nur ein Nebenprodukt“. Gehen Sie auf Ihre neue Unternehmensphilosophie des Gemeinwohls ein.

 

Gerold Wolfarth: Ich verfolge seit 20 Jahren in meiner Firma einen bestimmten Weg der Unternehmensphilosophie, welche den Mitarbeiter als Menschen in den Mittelpunkt stellt. Wir haben Werte geschaffen und leben diese Werte tagtäglich vor. Somit sind Offenheit, Ehrlichkeit und Direktheit für uns fundamentale Säulen des menschlichen Miteinanders. Gerade in Zeiten wie diesen erkennt man den Unterschied, ob wirklich alle an einem Strang ziehen, oder auch hier nur nach sich schauen. Wir bieten unseren Mitarbeitern aus 33 Ländern Europas eine zweite Familie. Wie wir das erreicht haben und dauerhaft leben können, ist im Detail in meinem Buch beschrieben.

 

Rainer Brosy: Wie kann man Ihnen folgen bzw. von Ihnen gecoacht werden?

 

Gerold Wolfarth: Ich bin sehr aktiv auf sämtlichen sozialen Medien wie LinkedIn, XING, Facebook, Instagram und YouTube, da unserem Land ein Vollblutunternehmer, der einen neuen Weg geht, fehlt. Ganz neu habe ich eine völlig neuartige MasterMind für maximal 10 ausgewählten Unternehmer / Manager / Führungskräfte geschaffen. Das Ziel dieser MasterMind ist es, dass alle Mitglieder zu Gewinnern der Krise werden und jetzt die Weichen dafür stellen. Diese kleine Gruppe betreue ich persönlich sehr intensiv.

 

Rainer Brosy: Herr Wolfarth, vielen Dank für das aufschlussreiche Interview und weiterhin viel Erfolg!

 

Gerold Wolfarth: Herzlichen Dank, Herr Brosy. Das wünsche ich Ihnen ebenfalls!

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Disclaimer

Gerold Wolfarth im Interview: Erfolgreiche Unternehmensführung ist kein Zufall Ein immer wieder anzutreffender Mythos besagt, dass man schon als erfolgreicher Unternehmer geboren wird.