Paraguay in der Corona-Krise

Gastautor: Martin Brosy
20.04.2020, 15:44  |  2062   |   |   

Interview mit Agri Terra Geschäftsführer Carsten Pfau

Frage: Die Corona-Krise hat auch Paraguay nicht verschont – wie wirkt sich das Thema auf das Land aus?

CP: Das stimmt, auch Paraguay ist von dem Virus nicht ausgespart worden, aus Argentinien und Italien wurde die Infektion eingeschleppt. Nach den ersten bekannt gewordenen Fällen hat die Regierung hier sehr drastisch reagiert und schnell eine Ausgangssperre verhängt. Restaurants, Fabriken und Einkaufszentren wurden geschlossen, die Fußballiga ausgesetzt. Ankommende Reisende wurden in Quarantäne genommen, bis schließlich die Grenzen komplett geschlossen wurden. Mit Ausnahme von Supermärkten, Apotheken und Banken ist so ziemlich alles paralysiert.

Frage: Aber die Maßnahmen zeigen Erfolg?

CP: Noch ist Paraguay erfreulicherweise abgeschlagen auf dem letzten Platz bei den bestätigten Corona-Fällen in Südamerika. Der zunächst befürchtete Ansturm auf überlastete Krankenhäuser ist bislang ausgeblieben, der Zusammenbruch des Gesundheitssystems hat nicht stattgefunden. Insofern ist die Regierung -Stand heute- erfolgreich. Wirtschaftlich sieht es da natürlich ganz anders aus.

Frage: Alle Länder müssen wohl mit einem Rückgang der Wirtschaft rechnen, so sicherlich auch Paraguay?

CP: Ja, aus dem eigentlich für dieses Jahr prognostizierten Wachstum von ca. 4% ist inzwischen ein erwarteter Einbruch um ca. 1-3% geworden, die Experten übertreffen sich da mit ihren Berechnungen. Ein Rückgang ist aber wohl unausweichlich, um wieviel Prozent am Ende auch immer. Wenigstens bleibt Paraguay aber auch hier auf den unteren Rängen, verglichen mit anderen Ländern Südamerikas, die einen sehr viel drastischeren Einbruch ihrer jeweiligen Wirtschaft erwarten. Die Landwirtschaft spielt dabei eine ganz wichtige Rolle. Paraguay ist ja bekanntlich ein Agrarland, und essen und trinken müssen die Leute immer, auch in der Krise.

Frage: Dann dürfte es Ihrem Unternehmen ja verhältnismäßig gut gehen?

CP: Tatsächlich können wir uns nicht beklagen. Obst und Gemüse wird momentan gekauft wie selten zuvor, und vor Investoren können wir uns in dieser Zeit auch nicht retten, gerade weil viele Leute die Zuverlässigkeit von Agrar-Investments in Krisenzeiten erkennen. Vor Inflation müssen wir auch keine Angst haben. So gesehen geht es uns also gut, den Umständen entsprechend. Auch zahlt es sich nun für uns aus, dass wir uns komplett und ausschließlich aus Eigenkapital finanzieren und überdies stets ein solides Finanzpolster vorhalten.

Seite 1 von 4
Reis jetzt ab 0€ handeln - auf Smartbroker.de



Diesen Artikel teilen
Wertpapier

Mehr zum Thema
Klicken Sie auf eines der Themen und seien Sie stets dazu informiert. Mehr Informationen hier.
ParaguayStaatsquoteKrisenLandLeu


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel