FOREX-Report Zwei Anomalien zeitgleich im Oktober in Wuhan

Gastautor: Folker Hellmeyer
21.04.2020, 09:03  |  1618   |   |   

Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,0834 (06:31 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,0827 im fernöstlichen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 107,53. In der Folge notiert EUR-JPY bei 116,50. EUR-CHF oszilliert bei 1,0515.

Anomalien sind wie Kraftfutter für Analysten. Gleichzeitig auftretende Anomalien werfen verstärkte Fragen auf. Das leitet sich aus der Gesetzmäßigkeit der Stochastik (Zufallslehre) ab. Zufälle, also unerwartete Ereignisse (= Anomalien) treten eben zufällig und damit links und rechts der Normallinie ohne erkennbares Muster auf. Ergeben sich aber Muster, so sind die zu hinterfragen, da es möglicherweise dann keine Zufälle, sondern Politikansätze im Mantel des Zufalls sind!

Das gilt in diesem Fall umso mehr, als dass es zuvor bereits zu Anomalien gekommen ist. Es geht um das US-Verhalten gegenüber China losgelöst von internationalen Verträgen und Konventionen, das in einen partiellen Wirtschaftskrieg über Zölle und Unternehmensdiskriminierungen mündete.

Man kann dann untersuchen, ob diese Auffälligkeiten bestimmten Interessen entsprechen. Da bewegen wir uns dann im Top-Down-Ansatz, der hier am 17. März im Forex Report vorgestellt wurde.

Im Oktober letzten Jahres gab es zwei Anomalien gleichzeitig in Wuhan. Das ist bemerkenswert. Bekannt ist, dass es zum Ausbruch von COVID-19, eines neuen Virusstamms in Wuhan kam. Das ist fraglos eine Anomalie, da so etwas eben nicht täglich vorkommt. Die zweite Anomalie ergab sich aus den 7. Militärweltspielen, die zeitgleich in Wuhan stattfanden und die vom Internationalen Olympischen Komitee unterstützt werden und deswegen auch umgangssprachlich als Militärolympiade tituliert werden. Sie begann am 18.Oktober 2019.

Die Anomalie dabei war, dass das Team der USA den 35. Platz hinter Finnland, aber noch vor Österreich im Medaillenspiegel für sich in Anspruch nehmen konnte. Länder wie Bulgarien, Tunesien und Namibia rangierten vor der beherrschenden Militärmacht USA. Deutschland wurde übrigens Sechster. Wir mögen in Deutschland keine funktionierende Hardware haben, aber sind als Konsequenz daraus doch recht sportlich. Gut, wer keine Hardware hat, muss mehr laufen …

Nicht nur diese schlechte Platzierung in Wuhan wirft Fragen auf. Es war auch die mit Abstand schlechteste Performance eines US-Teams bei allen Militärolympiaden. Hat man wirklich die besten Militärsportler geschickt? „Food for thought!“

Ich hätte dieses Thema nicht aufgenommen, hätte es aus den USA nicht die Narrative und Drohungen gegen China gegeben, die faktisch nicht haltbar sind. Dazu biete ich Ihnen nachfolgenden Link aus der China Daily Link. China Daily ist ein Staatsorgan. Die dargestellten Fakten zum Ablauf sind korrekt und in anderen Quellen nachweisbar.

Mir war es wichtig, dass weitere alternative Sichtweisen in Betracht gezogen werden könnten. Sehen Sie diese Einlassung als provokante Aufforderung zur Mäßigung und zur Ermutigung der internationalen Kooperation.

Aktuelle Lage zur Ausbreitung gemäß Johns Hopkins:

Coronavirus global: Die Zahl der nachgewiesenen Infizierten legte seit gestern um 73.177 auf 2.477.426 zu. Die Zahl der Genesungen stieg um 22.907 auf 647.632, während die Zahl der Todesfälle um 5.090 auf 170.324 zunahm. Damit liegt die Zahl der akuten nachgewiesenen Fälle bei 1.659.470 (Vortag 1.614.725).

Laut aktuellen Informationen sind derzeit global 79 Impfstoffe gegen COVID-19 und 159 Arzneien in Arbeit. Das klingt vielversprechend.

In China setzt sich die Entspannung weiter fort. Die Gesamtzahl der akut Infizierten stellt sich aktuell auf 1.438. In Italien zeigt sich ein deutlicher Rückgang der Neuinfektionen von 3.047 auf zuletzt 2.256. Auch in Deutschland darf man aufatmen. Die Zahl der akuten Fälle liegt derzeit bei 50.703. Aus Italien und Spanien erreichen uns zarte Entspannungssignale.

Mehr noch bietet der Blick auf die Entwicklung der täglichen Neuinfizierungen leichte Lichtblicke.

Quelle: Johns Hopkins

Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden:

Eurozone: Aktive Salden in Handels- und Leistungsbilanz

Die Handelsbilanz lieferte per Februar einen Überschuss in der saisonal bereinigten Fassung in Höhe von 25,80 nach zuvor 18,20 Mrd. Euro (revidiert von 17,3 Mrd. Euro).

Die Leistungsbilanz reüssierte per Februar mit einem Aktivsaldo in Höhe von 40,16 Mrd. Euro nach zuvor 31,79 Mrd. Euro (revidiert von 35,0 Mrd. Euro).

Die deutschen Erzeugerpreise sanken per März im Monatsvergleich um 0,8% (Prognose -0,7%) nach zuvor -0,4%). Im Jahresvergleich stellte sich ein Rückgang um -0,8% (Prognose -0,8%) nach zuvor -0,1% ein.

USA: Erwartungsgemäßer starker Einbruch

Der Chicago Fed National Activity Index (Sammelindex aus 85 US-Einzelindikatoren) sackte per Berichtsmonat März stark von zuvor 0,06 (revidiert von 0,16) auf -4,19 Punkte. Damit ergab sich der niedrigste Wert seit Januar 2009. Daneben gab es nur 1974 ein tieferen Indexstand.

Der abrupte „Shutdown“ hat eben in einem System, das kaum Merkmale von antizyklischen Elementen gemäß den Maßstäben einer sozialen Marktwirtschaft aufweist, massivste Konsequenzen (Aspekt Kollateralschäden).

Japan: „Chain Store Sales“ wachsen

„Chain Store Sales“ verzeichneten per Berichtsmonat März im Jahresvergleich einen Anstieg um 0,8% nach zuvor 4,1%.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den EUR gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten des Unterstützungsniveaus bei 1.0750 – 1.0780 neutralisiert den positiven Bias des Euros.

Bleiben Sie gesund, viel Erfolg!

 


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