Depot absichern!

Gastautor: Sven Weisenhaus
25.04.2020, 09:38  |  25279   |   |   

Vorgestern Abend gegen 18:45 Uhr (MESZ) verbreitete sich die Meldung, dass es bei dem potentiellen Medikament Remdesivir zu enttäuschenden Testergebnissen bei der Behandlung von Covid-19-Patienten gekommen sei. Die Aktienmärkte brachen kurzzeitig deutlich ein. Der Dow Jones verlor zum Beispiel binnen 2 Minuten rund 330 Punkte (siehe rote Ellipse im folgenden Chart).

Dow Jones - kurzfristige Chartanalyse

Zur Einordnung: Vor genau einer Woche hatte es zu diesem Mittel der US-amerikanischen Pharmafirma Gilead geheißen, ermutigende Testergebnisse hätten den Aktienmarkt befeuert. Doch ich hatte in der Börse-Intern (siehe „Was hat die Aktienkurse getrieben?“) darauf hingewiesen, dass das ursprünglich gegen Ebola entwickelte Mittel bzw. dessen vermeintliche Wirkung bei Covid-19-Patienten kaum ausreicht, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Epidemie erheblich abzumildern.

Und genau so, wie die positive Meldung aus meiner Sicht „bei genauerer Untersuchung kaum geeignet für eine allgemeine Marktstärke“ war, eignete sich die gegenteilige Meldung nun nicht, den Aktienmarkt nachhaltig zu belasten. Und das zeigt auch die letztliche Seitwärtstendenz nach dem anfänglichen Kursrutsch, der im Vergleich zu den vorangegangenen Kursbewegungen des Dow Jones der vergangenen Tage vernachlässigbar ist. Denn in der übergeordneten Seitwärtskonsolidierung der vergangenen Tage geht die Meldung völlig unter.

Dow Jones - kurzfristige Chartanalyse

Das Medikament war und ist eben mit Blick auf die Gesamtwirtschaft eher unbedeutend – und damit auch für den Aktienmarkt als Ganzes. Da die Anleger nach positiven Nachrichten lechzen, die nur irgendwie zum aktuellen Krisenthema passen, kommt es lediglich zu kurzzeitigen Marktreaktionen.

ifo-Geschäftsklima stürzt auf historisches Tief

Für nachhaltige Kursverluste geeignet war wohl auch nicht die Meldung, dass der ifo-Geschäftsklimaindex auf ein historisches Tief abgestürzt ist. Warum nicht? Weil er damit auf den ersten Blick lediglich die vorgestrigen Einkaufsmanagerdaten bestätigte. Doch es lohnt ein zweiter, etwas genauerer Blick, der sich auf die Details richtet. Denn diese sind aus meiner Sicht durchaus geeignet für fallende Aktienkurse.

Zunächst einmal ist der ifo-Geschäftsklimaindex im April auf 74,3 Punkte abgestürzt, nach 85,9 Punkten im März. Er erreichte damit den niedrigsten jemals gemessenen Wert. Die folgende Grafik zeigt den dramatischen Einbruch, der im März bereits mit dem stärksten Rückgang seit 1991 begonnen hatte (siehe auch Börse-Intern vom 19. März) und sich nun „lediglich“ auf ein historisches Tief fortgesetzt hat.

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