Exxon, Shell & Gazprom: Wie geht es bei den Öl-Riesen nach dem Crash weiter?

Gastautor: Armin Brack M.A.
27.04.2020, 11:39  |  17161   |   |   

Lieber Geldanleger,

 

die jüngsten Schlagzeilen dürften vielen von Ihnen nicht entgangen sein – anhaltende Turbulenzen an den Öl-Märkten haben Anfang der Woche den Preis für ein Barrel Rohöl der amerikanischen Referenzsorte West Texas Intermediate („WTI“) kurzfristig deutlich ins Minus getrieben.

 

Allerdings waren diese Kapriolen vor allem dem unmittelbar bevorstehenden Auslaufen des Mai-Terminkontraktes geschuldet – wer nicht in die Situation kommen wollte, Öl tatsächlich abzunehmen, sah sich kurzfristig gezwungen dem Käufer seiner Kontrakte noch einen satten Zusatzobolus zu zahlen.

Die zugrundeliegenden Probleme sind bekannt:
Die kürzlich seitens der OPEC+ beschlossenen Produktionskürzungen kommen frühestens ab Mai zur Geltung, gleichzeitig ist die Nachfrage nach Rohöl aufgrund der Corona-Krise massiv gesunken. Entsprechend füllen sich die Lagerkapazitäten überall auf der Welt, immer häufiger wird zudem bereits auf Tanker als schwimmende Lagerstätten zurückgegriffen.

Dieser anhaltende Trend hat in den letzten Wochen die Charterraten in schwindelnde Höhen getrieben. Aktuell würde sich ein neuer Supertanker (VLCC – Very Large Crude Carrier) in nicht einmal zwei Jahren vollständig amortisieren.

Was für Tanker-Eigner aktuell Grund zur Freude darstellt, ist für Öl-Produzenten ein Desaster. Wer seinen Output nicht rechtzeitig komplett oder zumindest teilweise über Terminkontrakte abgesichert hat („Hedges“), muss sein Öl am Spotmarkt zu Spot(t)preisen unterbringen – oder, wie oben bereits diskutiert, im Extremfall potentielle Abnehmer sogar teuer bezahlen.

In der heutigen Ausgabe widmen wir uns 3 Giganten der Energie-Industrie, die aufgrund des jüngsten Kursverfalls derzeit mit besonders hohen Dividendenrenditen zum Einstieg locken:


1.)  ExxonMobil 

Hervorgegangen aus John D. Rockefellers legendärer Standard Oil, ist das Unternehmen heute einer der größten Öl-Produzenten der Welt und gehört zusammen mit den Konkurrenten Royal Dutch Shell, BP, Chevron, Total, Conoco Phillips und Equinor zu den sogenannten „Supermajors“.

Nach wir vor ist der sogenannte Upstream-Bereich, sprich Förderung und Absatz von Rohöl und Gas der maßgebliche Ergebnisträger mit einem mehr als 80%igen Beitrag zum Nettogewinn 2019.

Im letzten Jahr erwirtschaftete ExxonMobil einen operativen Cash Flow von annähernd 30 Milliarden Dollar, investierte davon allerdings netto rund 23 Milliarden Dollar in sein Geschäft und schüttete zudem noch knapp 15 Milliarden Dollar an Dividenden aus.

Seite 1 von 3
Exxon Mobil Aktie jetzt über den Testsieger (Finanztest 11/2020) handeln, ab 0 € auf Smartbroker.de



Diesen Artikel teilen



Broker-Tipp*

Über Smartbroker, ein Partnerunternehmen der wallstreet:online AG, können Anleger ab null Euro pro Order Wertpapiere handeln: Aktien, Anleihen, 18.000 Fonds ohne Ausgabeaufschlag, ETFs, Zertifikate und Optionsscheine. Beim Smartbroker fallen keine Depotgebühren an. Der Anmeldeprozess für ein Smartbroker-Depot dauert nur fünf Minuten.

* Wir möchten unsere Leser ehrlich informieren und aufklären sowie zu mehr finanzieller Freiheit beitragen: Wenn Sie über unseren Smartbroker handeln oder auf einen Werbe-Link klicken, wird uns das vergütet.




0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Exxon, Shell & Gazprom: Wie geht es bei den Öl-Riesen nach dem Crash weiter? Die jüngsten Schlagzeilen dürften vielen von Ihnen nicht entgangen sein – anhaltende Turbulenzen an den Öl-Märkten haben Anfang der Woche den Preis für ein Barrel Rohöl der amerikanischen Referenzsorte West Texas Intermediate („WTI“) kurzfristig deutlich ins Minus getrieben.