Linksintellektueller Wortschaum Corona und „Menschenopfer für den Kapitalismus“

Gastautor: Rainer Zitelmann
27.04.2020, 21:22  |  1207   |   |   

Antikapitalistische Intellektuelle berauschen sich am Traum vom bevorstehenden Untergang des „Kapitalismus mit tödlichem Antlitz“, der in der Corona-Krise „Menschenopfer“ fordere. Dabei ist die These vom Tod bringenden Kapitalismus absurd.

„Menschenopfer für den Kapitalismus“, so überschreibt „Die Zeit“ einen Artikel.

Allein die Aneinanderreihung von Schreckensworten wie „Börsenkurse“, „Markt“, „Preissignale“. „Kapitalismus“, „Reiche“ und „Geld“ sorgt beim Linksintellektuellen schon für Ekel oder ein gruseliges Schaudern. Zerlegen wir deshalb einmal den Wortschaum in seine einzelnen Blasen. In dem erwähnten „Zeit“-Artikel heißt es:

"Im Up and Down der Konjunkturen und Börsenkurse tritt der Gott der Ökonomie aus dem Dunkel seiner Unerkennbarkeit ins Licht der Welt, und niemals wird das menschliche Wissen ausreichen, um das Mysterium des Marktes zu verstehen.“ Immerhin gibt der Autor zu, dass der Markt für ihn ein „Mysterium“ ist, das er nicht versteht. Er setzt allerdings sein eigenes begrenztes Wissen mit dem „menschlichen Wissen“ gleich und gelangt so zu der Folgerung, „niemals“ werde das „menschliche Wissen“ ausreichen, den Markt zu verstehen. Und es geht weiter: „Das Einzige, was der Gegenwartsmensch noch tun kann, ist es, den Allmächtigen nach antikem Muster gnädig zu stimmen. So wäre dann das Opfer der Alten, Unproduktiven und Unnützen, das Opfer der systemisch Irrelevanten, die sich weder für Leistungsanreize noch für Preissignale empfänglich zeigen, jene fällige Gegengabe, die den wankelmütigen kapitalistischen Gott bei Laune und seinen numinosen Markt am Laufen hält. Für alle reicht es nicht.... Die kapitalistische Kultreligion feiert die blinde Akkumulation, sie feiert die Selbstbereicherung der bereits unendlich Reichen und die Verwandlung von Geld in noch mehr Geld. Im kapitalistischen Kult besteht der Sinn des Lebens in der Anpassung ans Tote."

„Unser schicker Kapitalismus mit tödlichem Antlitz“

Kapitalismus wird mit „Tod“ in Verbindung gebracht, und die Corona-Krise soll dies bestätigen. Ein anderer „Zeit“-Artikel, ebenfalls zum Thema Corona und Kapitalismus, ist überschrieben mit: „Unser schicker Kapitalismus mit tödlichem Antlitz“

Darin lesen wir: „Leider ist die Hoffnung auf Änderung gering, denn der tiefere Grund für die ständige Expansion des Kapitals in alle Länder und Lebensbereiche ist, nein, nicht die menschliche Gier, sondern ein strukturelles Verhängnis, das dem Kapitalismus gewissermaßen eingenäht ist.“

Die immer wiederkehrende Verbindung von „Kapitalismus“ und „Tod“ soll suggerieren, dass der Kapitalismus ein tödliches System ist. Im Rausch der Worte gehen dabei einige störende Fakten vergessen, beispielsweise jene, die man im Schwarzbuch des Kommunismus lesen kann: Sozialistische Experimente forderten in 100 Jahren mehr als 100 Millionen Tote.

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