ROUNDUP Wirecard kann Zweifel mit KPMG-Sonderbericht nicht ausräumen

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
28.04.2020, 12:41  |  3572   |   |   

(überflüssiges Wort im neunten Absatz entfernt)

ASCHHEIM (dpa-AFX) - Die mit Spannung erwartete Sonderprüfung der Wirecard-Bücher hat nicht alle Zweifel an den Geschäftspraktiken des Zahlungsdienstleisters ausräumen können. Auch wenn die eigens beauftragten Wirtschaftsprüfer von KMPG bisher keinen sprichwörtlichen "rauchenden Colt" bei den Aschheimern finden konnten - Bedenken bleiben. So konnte KPMG einige wichtige Daten nicht einsehen, in einem wichtigen Teilaspekt der Prüfung konnten sich die Prüfer gar nicht zu einem Urteil durchringen. Wirecard-Chef Markus Braun blieb am Dienstag in einer Telefonkonferenz jedoch beharrlich: KPMG habe "ganz klar keinen Beleg" für aufgebrachte Vorwürfe gefunden.

Mehrfach war der Bericht bereits verschoben worden. Schon früh hatte sich Wirecard aber festgelegt, dass es keine substanziellen Feststellungen gegeben habe, die Korrekturen an den Bilanzen von 2016 bis 2018 nötig gemacht hätten. Am Markt dominierte nach der Veröffentlichung aber weiter Unsicherheit: Die Aktie rutschte bis zum Mittag um 16 Prozent auf 111,02 Euro ab, trotz aller Beteuerungen von Braun. Zwischenzeitlich lag das Tief sogar bei 102,50 Euro.

In einem wesentlichen von der britischen Wirtschaftszeitung "Financial Times" kritisierten Feld blieben die Ergebnisse nämlich unbefriedigend. So kann die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zur Höhe und zur Existenz der Umsätze aus dem sogenannten Drittpartnergeschäft in den untersuchten Jahren 2016 bis 2018 weder eine Aussage treffen, dass diese existieren und korrekt sind, noch, dass sie nicht existieren und nicht korrekt sind. "Insofern liegt ein Untersuchungshemmnis vor", erklärte KPMG in dem von Wirecard veröffentlichten Bericht.

"Ursächlich sind neben den Mängeln in der internen Organisation insbesondere die fehlende Bereitschaft der Third Party Acquirer, umfassend und transparent an dieser Sonderuntersuchung mitzuwirken", hieß es in dem Bericht von den Prüfern. So hätten unter anderem Transaktionsdaten und Nachweise sowie Verträge zwischen den Drittpartnern und Händlern bislang nicht zur Verfügung gestanden. Braun erklärte das auch damit, dass Drittfirmen nicht dazu neigten, unverschlüsselte Daten auf einfache Anfrage an Fremde herauszugeben. Auch Wirecard mache das schließlich nicht.

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