Wirecard – das Spiel ist aus! Wirklich?

Gastautor: Daniel Saurenz
28.04.2020, 15:35  |  6932   |   |   

danielWütend waren manche mails heute früh, wohlgemerkt nicht von unseren Abonnenten, sondern von einigen Lesern in unserem “freien” Bereich. Wie wir Wirecard bei 100 sehen könnten und wie wir empfehlen könnten, bei 115/120 wieder short zu gehen. Ob wir doof wären oder was gegen Wirecard hätten. Nun – zum wiederholten Male: Wir haben nichts gegen Wirecard. Aber es ist unser verdammter Job, unseren Lesern neutral das beste zu empfehlen, was man bei WDI machen kann. Und das war heute früh eben, nachdem wir 30 Minuten den Bericht studiert hatten, mit Händlern telefoniert – die klare Ansage: Raus aus WDI. Ob man Wirecard nun mag oder nicht, man muss antizipieren, wie Investoren agieren. Und unser Gefühl sagte uns – das wird unschön.

So einfach ist es und glaubt ernsthaft jemand, wir fänden das gut, was bei Wirecard passiert. Das ist ein Desaster für die Aktienkultur, dass ein Unternehmen so schlecht kommuniziert. Wir sagen nicht einmal, dass da irgendwas faul ist. Das tun viele, wir nicht. In dubio pro Wirecard. Aber – wir sind an der Börse. Nicht vor Gericht. Und an der Börse zählt Vertrauen in ein Unternehmen verdammt viel.

Und da sagt die Reaktion heute – viele haben das Vertrauen verloren. Ob das Spiel aus ist für Wirecard und mehr bleibt, als nur Trading? Das hängt von einem ab – Wirecard selbst. Braun und alle Verantwortlichen müssen sich hinterfragen. Im Sinne der privaten Anleger, der Stakeholder, der Aktienkultur, der eigenen Finanzierung mit Eigenkapital. Denn lustig kann Wirecard es nicht finden, wenn man alle paar Monate um 40-50 Euro nach unten gereicht wird. Das ist einem DAX-Konzern nicht würdig.

Fünfzig Prozent der Wirtschaft ist Psychologie, so sagt man. Bei Aktien ist es ähnlich und das Überzeugen von potenziellen Investoren ist ein Kunstwerk. Man vergleiche dazu Markus Braun und Elon Musk und denke darüber nach, dass sowohl Tesla als auch Wirecard in tollen Marktumfeldern und Geschäftsbereichen tätig sind. Der eine holt vielleicht zuviel raus, der andere aber leider momentan zu wenig.

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