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Kettner-Chefanalyst Benjamin Deutsch: „2008 musste man nur Banken und Versicherungen retten. Nun muss die Politik jeden retten.“

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Gastautor: Martin Brosy
05.05.2020, 00:20  |  3293   |   

Ganze Länder in Vollquarantäne, eine Rückkehr der USA ins Nullzins-Zeitalter, Helikoptergeld von Donald Trump höchstpersönlich - die Corona-Pandemie ist der schwarze Schwan schlechthin und erstaunt selbst hartgesottene Experten: „Ich hätte nicht gedacht, dass es so schlimm kommt und derart eskaliert“, unterstreicht Benjamin Deutsch, Chefanalyst und Chefvolkswirt von Kettner Edelmetalle. Er erwartet einen deflationären Crash und gewaltige Auswirkungen auf die Märkte auch auf lange Sicht. Deutsch appelliert an das Durchhaltevermögen von Edelmetallanlegern: „Emotionales Handeln ist im Chaos nicht angebracht.“ Er erwartet für die kommenden Monate eine außergewöhnlich große Volatilität, einen zweiten Crash an der Börse und neue Rekordstände bei Gold.

In seinem Marktbericht macht Benjamin Deutsch, Chefanalyst und Chefökonom von Kettner Edelmetalle, deutlich: „Die Rezession ist da!“ Deutsch weist darauf hin, dass physische Edelmetalle längst knapp sind. Für einzelne Produkte muss ein Aufpreis von 50-100 % auf den reinen Goldwert bezahlt werden. Zudem wurden bereits erste Bargeldbeschränkungen umgesetzt, beispielsweise in Form der Limitierung von Abhebungen vom Bankkonto sowie der Schließung von Bankfilialen. Vielerorts besteht die Angst vor einem „Bank Run“. Die Lage am Edelmetallmarkt wurde zudem verschärft durch die Schließung der drei größten Schweizer Goldraffinerien im Tessin, wo etwa drei Viertel des weltweit geförderten Goldes verarbeitet werden. Unterm Strich besteht also ein regelrechter Angebots- und Nachfrageschock bei den Edelmetallen: „Das hat natürlich extreme Auswirkungen auf das Goldangebot“, unterstreicht Benjamin Deutsch, Chefanalyst bei Kettner Edelmetalle.

Während sich diejenigen freuen können, welche frühzeitig in Gold und Silber investiert haben, herrscht in der Wirtschaft das blanke Entsetzen. Überall auf der Welt wurden die lokalen Märkte von einer regelrechten über Schallgeschwindigkeit auf null abgebremst. Der Schock durch den Coronavirus war keinesfalls absehbar und die langfristigen Folgen sowie ein mögliches Ende sind nicht prognostizierbar. Benjamin Deutsch ist sich allerdings sicher: „Der Konjunkturzyklus ist beendet - und die Weltwirtschaft rutscht direkt in die Rezession oder gar eine Depression.“ Deutsch weist darauf hin, dass so gut wie alle Segmente des wirtschaftlichen Lebens von der Coronakrise betroffen seien - die deutsche Wirtschaft, so der Chefanalyst und Chefökonom von Kettner Edelmetalle, wurde ins Mark getroffen.

Die Reaktion der Politik bezeichnet Benjamin Deutsch als „beispiellos“ - er bezweifelt allerdings, ob die Geldflut am Ende die langfristigen Schäden der Corona-Krise lindern kann. Er erinnert daran, dass die deutsche Politik etwa 750 Milliarden Euro zur Krisenbewältigung bereitstellt. Das meiste Geld, nämlich rund 600 Milliarden Euro, werde an Großunternehmen ausgezahlt - sogar Staatsbeteiligungen sind möglich: „Das ist wirklich das Allerschlimmste für die freie Marktwirtschaft, denn der Staat ist kein guter Unternehmer“, warnt Benjamin Deutsch. Nur 50 Milliarden Euro seien für Kleinunternehmen und Selbstständige vorgesehen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau, so zumindest das Versprechen, werde unbegrenzte und unbürokratische Kredite zur Verfügung stellen - hier sieht Benjamin Deutsch eine ganz neue Kreditblase aufziehen. Die europäische Zentralbank hat unterdessen erst das „Whatever it takes“-Mantra des früheren EZB-Präsidenten Mario Draghi erneuert: Die derzeitige EZB-Chefin Christine Lagarde hat deutlich gemacht, dass es keine Grenzen bei der Corona-Rettung gäbe. Die EZB will Anleihen im Wert von mindestens 750 Milliarden Euro kaufen.

Weitaus dramatischer bewertet Benjamin Deutsch, Chefanalyst und Chefökonom der Firma Kettner Edelmetalle, allerdings die Entwicklungen jenseits des Atlantik: Die US-Notenbank FED hat in kürzester Zeit zwei Notfall-Treffen abgehalten und die Zinsen auf 0 % gesenkt. Außerdem wurde ein Programm zur geldpolitischen Lockerung („QE“) in Höhe von 700 Milliarden US-Dollar eingeführt. Diese Grenze wurde nach nur wenigen Tagen aufgehoben und es wurde verfügt, dass Staatsanleihen in unbegrenztem Umfang gekauft werden können.

Besonders besorgniserregend ist aus Sicht des Experten, dass auch Unternehmensanleihen sollen in die Bilanz der US-Notenbank überführt werden. Dieses Vorgehen bezeichnet Benjamin Deutsch als historisch absolut beispiellos - nicht zuletzt, weil die US-Notenbank parallel den Großbanken dringend benötigte Übernachtkredite im Umfang von über einer Billion US-Dollar zur Verfügung stellt, um die Liquidität im Finanzsystem zu sichern. „Die FED möchte mit allen Mitteln versuchen, den US-Dollar zu schwächen, koste es was es wolle. Das wird in einer gigantischen Inflation enden“, prognostiziert Benjamin Deutsch. Er weist darauf hin, dass die Bilanzsumme der US-Notenbank inzwischen auf ein Rekordniveau von rund 4,6 Billionen US-Dollar angewachsen ist. Zum Vergleich: Im Krisenjahr 2008 lag die Bilanzsumme bei knapp der Hälfte. Benjamin Deutsch resümiert: „2008 musste man nur Banken und Versicherungen retten. Nun muss die Politik jeden retten.“ Der Preis hierfür werde, so Deutsch, der Zusammenbruch des Währungssystems sein: „Dieses System des Fiat-Money bricht vor unseren Augen zusammen.“

Weiteren Druck auf die Finanzmärkte wird nach Einschätzung von Benjamin Deutsch, Chefanalyst und Chefökonom von Kettner Edelmetalle, die Explosion des US-Defizits ausüben. Denn die Vereinigten Staaten von Amerika haben seit dem Jahr 2000 mehr Geld ausgegeben, als sie eingenommen haben. Auffällig ist aus Sicht des Ökonomen jedoch, dass seit 2015 die Defizite trotz eines Wirtschaftsaufschwungs angestiegen sind. Trotz einer fallenden Arbeitslosigkeit, welche eigentlich zu steigenden Steuereinnahmen führen sollte, sind die Defizite weiter gestiegen. Dieses Defizit, so Deutsch, müsste regelrecht explodieren, wenn die Arbeitslosigkeit nun rapide ansteigt. Benjamin Deutsch unterstreicht: „Der US-Staatshaushalt ist völlig außer Kontrolle.“

Für Gold könnte aus Sicht von Benjamin Deutsch die Ausgangssituation nicht besser sein. Er warnt Anleger davor, sich von kurzfristigen Rücksetzern entmutigen zu lassen. Der frühere Portfoliomanager weist darauf hin, dass man stattdessen die Großwetterlage im Blick behalten müsse. Er rechnet vor, dass der Goldpreis derzeit eine Schwankungsbreite von rund 150 US-Dollar im Monat aufweist. Diese Schwankungen sind allerdings im aktuellen Marktumfeld völlig normal. Deutsch geht davon aus, dass Gold sein tief im Zug der Krise bereits gemacht hat und Ziel auf das Allzeithoch nimmt. Gold hat diesem Jahr fast alle anderen Anlageklassen massiv übertrumpft und bis April 2020 zweistellige Renditen eingefahren, während die wichtigsten Aktienindizes der Welt im Minus notieren.

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