Geschlossene Immobilienfonds Von der Finanzkrise zu Corona: Geschlossene Fonds im Auf und Ab der Regulierung

13.05.2020, 09:38  |  339   |   |   

Gerald Feig, Gründer und Geschäftsführer, Flex Fonds

Privatanleger, die in geschlossene Fonds investiert haben, haben in den vergangenen Jahren so einiges erlebt - von der Finanzkrise 2008 über die Einführung des Kapitalanlagegesetzbuchs (KAGB) bis hin zu MiFID II. Jetzt also auch noch Corona.

Das waren noch Zeiten, damals, in der "schönen alten Fondswelt" vor der Finanzkrise von 2008. Jahrelange Umsatzsteigerungen, immer neue Fondskonstruktionen und Investitionsziele, eine unermüdlich laufende Vertriebsmaschinerie, das beständige Trimmen auf Rendite - und all das vor dem Hintergrund des konjunkturellen Aufschwungs der Vorjahre. Da wurde dann auch das Ende der Nutzungsmöglichkeit als Steuersparmodelle, wie es vor allem in den 80er und 90er Jahren gang und gebe war, im Jahr 2005 von der Branche überraschend gut weggesteckt.

Dann die Zäsur: erst die Lehman-Pleite im September 2008, und in der Folge dann eine Regulierungswelle nach der anderen. Die gravierendste dürfte wohl die Einführung des Kapitalanlagegesetzbuchs (KAGB) im Jahr 2013 gewesen sein, mit der die europäische Richtlinie für Verwalter alternativer Investmentfonds (AIFM-Richtlinie), wie geschlossene Fonds, die nicht in liquide Wertpapiere investieren, seitdem firmieren, in deutsches Recht umgesetzt wurde. Vor der Regulierung durch das KAGB galt der Markt für geschlossene Fonds als Teil des grauen, weil wenig regulierten Kapitalmarktes. Mit dem KAGB entstand in Deutschland erstmals ein gemeinsames Regelwerk für Anbieter offener und geschlossener Investmentfonds - mit all seinen dazugehörigen Implikationen und Komplikationen.

Das KAGB eröffnet die "neue Fondswelt"
Die Änderungen öffneten die Tür für die "neue Fondswelt": Seitdem wird unterschieden zwischen geschlossenen Publikumsfonds nach "altem Recht", sogenannten Altfonds, und den Publikums-AIF mit verschärften Auflagen. Für die Altfonds wurde ein Bestandschutz eingeführt - getreu dem Motto "gut gedacht, schlecht gemacht" birgt dieser jedoch seine Tücken, indem er die Grundlage für eine Anpassung des Fonds beziehungsweise der Fondsobjekte an aktuelle Bedingungen entzieht, sodass oftmals nur die Auflösung bleibt. Umso mehr ist seitdem die Position des Fondsmanagers gefordert - und zwar nicht nur in Bezug auf die ordentliche Abwicklung eines Fonds, sondern in erster Linie in der klaren und vertrauensvollen Kommunikation mit den Anlegern. Nichtsdestoweniger kam der Markt für geschlossene Fonds in den Folgejahren praktisch zum Erliegen: Waren es 2013 noch rund 400 Anbieter am Markt, so schrumpften diese in den Jahren danach auf gerade mal noch rund 30 zusammen. Jahrelang hatte die Assetklasse bei vielen Privatanlegern keinen guten Ruf.

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