Experte rät zum Abwarten Laborspezialist Sartorius mit einmaliger Corona-Rallye: 80 Prozent Plus in zwei Monaten – “Das KGV ist jenseits von Gut und Böse"

13.05.2020, 15:02  |  12589   |   |   

Das Göttinger Unternehmen Sartorius rüstet Labore unter anderem mit Laborinstrumenten und Verbrauchsmaterialien aus. Und die sind derzeit gefragt: Schon Mitte April hatte der MDax-Konzern den Kursrutsch des Corona-Crashs wieder aufgeholt, seither eilt die Aktie von einem Allzeithoch zum nächsten. Innerhalb von zwei Monaten ging es vom Krisen-Tiefstand um fast 80 Prozent bergauf. Mit dieser Performance hat sich Sartorius einen Platz unter den Top-5-Aktien in unserem w:o-Corona-Depot gesichert.

Der Preis für eine Vorzugsaktie kratzt mittlerweile an der 300-Euro-Marke. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, welche Entwicklung Sartorius in den vergangenen Jahren gemacht hat. Vor 11 Jahren, im Mai 2009, war die Aktie noch für rund drei Euro zu haben.

Angesichts solch schwindelerregender Höhen wird selbst Börsenprofis wie Klaus Brune, Leiter des Börsenressorts beim Platow-Verlag, unwohl. “Selbst wenn man wie ich einen 20-prozentigen-Anstieg beim Gewinn je Aktie für dieses Jahr einkalkuliert, ist das KGV mit 79 einfach jenseits von Gut und Böse. Hinzu kommt die magere Dividendenrendite von 0,2 Prozent, so dass ich also noch nicht einmal für das Halten der Aktie außergewöhnlich hoch belohnt werde.”

Bei der Präsentation der Quartalszahlen Ende April wurde geklotzt statt gekleckert. Alle Geschäftssparten verzeichneten ein zweistelliges Plus, der Gewinn stieg um 17,5 Prozent auf 57 Millionen Euro. Mitten in der Krise griff Sartorius sogar nochmal tief ins Portemonnaie und kaufte für rund 750 Millionen Euro die Life-Science-Sparte der Danaher Corporation. Die Konzernführung korrigierte die Prognose für 2020 nach oben, was die Kursrallye weiter befeuerte.

Klaus Brune sieht sich bei Sartorius an eine alte Börsenweisheit erinnert. “Wenn der gute alte André Kostolany mit seinem Bonmot recht hatte, dass „an der Börse 2 mal 2 niemals 4, sondern 5 minus 1“ ist, dann ist bei Sartorius Vorzugsaktien ein kräftiges „minus 1“ erforderlich, ehe Anleger das Papier wiederkaufen sollten. Natürlich wird der Laborausrüster von den Auswirkungen der Corona-Pandemie profitieren, aber das ist meiner Meinung nach mehr als ausreichend im aktuellen Kursniveau eingepreist.”

Klaus Brune gibt zu, den Einstieg bei Sartorius verpasst zu haben. “Diese Straßenbahn ist ohne mich abgefahren. Und was riet uns der alte Börsenguru Kostolany in solchen Fällen? Nicht hinterher trauern, sondern nach der nächsten Bahn, also dem nächsten interessanten Titel, Ausschau halten.” Brunes Fazit: "Ich finde Sartorius Vorzüge eine sehr interessante Aktie. Derzeit ist sie aber deutlich zu teuer. Abwarten.”

Autor: Julian Schick, wallstreet:online-Zentralredaktion

 

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