Aktien New York Schluss: Schwach - Skepsis über Impfstoffkandidaten
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Aktien New York Schluss Schwach - Skepsis über Impfstoffkandidaten

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
19.05.2020, 22:44  |  1510   |   |   

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach kräftigen Gewinnen zum Wochenstart sind die Anleger an den US-Börsen am Dienstag wieder verschreckt worden. Druck kam in der letzten Handelsstunde in den Markt, nachdem die US-Nachrichten-Website Stat kritisch über den Impfstoffkandidaten des Biotech-Konzerns Moderna gegen die Lungenkrankheit Covid-19 berichtete. Nachrichten über positive Zwischenergebnisse in einer frühen Erprobungsstudie hatten zu Wochenbeginn für Euphorie gesorgt und eine Börsenrally ausgelöst.

Nun schloss der Dow Jones Industrial mit minus 1,59 Prozent auf 24 206,86 Punkte knapp über Tagestief und gab damit einen Teil seines knapp vierprozentigen Gewinns vom Vortag wieder ab. Der marktbreite S&P 500 schloss 1,05 Prozent tiefer auf 2922,94 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100 , der im Tagesverlauf zugelegt hatte, drehte in den letzten Handelsminuten in die Verlustzone und gab letztlich um 0,36 Prozent auf 9298,55 Punkte nach.

Angesichts dessen verblassten die Quartalsberichte der Baumarktkette Home Depot und des Einzelhändlers Walmart. Wenig beeindruckt waren die Anleger zudem von den Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell und Finanzminister Steven Mnuchin vor dem Bankenausschuss des Senats.

Powell hatte erneut wiederholt, dass die US-Notenbank alle ihre Instrumente zur Bekämpfung der Corona-Krise einsetzen werde. Zugleich unterstrich er, dass der Einsatz der Fed nur Teil einer breiten Unterstützung durch öffentliche Stellen sei und spielte damit wohl auch auf sein Plädoyer für zusätzliche Finanzhilfen seitens des Staates an. "Während für Powell die meiste Zeit das Glas halb leer war und er betonte, dass mehr getan werden müsse, um der Wirtschaft zu helfen, war Mnuchins Ausblick über sich verbessernde Wirtschaftsbedingungen in der zweiten Jahreshälfte der eines halb vollen Glases", sagte Marktanalyst Edward Moya vom Währungsbroker Oanda. Vom Hocker gehauen hätten beide aber niemanden, denn "es gab nichts bahnbrechend Neues als Antwort auf Covid-19".

Unter den Einzelwerten im Dow gaben Home Depot knapp 3 Prozent ab und Walmart büßten nach frühen Gewinnen letztlich etwas mehr als 2 Prozent ein. Beide Konzerne hatten wegen der Unsicherheiten rund um die Corona-Pandemie ihren Ausblick für das laufende Geschäftsjahr kassiert. Doch während Walmart einen besser als erwarteten Quartalsgewinn auswies, waren bei Home Depot die robusten Quartalserlöse nicht mit einer entsprechend starken Profitabilität einhergegangen. Es war das erste Mal seit sechs Jahren, dass Home Depot mit seinen Ergebnissen enttäuschte. Zeitweise hatten die Aktien daher unterschiedliche Richtungen eingeschlagen. Beide jedoch haben eines noch gemeinsam: Walmart hatte am 20. April bei 133,38 US-Dollar ein Rekordhoch erklommen, Home Depot am Vortag bei 248,32 Dollar.

Die Anteilscheine von Kohl's verloren an der Nyse 7,7 Prozent, nachdem der Einzelhändler im abgelaufenen Quartal sowohl beim Umsatz als auch dem Gewinn enttäuscht hatte. Zudem erwartet das Unternehmen weiteren Druck auf die Margen.

Moderna , die am Montag an der Nasdaq um 20 Prozent hochgesprungen waren, büßten nun wieder etwas mehr als 10 Prozent ein. Schwach schlossen außerdem Ölaktien, nachdem die Erholung am Ölmarkt ins Stocken geriet. Im Dow etwa verloren ExxonMobil und Chevron jeweils rund 3 Prozent.

Technologie-Aktien hatten einen überwiegend guten Lauf, doch am Schluss bröckelten auch hier die Gewinne ab. Intel konnte sich aber immer noch mit einem Plus von 0,6 Prozent an der Spitze im Dow halten.

Der Eurokurs bewegte sich im US-Handel nur wenig. Zum Börsenschluss an der Wall Street kostete die Gemeinschaftswährung 1,0924 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0950 (Montag: 1,0832) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9132 (0,9232) Euro. Am US-Rentenmarkt gewannen richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen 7/32 Punkte auf 99 8/32 Punkte und rentierten mit 0,701 Prozent./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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