Wehrt Euch! Schadensersatz für Daimler-Aktionäre: Klagen ohne Kostenrisiko wegen Diesel-Skandal

21.05.2020, 15:08  |  24396   |   |   

Auch Daimler ist tief in den Abgas-Skandal verstrickt, wie zahlreiche Gerichtsurteile und Rückrufe von Mercedes-Fahrzeugen zeigen. Die Aktie hat mehr als zwei Drittel ihres Wertes verloren. Nun können Aktionäre auf Schadensersatz klagen – ganz ohne Kostenrisiko. Im Exklusiv-Interview erklärt Roland Klaus, wie sich Daimler-Aktionäre effektiv wehren können.

wallstreet:online: Herr Klaus, Sie bieten erstmals eine Möglichkeit, mit der sich Daimler-Aktionäre ohne Kostenrisiko an einer Schadensersatzklage wegen des Diesel-Skandals beteiligen können. Warum das Engagement?

Roland Klaus: Es ist wichtig zu zeigen, dass durch den Diesel-Skandal nicht nur die Besitzer von Autos geschädigt worden sind, sondern auch die Aktionäre der Unternehmen. Während mittlerweile viele Diesel-Fahrer in Deutschland Entschädigungen kassiert haben, schauen die Anleger noch in die Röhre.

Mercedes scheint bei den Abgas-Manipulationen ähnlich tief verstrickt zu sein wie Volkswagen. Institutionelle Anleger, beispielsweise Investmentfonds, klagen bereits gegen Daimler auf Schadensersatz. Nach meiner Erfahrung scheuen jedoch private Anleger oft das Kostenrisiko, das mit einem Rechtstreit verbunden ist. Wir haben deshalb gemeinsam mit der führenden deutschen Kanzlei für Anlegerklagen eine Prozessfinanzierung organisiert, mit der auch private Anleger ihr gutes Recht in Anspruch nehmen können – ohne dabei ein Kostenrisiko zu haben. Denn bei der Prozessfinanzierung fällt lediglich ein Erfolgshonorar in Höhe von einem Drittel des erstrittenen Schadensersatzes an. Das heißt: Ohne Erfolg – keine Kosten!

Alternativ kann aber jeder Anleger auch auf eigenes Risiko aktiv werden. Entweder er bringt eine Rechtsschutzversicherung mit, die die Kosten übernimmt. Allerdings decken nur Policen, die schon vor langer Zeit abgeschlossen worden sind. Oder ein Aktionär übernimmt das Kostenrisiko selbst, indem er sich an der anstehenden Musterklage beteiligt oder individuell klagt. Wer teilnehmen will, meldet sich auf unserer Website an und lässt kostenlos prüfen, welches Vorgehen für ihn am günstigsten ist und ob er sich für die Prozessfinanzierung qualifiziert.

wallstreet:online: Was werfen die Kläger Daimler eigentlich vor?

Roland Klaus: Die Verstrickungen im Abgas-Skandal haben für deutliche Verluste bei der Daimler-Aktie gesorgt. Das Thema ist also ohne Zweifel kursrelevant. Wir glauben, dass der Vorstand des Unternehmens schon sehr früh über die Abschalteinrichtungen informiert war, die Mercedes in seinen Diesel verbaut hat. Demnach hätte er den Kapitalmarkt darüber informieren müssen. Dies ist jedoch nicht geschehen. Somit hat die Unternehmensführung gegen das Wertpapierhandelsgesetz verstoßen und sich schadensersatzpflichtig gegenüber den Aktionären gemacht.

wallstreet:online: Welche Voraussetzungen muss ein Daimler-Aktionär erfüllen, um an der Prozessfinanzierung teilnehmen zu können?

Roland Klaus: Relevant ist der Zeitraum zwischen Juli 2012 und Juni 2018. Wir gehen davon aus, dass bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der Daimler-Vorstand über die Manipulationen informiert war. Für die Prozessfinanzierung gilt daher: Teilnehmen kann, wer Daimler-Aktien in diesem Zeitraum erworben hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Aktien inzwischen verkauft wurden oder sich noch im Depot befinden. Zudem muss eine Mindestsumme an Schadensersatzanspruch erreicht werden. Dabei geht es nicht darum, wieviel der Aktionär individuell mit seiner Position verloren hat. Vielmehr wird der Schaden pauschal berechnet – und zwar anhand von Kursbewegungen der Daimler-Aktie nach bestimmten Veröffentlichungen in Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal. Da die Berechnung komplex ist, starten wir mit einer kostenlosen Prüfung, anhand derer jeder Anleger erfährt, ob er an der Prozessfinanzierung teilnehmen kann.

wallstreet:online: Aus der Vergangenheit wissen wir, dass Schadensersatzprozesse von Anlegern häufig wenig gebracht haben. Warum sollte es diese Mal anders sein?

Roland Klaus: Zunächst einmal sehen wir, dass immer mehr Gerichte die Abschalteinrichtungen für die Diesel-Abgasreinigung als verboten einstufen. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) jüngst angedeutet und der Bundesgerichtshof (BGH) hat nachgezogen. Das waren zwei Fälle, die Volkswagen betroffen haben, aber wir gehen davon aus, dass der Fall Daimler bzw. Mercedes ähnlich zu werten sein wird. Das ist die erste Voraussetzung.

Die zweite Voraussetzung wird sein, dem Daimler-Management nachzuweisen, dass er schon sehr früh von den Manipulationen wusste, ohne die Kapitalmärkte zu informieren. Damit liegt ein Verstoß gegen Kapitalmarktrecht vor. Auch hier sind die Anwälte sehr zuversichtlich.

wallstreet:online: Ihr Optimismus in allen Ehren – aber warum sollte der Anleger diesen teilen.

Roland Klaus: Wichtig ist, dass bei unserem Modell der Anleger nicht für die Kosten in Vorleistung gehen muss. Es fallen bei der Prozessfinanzierung lediglich dann Kosten an, wenn es gelingt, Schadensersatz zu erstreiten. Dann geht ein Drittel an den Prozessfinanzierer, den Rest bekommt der Aktionär. Klagt der Anleger auf eigenes Risiko oder beteiligt er sich an der Musterklage, dann fallen die normalen Kosten nach Gebührenordnung an.

wallstreet:online: Was sagen Sie den Anlegern von Autoherstellern, die vom Diesel-Skandal betroffen sind?

Roland Klaus: Mich haben in der letzten Zeit einige Daimler-Aktionäre gefragt, warum sie ihr eigenes Unternehmen verklagen sollten. Schließlich müsste Daimler dann ja den Schadensersatz an sie zahlen, sie hätten damit doch nichts gewonnen. Dazu muss man verstehen: Die großen Fonds, die bei Daimler investiert sind, werden so gut wie alle klagen. Erhalten sie Schadensersatz zugesprochen, dann wird dieser vom Unternehmen bezahlt. Wer sich also zurückhält, der finanziert den Großanlegern möglicherweise deren Schadensersatz.

Will man hier clever vorgehen, sollte man sich an der Prozessfinanzierung beteiligen. Damit sichert man sich seine Chancen, läuft aber gleichzeitig nicht Gefahr, mit einem Minus aus der Sache herauszugehen. Hier können sich Daimler-Anleger über die Prozessfinanzierung informieren.

wallstreet:online: Herr Klaus, vielen Dank für Ihre Antworten!

Kurzvita Roland Klaus
Roland Klaus arbeitet als freier Journalist und ist Gründer der Interessengemeinschaft Widerruf. Bekannt wurde er als Frankfurter Börsenreporter für n-tv, N24 und den US-amerikanischen Finanzsender CNBC.



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