5 Vorurteile über ETFs, die leider alle wahr sind

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
22.05.2020, 08:58  |  910   |   |   

Der ETF hat nicht nur Freunde. Zornige Kritiker hat das Finanzprodukt mindestens genauso viele.

Viel Feind, viel Ehr – möchte man denken! Doch in der Debatte über die Vor- und Nachteile der börsengehandelten Fonds haben sich einige knallharte Vorurteile festgesetzt. Oft aus Unwissen, doch mindestens genauso oft aus guten Gründen.

Die folgenden fünf Vorurteile über ETFs sind leider allesamt wahr (und bedeuten zum Glück nicht, dass ETFs immer eine schlechte Investition sein müssen).

1. ETFs sind Minderleister

Für jede Investitionsidee existiert ein ETF. Aktien aus Afrika? Kein Problem! Nachhaltig und sozial? Auf jeden Fall!

Doch nach wie vor stehen die gewöhnlichen Index-ETFs ganz oben auf der Einkaufsliste der ETF-Investoren. Kassenschlager Vanguard S&P 500 (WKN: A1JX53) bringt aktuell satte 25 Mrd. US-Dollar auf die Waage (Stand: 31.01.2020).

Kein Wunder, dass sich der S&P 500 einer großen Beliebtheit erfreut. Die durchschnittliche jährliche Rendite des marktbreiten US-Index hat sich zwischen 1957 und 2018 auf rund 8 % eingependelt. Kein schlechter Wert für ein passives Indexmonster!

Doch im Vergleich zu manch einer Knalleraktie ist dieses Ergebnis kaum der Rede wert. Die Aktie von Zahlungsdienstleister Wirecard (WKN: 747206) verteuerte sich in den vergangenen zehn Jahren um satte 920 % (Stand: 20.05.2020). Gegen solche Raketen sind Index-ETFs echte Minderleister.

2. ETFs sind teuer

Der Emittent eines ETF muss auch von irgendetwas leben. Schließlich muss der ETF regelmäßig umgeschichtet werden und hin und wieder auch eine Ausschüttung organisieren. Da ist eine angemessene Jahresgebühr nur fair.

Die Gesamtkostenquote eines handelsüblichen Index-ETF wirkt auf den ersten Blick verführerisch günstig. Mehr als 1 % pro Jahr wird hier meist nicht gefordert.

Langfristig geht aber auch das ins Geld. Wer 10.000 Euro für 30 Jahre investiert und dabei eine Rendite von 8 % pro Jahr erzielt, hat am Ende 100.000 Euro angespart. Superb!

Doch ohne das eine Prozent, das der ETF kostet, bleiben am Ende lediglich knapp 76.000 Euro über. Das ist heftig!

3. ETFs sind nichts für langfristige Investitionspläne

Die Kursentwicklung von Aktien lässt sich über kurze Zeiträume nicht prognostizieren. Das gilt auch für ETFs, die Aktien beinhalten.

Langfristig sieht das für gewöhnlich anders aus. Über viele Jahrzehnte betrachtet waren Aktien allgemein – und somit auch Aktien-ETFs – immer eine sehr gute Investition.

Das bedeutet für ETF-Investoren: Kaufen, sehr lange halten und irgendwann reich in den Ruhestand gehen.

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