Was die w:o Community heiß diskutiert “Den Shortsellern gehen die Trümpfe aus“ – oder etwa nicht? Das sagen die Wirecard-Fans …

22.05.2020, 15:00  |  27148   |   |   

Wer mit Wirecard-Aktien in den vergangenen Wochen handelte, brauchte starke Nerven. Immer wieder kamen neue Hiobsbotschaften ans Tageslicht. Viele Anleger richten ihr Hauptaugenmerk nun auf den 4. Juni 2020. An diesem Tag soll der Konzernprüfer Ernst & Young (EY) den Jahresabschluss 2019, der bereits mehrmals verschoben wurde, testieren.

Im Forum von Wirecard ist unterdessen eine hitzige Diskussion um die Aktivitäten der Leerverkäufer entstanden:

Jigajig: „Allein wegen der Leerverkäufer ist Wirecard ein Verdoppler oder Verdreifacher – wieder doppelbödig. Gut, dass wenigstens einer erkannt hat, warum ich diesen Fall so spannend finde. Es ist die Blaupause dessen, was Wirecard unter anderem vorgeworfen wird und am Ende stand eine 40-Millionen-Strafe für First Data (FD). Klingt nicht viel, aber diese doch heftige Bemerkung der Federal Trade Commission gegen FD finde ich beachtlich. Mir war das sogar so wichtig, dass ich mir Zoom-Verstärkung geholt habe, um den Fall zu recherchieren. First Data/ Fiserv jucken diese Strafe nicht. Aber was hätten wohl die LV für eine Story daraus gemacht, wenn das Wirecard wäre? Das finde ich nicht fair – nur mal so am Rande!“

Maxxe22: „Nicht die Zahlen, sondern das Audit von Ernst & Young ist das Wichtige am 04. Juni!“

Mademyday: „Was ist die Moral von der Geschichte? Die Großen lässt man laufen (mehr oder weniger First Data) und die Kleinen hängt man (Wirecard).“

D-D_Invest: „Den Shortsellern gehen die Trümpfe aus. Den Markt interessiert dieses Altgebackene nicht mehr.“



kingder: „Da sind Sie wieder zuhauf, die Visionäre und Jünger mit den herben Verlusten und rufen schon wieder Kursziele von 300 oder 1000 Euro aus. Seit drei Tagen wird hier hochgekauft ohne jeglichen Grund. Sind die Vorwürfe plötzlich weg! Es reicht nicht, wenn investierte Adressen Kursziele raushauen. Der Katzenjammer kommt noch – das ist sicher. Die Short-Jungs sind mit dem Laden von Luftpumpen noch lange nicht fertig, wieso auch.“

Vakataka: „Alles ist möglich, ich glaube wahrscheinlich trifft die Version 2025 zu. Ich habe meine Frau jetzt soweit, dass wir erstmal 500 Aktien für das Langfristdepot kaufen. Die nächsten zwei Wochen werden die Weichen gestellt. Dann kann man immer noch aufstocken.“

Wirecard



-Realist-: „Es geht in erster Linie um Plausibilität, Kommunikationsfähigkeit und korrekte Buchführung, da dies elementare Bestandteile im Finanzdienstleistungsgewerbe sind. Die Milliarden werden nicht verschwinden. Die sind nachweisbar da. Das Geschäftsmodell funktioniert einwandfrei. Das Schöne ist aber, dass man die Mangelpunkte recht einfach und schnell beheben kann. Deswegen ist das nur ein kurzfristiges Problem. Andere Unternehmen haben Probleme mit dem Geschäftsmodell. Das zu korrigieren, kann aussichtslos sein oder Jahre dauern.“

Boerderboy: „Der Kampf geht doch schon über Jahre und wird wahrscheinlich noch Jahre weiter gehen. Selbst wenn die Berichte entlasten, dann kommt halt die nächste Geschichte. Wenn man hier aber ein paar Jahre dabei war und ist, lebt man damit gerne, da die Richtung des Kurses mittel- bis langfristig immer nach oben gegangen ist und meiner Meinung nach weiter gehen wird.“

aktienfighter: „Ich meine, wenn ich mit einer Short-Attacke den Kurs von 140 auf 80 Euro bringe, dann Aktien zurückkaufe und mit der nächsten bad news das Gleiche mache, ergibt das Sinn. Aber sich die Aktie erholen lassen, die Position halten und auf einen neuen Rücksetzer warten, ergibt keinen Sinn. Die haben den Ausstieg verpasst. Die Gier war größer! Die eigenen Verluste (Leihgebühr, Zinsen) müssen wieder ausgeglichen werden. Dann die nächste Welle, nur jetzt spielt der Markt nicht mehr mit. Die sitzen im Hamsterrad und werfen dem schlechten Geld gutes hinterher.“

KarateKatze: „Hallo zusammen, ich bin neu im Forum, lese aber schon lange mit, halte selbst 420 Aktien auf long. Ich bin bei 90 Euro rein wie viele andere Kleinanleger. Dann ist Kurs runter (short), und wieder hoch (Bullenfalle). Was ich damit sagen möchte, liebe Anleger, lasst euch durch die täglichen sowie wöchentlichen Nachrichten nicht zu sehr beeinflussen. Denkt long! Wirecard ist ein hochprofitables Geschäftsmodel. Glaubt an das Unternehmen. Die Shorties sind mir egal – ich geh nicht raus. Ganz im Gegenteil – ich habe noch eine Order zum Nachkauf bei 73 Euro gesetzt, falls sie noch einmal vor dem 4. Juni ihr Pulver verschießen. Stay cool guys!“



Levity240: „Das sagt sich so leicht, wenn man mit 90 Euro rein ist und neu ist, gibt einige (mich eingeschlossen; die haben ein weitaus höheren EK und müssen das jetzt aussitzen!“

Marktanalytiker: „Es geht bei WDI immer mit einem kurzfristigen worst case unter 80 Euro weiter. Deswegen haben auch die Käufer nur so zurückhaltend gekauft, während andere vom Short Squeeze geträumt haben.“

StockPredictor: „Um noch einmal auf den 4. Juni zurückzukommen. Versteht mich bitte nicht falsch: Ich bin selbst davon überzeugt, dass WDI die Zukunft ist, aber nicht blöd und schwimme gegen den Strom, gerade dann, wenn die LV weiter draufhauen. Und ich kann mir gut vorstellen, dass am 4. Juni irgendwelche Unstimmigkeiten bleiben werden. Auch wenn es völlig sinnfrei ist, werden die LV wieder dann draufhauen und Panik verbreiten. Das da nichts dran ist, haben wir in den vergangenen Wochen gesehen, aber die Anleger reagieren nun mal darauf. Ich bin mir deshalb nicht sicher, ob es ein befreiender Tag oder ein weiterer Schlag gegen WDI wird.“

Wir empfehlen, tief durchzuatmen und gegebenenfalls die Gedanken über das Wochenende neu zu ordnen. Allen Investierten und darüber Nachdenkenden wünschen wir ein gutes Händchen!

Bis zum nächsten Mal beim w:o Börsengeflüster,

Nicolas Ebert, wallstreet:online Zentralredaktion



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