Warum ePayment Provider Aktien von der aktuellen Krise profitieren?

Gastautor: Martin Brosy
22.05.2020, 17:35  |  992   |   |   

Die Coronakrise und vor allem die Ausgangsbeschränkungen haben die Zahl der Online-Einkäufe steil ansteigen lassen. Die Bezahlung erfolgt dabei anstatt mit klassischen Überweisungen immer mehr mit Apps und virtuellen Brieftaschen. Das klassische Lastschriftverfahren, Zahlungen mit Kreditkarte oder klassische Überweisungen verlieren insbesondere bei der jüngeren Generation immer mehr an Bedeutung. Online-Händler und Dienstleister müssen heute, um konkurrenzfähig zu bleiben und der Kundschaft gerecht zu werden, mindestens vier Zahlungsmöglichkeiten offerieren. Wer etwas bei Amazon bestellen oder um Geld im Online Casino spielen will, möchte vor allem schnell an seine Ware oder Dienstleistung kommen. Ein lange dauernder Bezahlvorgang wird von den ungeduldigen Kunden heute nicht mehr akzeptiert.

Auch das kontaktlose Zahlen im Supermarkt mit der NFC-Technologie hat durch die strengen Hygienevorschriften einen gewaltigen Schub erfahren. Die Zeiten des Kleingeld-im-Portemonnaie-Suchens scheinen der Vergangenheit. anzugehören. Mehr als jeder Dritte verwendet bereits eine Bezahl-App. Das entspricht einem Wachstum gegenüber dem Vorjahr von gut 13 %. Deutschland gehört damit zu einem der am stärksten wachsenden Märkte überhaupt. Einen entsprechend kräftigen Schub haben auch die Aktien der Digital Payment-Methoden erfahren und versprechen auch in den kommenden Monaten Wertsteigerungen.

Wer sind die Big Player beim Digital Payment?

Beim bargeldlosen Bezahlen mit einer App werden vor allem die Zahlungsdienste von Apple, Google oder auch Samsung genutzt. Diese zwar nicht die Kreditkartenanbieter beim Zahlen an der Kasse, jedoch konnten sie im vergangenen Jahr einen erheblichen Marktanteil hinzugewinnen.

Nachdem die Deutschen sich lange Zeit schwer mit den neuen Technologien getan haben, scheint das Vertrauen in die Sicherheit der neuen Zahlungsmethoden gestiegen zu sein. Tatsächlich werden die Bezahl-Apps teilweise sogar als sicherer eingestuft als Kreditkarten.

Der Grund: Es kann keine Kartennummer ausgelesen werden. Bei den Bezahldiensten von Google und Apple werden beim Bezahlvorgang beispielsweise verschlüsselte Stellvertreterziffern übermittelt. Neben dem Sicherheitsaspekt spielt auch die Schnelligkeit beim Bezahlvorgang eine Rolle.

Zahlungen über eine App oder mit einer Kreditkarte mit NFC-Technologie dauern in der Regel nur wenige Millisekunden. Das Heraussuchen von Bargeld oder das zusammenkratzen von Kleingeld kann dagegen schon mal Minuten in Anspruch nehmen. Das sind Vorteile, die bei den Menschen, egal ob Kunde an der Kasse oder Kassiererin beziehungsweise Supermarktleiter gut ankommen.

Bewältigung der Zahlungsströme im Internet

Zu den großen Profiteuren des immer weiter steigenden Volumens an Online Zahlungen gehören jedoch auch einige für die breite Masse eher unbekanntere Unternehmen. Der größte Teil des Digital Payment wird nicht über mobiles Zahlen, sondern über das Internet abgewickelt. Das geschätzte Transaktionsvolumen betrug im Jahr 2019 etwa 3,6 Billionen US-Dollar. Das entspricht heute einem Anteil von gut 83 % des Digital Payment-Sektor. Dementsprechend verdienen Unternehmen, die die Technologie hierfür bereitstellen kräftig mit. Schätzungen gehen davon aus, dass sich der Markt bis zum Jahr 2024 auf 7,6 Billionen US-Dollar mehr als verdoppeln wird. Das jährliche Wachstum ist mit etwa 13,6 % bereits jetzt deutlich zweistellig.

Diese Digital Payment Anbieter profitieren vom Coronavirus

Aktie

WKN

Börsenwert in Mrd. €

Kurs 13.05.2020

Entwicklung 12 Monate

Empfehlung

Adyen

A2JNF4

29,27

1.024,01 €

+ 57,7 %

Buy

Global Payments

603111

47,34

151,90 €

+ 20,1 %

Buy

Mastercard

A0F602

254,76

249,00 €

+ 17,9 %

Buy

Paypal

A14R7U

155,55

130,08 €

+ 39,7 %

Buy

Square

A143D6

25,33

68,00 €

+ 24,1 %

Buy

Visa

A0NC7B

282,56

162,76 €

+ 16,5 %

Buy

Wirecard

747206

10,73

85,54 €

- 37,4 %

Buy

Tabelle: Digital Payment Profiteure in der Coronakrise

Einer der großen Player auf dem Markt für Digital Payments ist zum Beispiel die amerikanische Global Payments. Die Aktie konnte in den letzten 12 Monaten eine Wertsteigerung von über 20 % erfahren. Nach der Übernahme des Konkurrenten Total System Service für 21,5 Milliarden US-Dollar konnte der Umsatz von 3,36 Milliarden US-Dollar in 2018 auf 4,91 Milliarden US-Dollar in 2019 um gut ein Drittel gesteigert werden.

Auch das operative Ergebnis legte um ein Drittel auf 1,05 Milliarden Euro in 2019 zu und zeigt zugleicht wie profitable das Geschäft ist. Anleger, die sich die Global Payments Aktie in Depot gelegt haben, können trotz Coronakrise und den Kosten für die Übernahme von Total Systems auch in den kommenden Jahren mit einer steigenden Dividende rechnen, die die ohnehin schon gute Performance der Global Payments Aktie noch einmal ein gutes  Stück verbessert.

Ein weiterer ebenfalls amerikanischer Anbieter von Soft- und Hardware-Lösungen in dem Segment ist Square. Die Aktie könnte über die letzten 12 Monate gesehen um 24 % zulegen und zeigt sich damit gleichfalls von der Coronakrise unbeeindruckt. Durch den Verkauf des Lebensmittellieferservice Caviar fällt zwar einerseits ein Teil des Umsatzes weg, jedoch konnte andererseits Liquidität für den Ausbau des Kerngeschäfts, dem Digital Payments gewonnen werden. Square ist damit ebenfalls eine Aktie mit aussichtsreicher Perspektive für die kommenden Monate.

Auch europäische Unternehmen mischen mit

Unter den europäischen Anbietern für Digital Payments-Lösungen gehören vor allem die niederländische Adyen und die die Wirecard zu den größeren Playern. Adyen konnte seinen Umsatz in den letzten drei Jahren von 659 Millionen Euro auf 2,66 Milliarden Euro nahezu vervierfachen. Das operative Ergebnis konnte in 2019 auf 267 Millionen Euro gesteigert werden. Das rasante Wachstum bei Umsatz und Gewinn regt schon seit einiger Zeit die Fantasie der Anleger an und trieb den Kurs der Adyen Aktie in den letzten 12 Monaten um satte 57 % nach oben.

Der deutsche Anbieter Wirecard wächst ebenfalls rasant. Leider spiegelt sich derzeit nicht im Aktienkurs wider. In den letzten 12 Monaten verlor das Papier ganze 37 %. Der Grund sind die andauernden Vorwürfe wegen Bilanzmanipulationen mithilfe von Scheingeschäften. Sollten die Vorwürfe jedoch zeitnah aufgearbeitet werden können, besteht die berechtigte Hoffnung, dass bei der Wirecard Aktie entsprechend der hervorragenden wirtschaftlichen Entwicklung bereits in der zweiten Jahreshälfte einen Höhenflug eingeläutet wird. Davon ist jedenfalls die Mehrzahl der Analysten überzeugt, die Wirecard Aktie überwiegend auf Buy setzen oder auf Hold belassen.

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