Gigafactory im Trinkwasserschutzgebiet? Brandenburger Tesla-Gegner machen Elon Musk Ärger – Ist Tesla ein Umweltsünder?

25.05.2020, 13:03  |  18591   |   |   

Die Kritik an der geplanten Tesla-Fabrik im brandenburgischen Grünheide ebbt nicht ab: Laut der „Bürgerinitiative gegen Gigafactory Grünheide“ gefährde der Bau der E-Auto-Fabrik „die Qualität und Quantität des Grundwassers“. Die Tesla-Gegner übergaben vergangene Woche laut der dpa einen offenen Brief an Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (Grüne). Auch von anderer Seite kommt Kritik an Teslas Umweltbilanz. Der US-amerikanische Autobauer behauptet hingegen auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu achten.

Steffen Schorcht von der „Bürgerinitiative gegen Gigafactory Grünheide“ fasste gegenüber wallstreet:online die Kritik der Brandenburger Tesla-Gegner zusammen: „Der erste Bauabschnitt der Tesla Gigafactory Grünheide liegt vollständig im Wasserschutzgebiet Erkner Neu Zittau. Mit dieser Lage und dem großen Wasserbedarf, trotz angekündigter Reduktion, hat die geplante Tesla-Produktion massiven Einfluss auf die Qualität und Quantität des Grundwassers.“ Es sei mit weiteren Protesten gegen die Tesla-Ansiedlung sowie rechtlichen Auseinandersetzungen zu rechnen.

Umweltschützer hatten den Bau der Gigafactory in Grünheide in der Vergangenheit immer wieder kritisiert. Auf dem Baugrundstück in Brandenburg würden geschützte Reptilienarten sowie Baumfalken und Fledermäuse siedeln, hatte Nabu-Geschäftsführerin Christiane Schröder im November 2019 gegenüber dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) erklärt. Für den ersten Bauabschnitt wurden bereits rund 91 Hektar Wald gerodet. Mehr als 300 Hektar Wald sollen insgesamt gerodet werden.

Raimund Schwarze, Umweltökonom an der Viadrina Universität in Frankfurt (Oder), erklärte im Gespräch mit wallstreet:online, dass die Brandenburger Bürgerbewegung mit ihrem Protest den Finger in eine Wunde von Tesla gelegt hätten: „Tesla hat seit Jahren ein F-Ranking in Sachen Nachhaltige Produktion von E-Automobilen beim Carbon Disclosure Projekt (CDP) und hat nur angesichts der Bürgerproteste jetzt den Wasserverbrauch in der Produktion halbiert – und ist damit immer noch nicht in der A-Klasse umweltfreundlicher Automobilproduktion“, so Schwarze.

Tatsächlich schneiden viele konventionelle Autobauer in Sachen Klimaschutz laut dem Carbon Disclosure Projekt (CDP), einer NGO, welche die Nachhaltigkeit von Unternehmen misst, besser ab als Tesla. So erreichten Ford und Nissan im vergangenen Jahr ein A-Ranking. Daimler und der französische Autobauer Renault schafften immerhin noch ein A- . Tesla erreicht hingegen seit vielen Jahren nur ein F-Ranking, da sich der US-Elektroautobauer stets weigerte Daten zu seinen CO2-Emissionen zu veröffentlichen. CDP erhebt jährlich für Investoren anhand von standardisierten Fragebögen auf freiwilliger Basis Umweltdaten von Unternehmen.



Tesla hingegen betont immer wieder großen Wert auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu legen. Dies gelte auch für die Gigafactory in Grünheide. Auf der Webseite des Konzerns heißt es dazu: „Wir setzen uns für die Erhaltung der natürlichen Umwelt in der Nähe des Werkes und im gesamten Land Brandenburg ein. Wir streben die Wiederaufforstung mit Mischwald von einer Fläche, die dreimal so groß ist wie die Fabrikfläche, an. Außerdem arbeiten wir daran, durch Wassersparmaßnahmen in der Fabrik sowie durch eine strukturelle Lösung mit und für die Gemeinde mittelfristig eine ausreichende Menge an sauberem Trinkwasser sicherzustellen.“ Weiterhin werde die Gigafactory Berlin-Brandenburg ein Solardach haben und man plane Strom aus erneuerbaren Quellen für den Betrieb der Fabrik zu nutzen.

Am Montagvormittag steht die Tesla-Aktie im Xetra-Handel leicht im Plus. Ein Tesla-Anteilsschein kostet aktuell 755 Euro (25.05.2020, 11:22 Uhr):

Tesla

Autor: Ferdinand Hammer


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Jedes Auto ist schlecht für die Umwelt, jedes. Es braucht sich nur jeder einmal bei einer Werksbesichtigung das selber anschauen, da wird viel Energie verbraucht, und das Auto lässt sich hinterher gar nicht mehr so richtig in seine Einzelteile aufteilen. Sogar mein Elektro Fahrrad war 26 Kilo wiegt ist nicht umweltfreundlich, Denis hat auch einen Lithium Ionen Batterie, aber es kann ein Auto zerstören, in dem ich das Auto stehen lasse

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