AAM: Mit dieser Aktie setzen Anleger auf den Batterie-Boom!

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26.05.2020, 11:42  |  2177   |   

Altech Advanced Materials (AAM) will sich an einer HPA-Fabrik in Malaysia beteiligen und damit im Batteriesektor positionieren. Mit der Aktie können Anleger auf dem Boom bei Lithium-Ionen-Batterien setzen. Denn die Nachfrage nach Elektroautos und Smartphones wird auch Post-Corona wachsen. Ab sofort können Anleger bei der laufenden Kapitalerhöhung mitmachen.

Einstieg in den Batteriesektor

Brennende Elektroautos oder Tablets sind keine gute Werbung für die Industrie. Dennoch mussten sich Tesla und vor allem Samsung mit dieser Problematik in der Vergangenheit herumschlagen. Das Problem ist: Wenn minderwertige Materialien verwendet werden, kann es in Lithium-Ionen-Batterien zu Kurzschlüssen kommen. Die Folge: Es kommt zum Brand. Diesen Imageschaden will kein Unternehmen, zumal nun die gesamte Autoindustrie auf die Elektromobilität setzten will. Solche Negativ-Schlagzeilen können aber verhindert werden. Dafür müssen die Hersteller hochreines Aluminiumoxid, sogenanntes HPA 4N, im Seperator der Batterie verwenden. Dadurch werden Kurzschlüsse und somit Brände verhindert. Zudem erhöht es die Laufleistung der Batterien.

So kommen Sie an die Aktien

Genau in diesen Markt will Altech Advanced Materials (AAM; 1,15 Euro; DE000A2LQUJ6) einsteigen. Die Beteiligungsgesellschaft will sich mit bis zu 49 Prozent an einer in Bau befindlichen HPA-Fabrik in Malaysia beteiligen. Dazu will man bis zu 100 Mio. Dollar bei Investoren einsammeln. Der erste Schritt erfolgt nun im Rahmen einer Bezugsrechts-KE. Die Billigung des Wertpapierprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erfolgte vor wenigen Tagen. Seit dem gestrigen Montag können Aktionäre der Gesellschaft die neuen Aktien zeichnen (zum Bezugsangebot). Dabei berechtigt jede alte Aktie zum Bezug von 40 neuen Anteilen zum Preis von jeweils 1,10 Euro. BIs zum 8. Juni haben die Anteilseigner noch Zeit, ihr Recht wahrzunehmen. Die nicht bezogenen Anteile sollen danach im Rahmen eines Private Placements bei institutionellen Investoren zum Preis von 1,20 Euro je Aktie platziert werden.

HPA-Markt wächst um 30% pro Jahr

Für Anleger stecken große Chancen in der Altech-Aktie. Denn die Nachfrage nach hochreinem Aluminiumoxid wächst rasant. HPA wird derzeit vor allem von der LED-Industrie nachgefragt. Es kommt aber eben auch als Separator in Lithium-Ionen-Batterien zum Einsatz, wo die Nachfrage vor allem durch die Elektroautoindustrie markant steigt. Die Analysten vom Research-Haus CRU gehen von einer jährlichen Zunahme von 30 Prozent bis zum Jahr 2028 aus und prognostizieren bereits für dieses Jahr ein Angebotsdefizit im Markt. Die Analysten von Dr. Kalliwoda beziffern den globalen Markt im Jahr 2026 mit über 7,2 Mrd. Dollar (zum Research).

HPA-Preise steigen

Mit dem Wachstum der Industrie steigen auch die Preise. So wurde im Finanzmodell für die HPA-Fabrik im Jahr 2017 lediglich 26,90 Dollar je Kilo als Verkaufspreis unterstellt. Doch diese Annahme ist überholt. Auf der Branchenmesse Battery Japan im März 2019 wurden bereits Preise von 40 US-Dollar aufgerufen (mehr hier). Branchenbeobachter gehen davon aus, dass die Preise weiter zulegen werden, zumal in den Top-Modellen der Smartphone-Hersteller Apple und Huawei bereits HPA verwendet wird. Hier kommt nun die Prozess- und Verfahrenstechnik in der Fabrik ins Spiel. Denn dahinter steckt deutsch-österreichisch-australisches Know-how. So wird das Ausgangsmaterial Kaolin (Porzellanerde) vom Fabrik-Betreiber Altech Chemicals im westaustralischen Meckering abgebaut. Im Gegensatz zum herkömmlichen Produktionsverfahren hat hier die Natur dafür gesorgt, dass Gifte und Verunreinigungen reduziert wurden. Die Umweltverträglichkeit des Verfahrens wurde erst jüngst von dem unabhängigen Gutachter Cicero bestätigt (mehr hier), womit Altech auch für nachhaltige Anleger als Investment in Frage kommt. Das Kaolin wird dann nach Johor vor die Tore Singapurs verschifft, wo es dann zu hochreinem Aluminiumoxid verarbeitet wird. Der Vorteil dieses Standorts: Den Betreibern wurden Steuervorteile durch die Regierung Malaysias für zehn Jahre zugesichert (mehr hier). Zudem liegen die Kosten für Energie, Wasser, aber auch für die Mitarbeiter deutlich unter jenen von Australien.

„Made in Germany“: Deutsches High Tech-Verfahren, asiatische Produktion!

Die Fabrik befindet sich momentan im Bau. Das deutsch-österreichische Know-how stammt dabei von der Düsseldorfer SMS Group. Das Familienunternehmen garantiert die jährliche Produktionsmenge von 4.500 Tonnen sowie die Qualität des Materials. Zum Vergleich: CRU schätzt, dass der Bedarf bis 2028 auf über 280.000 Tonnen pro Jahr steigen wird. Die Rheinländer von SMS scheinen sich ihrer Sache jedenfalls sicher zu sein, denn sie sind auch als Großaktionär bei Altech Chemicals eingestiegen. Zudem werden sie auch als Aktionär von Altech Advanced Materials gehandelt, wenn im zweiten Schritt das Private Placement erfolgt. Dabei ist das Verfahrens nicht nur umweltverträglioch, sondern auch hoch lukrativ. Da durch das Kaolin bereits viele Reinigungsschritte von der Natur übernommen wurden, rechnet Altech Chemicals mit Produktionskosten von lediglich 9 Dollar je Kilo. Zum Vergleich: Laut Branchenanalysten liegen die bisherigen Produzenten wie Sasol, Sumitomo Chemicals oder Baikowski etwa 50 Prozent über den Altech-Kosten. Über die Abnahme des in Johor produzierten HPA muss sich Altech übrigens keine Sorgen mehr machen. Mitsubishi Australia hat im Rahmen eines Off Take-Agreements den Kauf von 4.500 Tonnen zum dann gültigen Marktpreis zugesichert.

KfW finanziert Fabrik

Weil deutsche Know-how in der Fabrik zum Einsatz kommt und hier eine umweltschonendes Verfahren angewendet wird, hat sich auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) an den Baukosten beteiligt und einen Kredit über 190 Mio. US-Dollar zugesagt. Das sind fast 50 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von 420 Mio. Dollar. 90 Mio. Dollar sollen durch eine Mezzanine von der Macquarie Bank kommen. Zudem hat Altech Chemicals selbst bereits 40 Mio. Dollar aufgebracht. Die restliche Finanzierung soll dann durch Altech Advanced Materials erfolgen. Doch die Förderbank aus Frankfurt wird auch die Chancen im Blick gehabt haben. Laut den Berechnungen der KfW, die die Basis für den Kredit darstellen, rechnet man mit einem EBITDA von 76 Mio. US-Dollar pro Jahr bei Annahme der niedrigeren HPA-Preise von unter 27 US-Dollar je Kilo. Steigt die Nachfrage weiter rasant, sind diese Zahlen viel zu konservativ. Doch auch der Blick auf den Vorsteuer-NPV lohnt sich. Der liegt bei stolzen 505,6 Mio. Dollar. Die Aktionäre von Altech Advanced Materials kriegen also für lediglich 100 Mio. Dollar gleich 49 Prozent davon.

Zweite Fabrik in Sachsen?

Dementsprechend optimistisch sind auch die Analysten. Dr. Kalliwoda hatte in der ersten Analyse ein Kursziel von 1,81 Euro für die AAM-Aktie ausgegeben. Doch das dürfte erst der Anfang sein. Denn die Ideen für eine zweite Fabrik haben sich bereits im vergangenen Jahr konkretisiert. Denn das Land Sachsen lud Altech ein, eine zweite Produktion auf dem Industriegebiet „Schwarze Pumpe“ zu bauen (mehr hier). Dementsprechend laufen im HIntergrund die Vorbereitungen hierfür. Da inzwischen die europäischen Hersteller wie Volkswagen, BMW, Daimler oder Renault ins Elektroautosegment drängen und gerade diverse Batteriefabriken in Europa entstehen, wäre man mit einem Standort in Sachsen direkt am Markt dran. Die Aktionäre von Altech Advanced Materials könnten dann auch hieran partizipieren. Doch nun erfolgt erst einmal der erste Schritt mit der HPA-Fabrik in Malaysia. Die bestehenden Aktionäre der Altech Advanced Materials können das Bezugsangebot hier nachlesen und dann zur Tat schreiten, um langfristig auf den Batterieboom zu setzen.

Aktieninfo Altech Advanced Materials

Aktienkurs: 1,15 Euro
ISIN: DE000A2LQUJ6

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Bilder/Graphik: TK News Services UG (haftungsbeschränkt), Altech Chemicals, Altech Advanced Materials, CRU

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