Kassieren QIAGEN CEO Thierry Bernard & CFO Roland Sackers ganz massiv? QIAGEN: Übernahmeangebot NICHT annehmen?

28.05.2020, 00:57  |  17239   |   |   

Großer Wirrwarr bei QIAGEN! Seit Oktober 2019 geht’s bei dem deutsch-niederländischen Unternehmen drunter und drüber. Umstrukturierung und Restrukturierung, Gewinnwarnung und Abgang des Dauer-CEOs Peer M. Schatz Anfang Oktober. Im November ein brandheißes Gerücht in der Presse: Der US-Laborausrüster Thermo Fisher Scientific will QIAGEN übernehmen. Bloomberg berichtete dies unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Offensichtlich waren Insider schon bestens informiert, und eine involvierte Person konnte den Schnabel nicht halten. Erst am Abend des 15. November meldete sich QIAGEN zu Wort. Nach eigenen Angaben hatte das Unternehmen mehrere nicht verbindliche und unter Bedingungen stehende Interessensbekundungen über einen Erwerb der gesamten Firma erhalten. An Heiligabend dann die Verkündung, dass sämtliche Gespräche bezüglich einer Übernahme abgebrochen wurden. Fakt ist jedenfalls, dass QIAGEN in Q4 mit gut einer Handvoll Parteien verhandelt hatte, und Thermo Fisher schon im Dezember bereit war, bis zu 43 US-Dollar pro Aktie unter bestimmten Voraussetzungen zu zahlen. Anfang März 2020 die Kehrtwende: QIAGEN verkündet dann doch ein Business Combination Agreement mit Thermo Fisher. Die Amerikaner bieten in diesem Zusammenhang einen Preis von 39 Euro je QIAGEN-Aktie an. QIAGEN wollte zunächst 40 Euro je Aktie haben, die Amerikaner boten 38 Euro an. Ein wesentlicher Haken: Die Übernahme unterliegt einer Mindestannahmeschwelle von 75 %. „Nach Auffassung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Gesellschaft sind das öffentliche Übernahmeangebot und die weiteren mit dem öffentlichen Übernahmeangebot zusammenhängenden Transaktionsschritte gemäß den Bedingungen und Konditionen des Business Combination Agreement im besten Unternehmensinteresse von QIAGEN, und Vorstand und Aufsichtsrat sind entschlossen, das öffentliche Übernahmeangebot zu unterstützen und dessen Annahme den QIAGEN-Aktionären zu empfehlen.“ Es erscheint uns völlig rätselhaft, warum die Organe dies ein paar Wochen zuvor noch gänzlich anders gesehen hatten. Damals hieß es: Die Gesellschaft hat die zuvor veröffentlichte Überprüfung potentieller strategischer Alternativen beendet und ist zu dem Schluss gekommen, dass die eigenständige Durchführung ihrer aktuellen Planungen die beste Möglichkeit zur Steigerung des künftigen Wertpotentials darstellt. Wenige Wochen später will QIAGEN davon offenbar nicht mehr viel wissen.

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2 Kommentare

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Kommentare

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12.07.20 19:43:57
Bin nicht bereit meine Aktien die ich bereits seit 1997 halte an die Firma Thermo Fisher abzutreten.
Bislang ist Qiagen immer en Goldschatz gewesen. Nur die Empfehung des Boards reicht mir nicht.
Mir erscheint ein Beibehaltung der Beibehaltung der bisherigen Verhältnisse sinvoller.
Wahrscheinlich gehöre ich unter den Aktionären die diese Foren lesen zu einem der größten Eigner.


Anbei noch ein Meldung:
Qiagen-Aktionärsvertreter hält Offerte von ca 50 Euro für angemessen
11.07.2020, 14:42

FRANKFURT (Dow Jones)--Der rund 3 Prozent der Qiagen-Aktien verwaltende Investmentmanager Davidson Kempner hält das Unternehmen bei der laufenden Offerte des US-Laborausstatters Thermo Fisher für massiv unterbewertet. Ein Preis von 50 Euro je Aktie wäre ein fairer Wert für Qiagen als Standalone-Unternehmen, heißt es in einem offenen Brief an Management und Aufsichtsrat von Qiagen.

Thermo Fisher bietet derzeit 39 Euro pro Aktie, die am Freitag den Xetra-Handel mit 39,67 Euro beendete. Die Offerte ist an eine Annahmequote von 75 Prozent geknüpft. Sie könnte allerdings wegfallen, wenn Qiagen dem zustimmt.

Davidson Kempner kündigte an, die von ihr vertretenen 6.853.458 Aktien nicht andienen zu wollen. Zugleich wurde der Aufsichtsrat aufgefordert, extrem vorsichtig bei einer möglichen Zustimmung zu einer Absenkung der Annahmeschwelle zu agieren. Stattdessen solle er eine sogenannte "Adverse Recommendation Change" aussprechen, also die Empfehlung zur Annahme der Offerte an die Aktionäre zurückziehen.

Dem Aufsichtsrat warf Davidson Kemper vor, den Einfluss von Covid-19 auf den Wert von Qiagen bei seiner Zustimmung für die 39-Euro-Offerte nicht realisiert und daher nicht berücksichtigt zu haben. Dies sei zwar inzwischen der Fall, habe aber nicht zu Änderungsaktionen geführt. Außerdem enthalte das Angebot keinen Aufschlag für eine Kontrollbeteiligung.
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08.06.20 08:53:39
Ihre klare Ansage veranlasst mich, die Aktien weiterhin zu halten statt das Angebot anzunehmen. Halte die Aktien schon über 15 Jahre weil ich geringfügig immer noch Verluste hinnehmen musste!
Vielen Dank für die Information
OttoHeinrich

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