ROUNDUP 2 Easyjet streicht wegen Krise tausende Jobs - Aktie legt zu

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
28.05.2020, 13:23  |  201   |   |   

(neu: aktualisierte Aktienreaktion, Analystenstimme, Quarantäne-Regelung für Großbritannien)

LUTON (dpa-AFX) - Der britische Billigflieger Easyjet will wegen der Corona-Krise tausende Arbeitsplätze streichen. Rund 30 Prozent und damit rund 4500 der etwa 15 000 Jobs bei der Airline stehen auf der Kippe, wie das Unternehmen am Donnerstag in Luton bei London mitteilte. Easyjet-Chef Johan Lundgren begründete die Kürzungen mit dem Einbruch des Flugverkehrs infolge der Coronavirus-Pandemie und der Erwartung, dass die Nachfrage nach Flugtickets nicht vor dem Jahr 2023 wieder auf das Niveau von 2019 klettert. "Wir müssen uns auf die geringere Nachfrage einstellen", sagte er.

Am Finanzmarkt wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Die Easyjet-Aktie legte am Morgen an der Londoner Börse zeitweise um fast neun Prozent zu. Um die Mittagszeit lag sie nur noch mit rund 3,5 Prozent im Plus, gehörte damit aber immer noch zu den stärksten Titeln im britischen Leitindex FTSE 100 . Seit dem Jahreswechsel hat das Papier aber fast die Hälfte an Wert eingebüßt.

Die Aussicht auf eine baldige Lockerung der Reiseverbote innerhalb der EU hat viele von der Krise gebeutelte Aktien aus der Reise- und Luftfahrtbranche seit Dienstag auf Erholungskurs geschickt. Easyjet sei gut aufgestellt, um durch die Krise zu kommen, schrieb Branchenexperte Neil Glynn von der Schweizer Großbank Credit Suisse. Auch könne die Airline strukturelle Vorteile erlangen, da viele Wettbewerber noch stärker unter der Krise litten als sie.

Mit einem normalen Reisesommer ist in diesem Jahr nämlich nicht zu rechnen. Easyjet hat den Flugbetrieb seit Ende März komplett gestoppt. Ab 15. Juni will das Unternehmen wieder schrittweise loslegen, vor allem auf Strecken innerhalb Großbritanniens. Für das Sommerquartal von Juli bis September dürfte Easyjets Flugangebot aus heutiger Sicht aber immer noch rund 70 Prozent geringer ausfallen als ein Jahr zuvor, schätzt Lundgren. Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, sollen Passagiere, Besatzung und das Bodenpersonal Masken tragen.

Der Manager versucht nun weiterhin, den Geldabfluss zu bremsen. Easyjet hat sich bereits frische Kredite beschafft, darunter Mittel aus dem britischen Corona-Hilfsprogramm. Außerdem will die Gesellschaft eigene Flugzeuge verkaufen und zurückmieten. Insgesamt sollen die Maßnahmen rund zwei Milliarden britische Pfund (2,2 Mrd Euro) an zusätzlicher Liquidität bringen. Pro Woche verbrenne Easyjet derzeit 30 bis 40 Millionen Pfund.

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