Bestenfalls stabile Umsätze Hauen und Stechen am Bau

Nachrichtenquelle: PLATOW Verlag
29.05.2020, 09:16  |  2164   |   |   

Die Arbeitsteilung unter den Spitzenverbänden der Bauindustrie kommt in der Corona-Lage anschaulich zum Tragen. Während der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) die Tarifgespräche mit der IG Bauau führt und da vor allem in Molltönen über die Entwicklung am Bau spricht (s. PLATOW v. 20.5.), stimmt der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) das Lobbying mit der Berliner Politik betont positiv an. Geht es hier doch darum, ein Maßnahmenpaket zu schnüren, das die Bauwirtschaft weiterhin gut durch die Corona-Turbulenzen bringt.

Anstatt zu jammern, heben HDB-Präsident Peter Hübner und Hauptgeschäftsführer Dieter Babiel in der Online-PK zur Baukonjunktur 2020 denn auch die Stärken des Sektors hervor. Der Bau sei mit vielen Mehraufwendungen bislang deutlich besser durch die Pandemie gekommen als andere Branchen und könne als wichtiger Konjunkturmotor beim Neustart der Wirtschaft dienen, unterstreichen die HDB-Spitzen. Dafür brauche er aber Staatshilfe, so das Gespann. Denn die Auftragslage hat sich in der Krise stark verändert.

Nach historischem Höchststand im Orderbuch zu Jahresbeginn (Umfang: 52 Mrd. Euro), der ein abermals prächtiges Baujahr mit 5% mehr Umsatz (Vj.: 135 Mrd. Euro) versprach, brechen die Auftragseingänge inzwischen 30 bis 40% ein, schätzt Hübner. Die Pipeline läuft also leer und muss, das steht für Babiel fest, mit gezielten Konjunkturmaßnahmen neuen Zulauf kriegen. Fürs Gesamtjahr rechnet die Branche bestenfalls mit stabilen Umsätzen, real ein Minus von 3%.

Vor allem die Investitionen der öffentlichen Hand, die über ein Drittel der Bauumsätze generiert, dürften jetzt nicht gekappt werden, drängt der HDB. 66 Mrd. Euro sind etwa im Verkehr bis 2023 eingeplant. Zudem besorgt auch die Lage kommunaler Haushalte extrem. Durch die zusätzlichen Corona-Belastungen, es drohen 15 Mrd. Euro weniger Steuereinnahmen, hätten erste Gemeinden bereits Haushaltssperren verhängt, berichtet Hübner. Bei den öffentlichen Ausschreibungen, die durch stockende Prozesse weniger werden, entstünde ein „Hauen und Stechen“ um das günstigste Angebot zulasten der Auftragnehmer. Waren es vorher fünf Mitbewerber, sind es lt. Hübner inzwischen 15.

Abhilfe sieht der HDB-Vorsteher in zweckgebundenen Geldern vom Bund, die nicht Altlasten bedienen dürfen, und einem Paradigmenwechsel bei der Vergabe, die zu oft das günstigste Angebot über die Qualität der Leistung stellt.

Dieser Bericht ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Für Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen sowie für Vermögensschäden wird keine Haftung übernommen.

 

 

 



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