ROUNDUP 2 Kriselnder Autobauer Renault will 15 000 Jobs streichen

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
29.05.2020, 14:00  |  195   |   |   

(Im 1. Absatz, vorletzter Satz (Zitat Senard), wurde der Artikel "ein" ergänzt. Am Anfang des 10. Absatzes wurde ein überflüssiges Wort gestrichen.)

BOULOGNE-BILLANCOURT/HANNOVER (dpa-AFX) - Mit dem Abbau von rund 15 000 Stellen und milliardenschweren Kostensenkungen will der französische Autobauer Renault aus der Krise kommen. Ein kleineres Werk für mechanische Teile in der Nähe von Paris soll bis 2022 dichtgemacht werden, kündigte Renault-Präsident Jean-Dominique Senard am Freitag in Boulogne-Billancourt bei Paris an. Weitere Schließungen seien nicht geplant, auch nicht im Ausland: "Das ist kein Plan für Fabrikschließungen, das ist ein Sparplan." Renault hat bisher allein in Frankreich 14 Standorte.

An der Pariser Börse fiel der Aktienkurs am Mittag um über 6 Prozent auf etwas über 20 Euro. Im März 2018 lag der Kurs in der Spitze noch über 100 Euro. Das Unternehmen erwartet wegen der Kostensenkungspläne zunächst eine Belastung von rund 1,2 Milliarden Euro. Es sei fraglich, ob der Autobauer seine Kostensenkungspläne in der geplanten Weise umsetzen könne, schrieb RBC-Analyst Tom Narayan in einer am Freitag vorliegenden Studie. Zudem bezweifelt der Experte, ob Renault das Absatzniveau wie geplant aufrecht erhalten kann.

Bei dem geplanten sozialverträglichen Abbau von Stellen entfallen rund 4 600 auf Frankreich, in den übrigen Ländern weltweit sollen es über 10 000 sein. Das über drei Jahre laufende Sparprogramm hat einen Umfang von über zwei Milliarden Euro. "Wir müssen profitabler werden", sagte Interimschefin Clotilde Delbos. Ungeachtet der Probleme werde der Hersteller aber in der Formel 1 verbleiben.

Der Konzern mit bisher rund 180 000 Beschäftigten weltweit schrieb bereits im vergangenen Jahr rote Zahlen. Die Corona-Pandemie und die Absatzkrise verstärkten die Probleme. Der Konzern braucht einen staatlich garantierten Kredit von fünf Milliarden Euro; Senard zeigte sich zuversichtlich, dass der Vertrag bald unterschrieben werden kann. Das Unternehmen sei nicht bedroht: "Renault funktioniert, Renault lebt", sagte der frühere Chef des Reifengiganten Michelin .

Die gesamte Branche mit Hunderttausenden Arbeitsplätzen befindet sich im Umbruch. Bei anderen Autokonzernen laufen ebenfalls harte Umbau- und Kürzungsprogramme. Die Arbeitswelt in der Branche ändert sich radikal, die Unternehmen müssen bereits Milliarden in den schwierigen Wandel in Richtung E-Mobilität und Digitalisierung stecken. Der Nachfrageeinbruch in der Corona-Krise erhöht nun zusätzlich den Spardruck: Immer weniger Verbraucher interessieren sich für die Anschaffung eines Autos. Investitionen werden gedrosselt, viele weitere Jobs stehen auf der Kippe.

Seite 1 von 3
BMW Aktie jetzt ab 0€ handeln - auf Smartbroker.de



Diesen Artikel teilen

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel