Mehrwertsteuer-Befreiung für reine Elektroautos Deutscher Autopapst Dudenhöffer zerreißt Brüsseler Mehrwertsteuer-Pläne für E-Autos: „Führt uns tiefer in die Rezession“

03.06.2020, 14:06  |  129985   |   |   

Die EU-Kommission erwägt laut Bloomberg offenbar, reine Elektroautos von der Mehrwertsteuer zu befreien. Dies entspräche in Deutschland einer Preissenkung von 19 Prozent für E-Autos  –  hierzulande käme noch die Umweltprämie in Höhe von 6.000 Euro für Fahrzeuge unter 40.000 Euro hinzu. Der deutsche Autopapst Ferdinand Dudenhöffer übt jedoch scharfe Kritik an dem EU-Vorschlag und bringt einen Alternativvorschlag an.

Im Rahmen ihres Corona-Wiederaufbauprogramms erwägt die EU-Kommission offenbar, reine Elektroautos von der Mehrwertsteuer zu befreien. Dies berichtet der US-Nachrichtensender Bloomberg Ende Mai und zitiert aus einem Entwurf für ein EU-Papier.

Für Elektroautos würde dies eine massive Preissenkung bedeuten: Der „VW e-up!“ ist derzeit beispielsweise ohne Abzug des Umweltbonus ab 21.975 Euro zu haben. Durch den Mehrwertsteuererlass (rund 3.508 Euro) und den Umweltbonus (6.000 Euro) würde der elektrische Kleinwagen dann nur noch 12.466 Euro kosten. Damit wäre er günstiger als die Verbrenner-Version des „VW up!“, die mindestens 13.135 Euro kostet. Bei höherpreisigen E-Autos würde ein Mehrwertsteuererlass teilweise sogar den Umweltbonus übersteigen: Beim Tesla Model 3 (ab 45.000 Euro) z. B. macht die Mehrwertsteuer mehr als 7.000 Euro aus.

Der deutsche Autopapst Ferdinand Dudenhöffer hält jedoch wenig von einem Mehrwertsteuer-Erlass nur für E-Autos. Diese Maßnahme könne die Krise am europäischen Automarkt nicht wirkungsvoll eindämmen, da reine Elektroautos in Europa bisher nur auf einen Marktanteil von vier Prozent kämen. „Die Mehrwertsteuer nur für Elektroautos auszusetzen, führt uns tiefer in die Rezession. Das kann Brüssel nicht wollen“, so Dudenhöffer gegenüber der Zentralredaktion von wallstreet:online. Zuvor hatte Dudenhöffer mehrfach gefordert, die Mehrwertsteuer auf alle Produkte ab 10.000 Euro befristet zu erlassen.

Dudenhöffer hält die bestehenden EU-Vorgaben zur Förderung von umweltfreundlichen Autos für ausreichend. Um die E-Mobilität weiter zu fördern, fordert er aber, die CO2-Steuer vorzuziehen. Exklusiv gegenüber wallstreet:online sagte der Autoexperte: „Mit der EU-Vorgabe, dass Neuwagen nur 95 Gramm CO2/km verbrauchen dürfen, haben wir ein wirksames Instrument, um die Elektromobilität zu forcieren. Wir könnten es noch wirksamer machen, wenn die vorgesehene Besteuerung der Tonnen CO2 von 55 Euro im Jahr 2025 in Deutschland jetzt vorgezogen wird. Das würde etwa den Liter Diesel um 20 Cent in Deutschland im Preis erhöhen.“

Die politische Diskussion um die Frage, wie man der Automobilindustrie helfen könne, geht indes weiter. Die SPD lehnt Kaufprämien für Verbrenner weiter ab und fordert ausschließlich Kaufanreize für E-Autos. In der CDU und CSU gibt es jedoch weiterhin Stimmen, die auch Kaufprämien für Diesel und Benziner fordern. Viele Umweltschützer lehnen indes reine Kaufprämien für Autos generell ab. Der ökologische Verkehrsclub Deutschland e. V. (VCD) forderte gestern beispielsweise eine Prämie für umweltfreundliche Mobilität mit Bus, Bahn und Fahrrad, so der Bayrische Rundfunk.


Autor: Ferdinand Hammer


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