ROUNDUP 2 Schrumpfkur bei Lufthansa - 'Werden jeden Stein umdrehen'

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
03.06.2020, 16:34  |  245   |   |   

(neu: Aussagen aus Telefonkonferenz zu Stellenabbau, Verrechnung der Staatshilfen, Bekenntnis zu Lufthansa Technik, aktualisierter Aktienkurs)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Beschäftigten der Lufthansa müssen sich auf Stellenabbau und harte Einschnitte einstellen. Rein rechnerisch hat das von der Corona-Krise hart getroffene Unternehmen deutlich mehr als 10 000 Stellen zu viel an Bord, wie Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Mittwoch in Frankfurt sagte. Wie viele Jobs gestrichen würden, hänge auch von den Verhandlungen mit den Gewerkschaften ab, man wolle eine gemeinsame Lösung mit ihnen finden. Kündigungen will Lufthansa so weit wie möglich vermeiden. "Wir wollen weniger Arbeit anders verteilen", sagte Spohr. Zugleich betonte er: "Wir werden jeden Stein in dem Unternehmen umdrehen."

An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Nach anfänglichen Kursverlusten gehörte die Lufthansa-Aktie am Nachmittag mit einem Kursplus von rund 5,09 Prozent auf 9,936 Euro zu den stärksten Titeln im Dax . Seit dem Jahreswechsel hat das Papier rund 40 Prozent an Wert verloren. Index-Experten erwarten, dass die Lufthansa-Aktie den deutschen Leitindex nach fast 32 Jahren Mitgliedschaft noch im Juni verlassen muss. Die nächste außerordentliche Dax-Überprüfung findet an diesem Donnerstagabend statt.

Im Konzern hat man derzeit jedoch andere Sorgen. Das Management will die Stückkosten im Vergleich zum Niveau vor der Corona-Krise "deutlich" senken. Ziel sei nun eine Reduzierung um jährlich zwei bis vier Prozent, sagte Spohr. Das wäre doppelt so viel wie in den vergangenen Jahren. Spohr will der Hauptversammlung, die am 25. Juni dem rund neun Milliarden schweren Rettungspaket einschließlich Beteiligung des Bundes, einen entsprechenden Vorschlag präsentieren. Dazu soll am kommende Woche ein Spitzengespräch mit den drei Gewerkschaften Verdi, VC Cockpit (Piloten) und Ufo (Flugbegleiter) stattfinden. Der Konzern beschäftigt rund 138 000 Mitarbeiter.

Die Corona-Pandemie mit den folgenden Reisebeschränkungen hatte die Geschäfte der Lufthansa mit Ausnahme der Fracht nahezu zum Erliegen gebracht. Der Konzern benötigt daher staatliche Hilfe. Im Gegenzug muss die Lufthansa 24 Start- und Landerechte an ihren wichtigen Flughäfen in Frankfurt und München an die Konkurrenz abgeben.

"Die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen sichern die Solvenz des Unternehmens, bis es aus eigener Kraft wieder ausreichend Mittel erwirtschaften kann", erklärte die Lufthansa. Anfang Mai beliefen sich die flüssigen Mittel des Konzerns laut Spohr auf rund vier Milliarden Euro. Davon gehören 1,8 Milliarden Euro eigentlich den Kunden, die auf Erstattungen für nicht durchgeführte Flüge warten. Spohr entschuldigte sich, dass die Rückerstattung "so langsam geht".

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