Gehen Tesla und Co jetzt richtig steil? 130-Milliarden-Spritze: E-Auto-Kaufprämie verdoppelt, Verbrenner gehen leer aus — Dudenhöffer: „Kräftiger Impuls für Elektromobilität, aber…“

04.06.2020, 13:29  |  22509   |   |   

Die Große Koalition hat sich auf ein 130 Milliarden Euro schweres Corona-Konjunkturpaket geeinigt. Kernpunkte sind laut Bundesregierung: „Eine Senkung der Mehrwertsteuer, Hilfen für Kommunen, Zuschüsse für Familien und Förderung von Zukunftstechnologien“. Und: Während der staatliche Anteil an der Umweltprämie für E-Autos verdoppelt wird, gehen Verbrenner leer aus. Was bedeutet das für den deutschen Automarkt und für Aktionäre von Auto-Anteilsscheinen?

Im Rahmen des gestern Abend beschlossenen 130-Milliarden-Konjunkturpakets wird die Große Koalition die Kaufprämien für reine E-Autos verdoppeln: befristet bis Ende 2021 steigt der staatliche Anteil von bisher 3.000 auf 6.000 Euro für reine Elektroautos mit einem Listenpreis von maximal 40.000 Euro. Hinzu kommt noch die Förderung von Seiten der Hersteller, die bisher 3000 Euro betrug. Laut Reuters bleibt die Prämie der Hersteller auch zukünftig unverändert, sodass Käufer von reinen E-Autos mit einer Kaufanprämie von bis zu 9.000 Euro rechnen können. Bisher erhielten Käufer von batterieelektrischen Autos (BEV) einen Umweltbonus von maximal 6.000 Euro, der zur Hälfte von den Automobilherstellern und zur Hälfte durch einen Bundeszuschuss finanziert wurde.

Der deutsche Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer erklärte zur staatlichen Erhöhung der E-Auto-Kaufprämie: „Bei der Elektromobilität sind die 6.000 Euro für die rein batterie-getriebenen Autos ein sehr kräftiger Impuls. Mal sehen, inwieweit die Autobauer ihre heutigen Zuschüsse zu den Elektroautoprämien zurückfahren. Das würde ich nicht ausschließen. Also muss nicht alles beim Kunden ankommen. Aber die Prämie gibt den Elektroautos kräftig Schub, auch wenn wir eben nur einen kleinen Teilmarkt von vermutlich fünf oder zehn Prozent des Gesamtmarkts anschieben.“

Dudenhöffer kritisierte jedoch, dass das Konjunkturpaket der Autoindustrie insgesamt zu wenig helfe. Die E-Auto-Kaufprämie fördere nur einen kleinen Teilmarkt: „Es fehlt der große Schub für die restlichen 90 Prozent, und genau die bewegen unsere Wirtschaft und unser Sozialprodukt“. Dennoch lobte er aber die Mehrwertsteuer-Senkung, die sowohl deutschen Autobauern als auch Importeuren helfen würde.

Der Bundesverband eMobilität (BEM) begrüßt indes das Konjunkturpaket und die Erhöhung der E-Auto-Kaufprämie. BEM-Präsident Kurt Sigl erklärte heute in einer Pressemitteilung: „Elektromobilität ist mehr als nur ein neuer Antrieb, um die neue Technologie dreht sich ein ganzes Ökosystem neuer Aspekte, die überraschend klar sortiert im Konjunkturpaket der Großen Koalition enthalten sind. Jetzt gilt es, die zahlreichen Prozesse koordiniert umzusetzen und mit den notwendigen Energiefragen zu verbinden“.

Nachdem bekannt wurde, dass es keine Kaufprämien für Verbrenner geben wird, gaben die Aktien deutscher Autohersteller am Donnerstag deutlich nach: Daimler stand zeitweise bis zu fünf Prozent im Minus. Die BMW-Aktie steht am Donnerstagnachmittag im Xetra-Handel mehr als ein Prozent im Minus. Die VW-Aktie verlor rund ein Prozent (Stand: 04.06.2020, 13:04 Uhr). Die Tesla-Aktie steht bei Tradegate hingegen aktuell leicht im Plus.

Autor: Ferdinand Hammer
 


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Und die anteile Prämien, die die Hersteller gewähren werden in der Preiskalkulation sicher nicht berücksichtigt. Auch die Schummeleien bei den Abgaswerten sind reine Verschwörungstheorien ,-)

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