KORREKTUR/ROUNDUP Huckepack aufs Netz? - Woran es beim nationalen Roaming hakt

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
06.06.2020, 16:24  |  214   |   |   

(Im 2. Absatz muss es im letzten Satz heißen «einige 1&1-Frequenzblöcke» (statt: «die 1&1-Frequenzblöcke»). Außerdem wurde der Zeitplan im 4. Absatz, letzter Satz, korrigiert zu «Herbst 2019» (statt: «Ende 2019»))

MAINTAL (dpa-AFX) - 5G soll das Land besser, digitaler, smarter machen. Autonomes Fahren, Telemedizin, intelligente Mülleimer: Gern überbieten sich die Telekommunikationskonzerne gegenseitig mit neuen Meilensteinen und Visionen. Doch nicht nur die Deutsche Telekom und Vodafone , die bereits etliche 5G-Masten in Großstädten am Laufen haben, sondern auch Telefonica Deutschland und 1&1 Drillisch haben für die entsprechenden Frequenzen Milliarden auf den Tisch gelegt. Letztere haben noch gar nicht mit dem Ausbau begonnen. Dabei ist Kooperation zwischen den Wettbewerbern gefragt - und daran hakt es, auch ein Jahr nach der Frequenzversteigerung noch.

Anders als die drei Wettbewerber verfügt die in Maintal ansässige United-Internet-Tochter 1&1 Drillisch bislang noch nicht über ein eigenes Mobilfunknetz. Das soll sich ändern: Mit der Ersteigerung von Nutzungsrechten für 5G-Frequenzen hat sich das Unternehmen in Stellung gebracht, um zum vierten Netzbetreiber aufzusteigen. Da einige 1&1-Frequenzblöcke allerdings erst in einigen Jahren bereitstehen, mietet das Unternehmen bis dahin welche von Telefónica.

Doch damit ist es nicht getan: Bis 1&1 Drillisch flächendeckendes 5G-Netz anbieten kann, werden Jahre vergehen. Da das Unternehmen aber anders als seine Wettbewerber kein eigenes 4G-Netz betreibt, braucht es Hilfe. "Wir sind am Anfang auf Roaming-Kapazitäten angewiesen", erklärt Unternehmenschef Ralph Dommermuth im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. "Niemand möchte einen Mobilfunkvertrag nutzen, der erst einmal beispielsweise nur in Köln, Düsseldorf oder München funktioniert. Jeder möchte auch unterwegs surfen und telefonieren." Das bedeutet: Drillisch will quasi Rechte dafür anmieten, dass die eigenen Kunden außerhalb der Ausbauzone nicht ins Funkloch fallen, sondern die Netze der Wettbewerber nutzen können.

Die bei der Frequenzversteigerung festgelegten Auflagen der Bundesnetzagentur schreiben den Netzbetreibern ein sogenanntes "Verhandlungsgebot" vor: Es gibt also keine Pflicht dazu, die Netze zu vermieten - also sogenanntes nationales Roaming zu betreiben, aber es muss zumindest darüber verhandelt werden. Das ist auch geschehen - allerdings deutlich intensiver und länger, als von 1&1 Drillisch erhofft. "Jetzt sind wir ein Jahr weiter und haben immer noch kein nationales Roaming", beklagt Dommermuth. "Dass das kein Spaziergang wird, war klar." Doch der ursprüngliche Zeitplan des Unternehmens sah vor, die Gespräche bereits im Herbst 2019 abzuschließen.

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