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Lohnt sich die Anlage in Gold und andere Edelmetalle?

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Gastautor: Martin Brosy
12.06.2020, 16:29  |  1793   |   

In krisenhaften Zeiten, wie in der Finanz- und Bankenkrise ab 2008 und heute in der Corona-Krise, gewinnen Gold und weitere Edelmetalle an Beliebtheit. Anleger schätzen diese Sachwerte als sicheren Hafen. Ein Blick auf die Entwicklung des Goldpreises belegt dies: Mitte Mai notierte der Preis je Feinunze bei rund 1.544 Euro, das 52-Wochen-Tief gab es im Juni 2019 mit etwa 1.177 Euro: ein beeindruckender Kursgewinn.

Investoren haben ihr Kapital in Gold geparkt, um sich vor Verwerfungen auf den Aktienmärkten und anderen Finanzmärkten zu retten. Sie haben ihr Geld geschützt und zugleich eine attraktive Rendite eingefahren. Bedeutet dies, dass Anleger ihr gesamtes Kapital in Edelmetalle investieren sollten? Hier scheiden sich die Geister. Es gibt gute Gründe, daran zu zweifeln. Edelmetalle eignen sich optimal als Beimischung im Vermögensportfolio. Sie gehen jedoch wie alle Anlageformen mit Nachteilen einher.

Vielfältige Edelmetalle als Wertanlage

Die meisten Anleger denken an Gold oder Silber, wenn sie Edelmetalle als Anlageform in Betracht ziehen. Das sind die bekanntesten Edelmetalle, es gibt aber noch deutlich mehr Varianten. Beachtung verdienen insbesondere Platin, Palladium und Rhodium. Diese Edelmetalle zeichnen sich durch ihre große Nachfrage bei begrenztem Vorkommen aus, weil sie in wichtigen industriellen Fertigungsprozessen wie bei der Smartphone-Herstellung und in der Automobilindustrie Verwendung finden. Wer einen Teil seines Kapitals in Edelmetalle anlegen will, sollte auch diese seltenen Edelmetalle in seine Überlegungen einbeziehen.

Edelmetalle als Inflationsschutz

Warum setzen so viele Anleger in Krisen auf Gold, Silber und Co.? Diese Frage lässt sich leicht beantworten. Investoren fürchten, dass Wirtschafts- und Finanzkrisen eine Inflation auslösen und Währungen abstürzen lassen. Eine inflationäre Entwicklung basiert meist darauf, dass Notenbanken die Märkte mit Geld fluten. Das geschieht seit der Finanz-, Banken- und Eurokrise vor über zehn Jahren, insbesondere durch die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken. Diese Flutung mit Geld kann theoretisch die Preise massiv steigen lassen. Edelmetalle sind dagegen eine sichere Währung, sie bieten sich als Inflationsschutz an: Sie kommen nur in überschaubarer Menge in der Natur vor, sie lassen sich nicht wie Geldscheine unendlich vermehren. Deswegen sind sie in Zeiten einer hohen Inflation das ideale Zahlungsmittel.

Wie wichtig ist der Schutz vor Inflation?

Der Inflationsschutz der Edelmetalle gewinnt aber nur dann Relevanz, wenn die Preise überproportional steigen. Einige Verfechter der umfangreichen Gold- und Edelmetallanlage warnen seit 2008 vor einer drohenden Inflations- und Währungskrise. Bisher ist dieses Szenario nicht eingetreten. Im Gegenteil: Über mehrere Jahre herrschte eher die Angst vor, dass es zu sinkenden Preisen und einer Deflation kommt. 2019 lag die deutsche Inflationsrate zum Beispiel bei 1,4 %, das ist deutlich unter der von der Europäischen Zentralbank ausgegebenen Zielmarke von 2 %. Momentan spricht wenig dafür, dass Anleger aus Sorge vor einer anziehenden Inflation und damit raschen Kaufkraftverlusten in Edelmetalle investieren sollten.

Edelmetalle als Investment: Absicherung und Renditechancen

Grundsätzlich ergibt es Sinn, das Anlagevermögen gegen eine zu hohe Inflationsrate abzusichern. Niemand weiß, was die nächsten Jahre bringen werden. Gleichwohl ist das aktuell nicht das entscheidende Argument für ein Investment in diese Sachwerte. Nirgends am Horizont ziehen bezüglich Inflation dunkle Wolken auf, auch wenn die Notenbanken weltweit die Auswirkungen der Corona-Krise mit niedrigen Zinsen bekämpfen. Interesse verdienen Gold und Co. gegenwärtig aufgrund der Renditechancen. In krisenhaften Zeiten investieren viele Anleger in Sachwerte, entsprechend steigen die Kurse der Edelmetalle. Wer zum richtigen Zeitpunkt investiert, profitiert von erheblichen Wertsteigerungen.

Keine absolute Sicherheit: Verluste mit Edelmetallen möglich

Manche preisen Edelmetalle als optimale Sicherheit für das Vermögen an. Bei einem genaueren Blick auf die Kursentwicklungen zeigt sich, dass dieser pauschale Rat nicht stimmt. Gold und andere Edelmetalle sind zwar in inflationären Zeiten der perfekte Schutz, aber sie sichern keinesfalls grundsätzlich das Vermögen ab. Alle Edelmetalle unterliegen genauso wie Aktien und Anleihen erheblichen Kursschwankungen. Das liegt unter anderem am Verhalten der Anleger. Befürchten sie eine Wirtschaftskrise oder ist sie schon eingetreten, flüchten sie in Sachwerte. Nach der Überwindung der Krise lässt sich die gegenteilige Bewegung beobachten. Die Folge ist, dass die Kurse teilweise stark sinken. Bei Industriemetallen wie Platin kommt ein weiterer Faktor hinzu: Deren Wert hängt von der Nachfrage aus der Wirtschaft ab. In einer Wirtschaftskrise sinkt deren Wert sogar eher, weil Autohersteller und andere weniger Produkte verkaufen und deswegen weniger Rohstoffe benötigen.

Gold und Co. als Beimischung für das Portfolio empfehlenswert

Die Gefahr überdurchschnittlicher Preissteigerungen sollte jeder vernünftige Anleger im Blick haben. Inflationsschutz ist ein wichtiger Eckpfeiler eines klugen Vermögensmanagements. Momentan liegt eine inflationäre Entwicklung zwar in weiter Ferne, trotzdem empfiehlt sich eine Absicherung des Angesparten vor Kaufkraftverlusten. Vor allem die Renditechancen sind ein gewichtiges Argument, um in Gold und andere Edelmetalle zu investieren.

Vernunft bedeutet jedoch auch, nicht alles auf eine Karte zu setzen. Edelmetalle zeichnen sich durch relevante Kursschwankungen aus. Anleger können Gewinne verbuchen oder Verluste einfahren. Das unterscheidet sich nicht von Aktieninvestments. Daraus ergeben sich zwei Tipps: Investoren sollten ihr Portfolio diversifizieren, also nur einen Teil ihres Vermögens in Edelmetallen anlegen. Weitere Investitionsmöglichkeiten sind beispielsweise Aktien, Anleihen, Festgelder und Immobilien verteilen. Zudem sollten sie das Kapital für Edelmetalle auf verschiedene Sorten streuen, weil es unter anderem zwischen Gold und Industriemetallen abweichende Kursentwicklungen geben kann.

Über den Autor:

Die Primus GmbH hat sich in Ihrer knapp 30-jährigen Unternehmensgeschichte als leistungsstarker Versandhändler im Bereich Münzen und Briefmarken etabliert. Das umfassende Sortiment an Münzen und Briefmarken erstreckt sich von historischen bis hin zu aktuellen Exemplaren aus aller Welt und wird durch Edelmetalle und passendes Sammlerzubehör ergänzt.

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