Im Sinkflug Lufthansa-Tiefstkurse: Jetzt Kranich-Aktien kaufen? – Was „Börsen-Oma“ Beate Sander rät

15.06.2020, 13:21  |  37257   |   |   

Am kommenden Montag ist es soweit: Die Lufthansa-Aktie steigt nach 32 Jahren DAX-Zugehörigkeit in den MDAX ab. Die Corona-Krise hat Deutschlands größte Fluggesellschaft schwer getroffen: Allein im laufenden Jahr verlor die Aktie mehr als 38 Prozent. Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um Lufthansa-Aktie zu kaufen? wallstreet: online hat bei der Börsen-Oma nachgefragt.

Beate Sander (82), Millionärin durch Aktien und Bestsellerautorin*, besser bekannt als „Börsen-Oma“*, rät aktuell vom Kauf von Lufthansa-Anteilscheinen ab. Exklusiv gegenüber der Zentralredaktion von wallstreet:online erklärte die renommierte Börsenexpertin ihre Entscheidung ausführlich:

Wer keine Lufthansa-Aktien besitzt und ein großes, breit gestreutes Aktiendepot anstrebt, sollte entweder verzichten oder Kursschwächen abwarten und fortlaufend beobachten, wie sich die Lufthansa im MDAX mit den mittelgroßen Werten entwickelt. Wer Lufthansa-Aktionär ist, kann dem Titel die Treue halten, aber auch bei weiterer Kursschwäche einen Teil- oder Komplettverkauf überlegen. Bei starker Kurserholung bieten sich auch Gewinnmitnahmen an."

Der Rauswurf aus dem DAX sei für die Lufthansa „eine ebenso schmerzhafte Tatsache wie der Abstieg eines langjährigen Mitglieds der ersten Bundesliga in die zweite Liga“, so Beate Sander. Der MDAX sei aber „mit den wichtigen Zukunftsmärkten Biotech, Medtech und Software ein attraktives Auffangbecken für die Lufthansa“.

Infolge der Corona-Pandemie war es zu einem heftigen Einbruch beim weltweiten Passagieraufkommen gekommen. Die Lufthansa musste infolgedessen mit Staatsgeldern in Höhe von neun Milliarden Euro gerettet werden. Trotz der Finanzspritze könnten bei der Airline bis zu 26.000 Stellen wegfallen. Außerdem will die Lufthansa auch ihre Flotte verkleinern. Dies hatte das Unternehmen vergangenen Mittwoch bekanntgeben.

Beate Sander ist überzeugt, dass der inländische Flugverkehr wegen deswachsenden Umweltbewusstseins auch langfristig abnehmen wird. Inlandsflüge würden zunehmend durch den Schienenverkehr ersetzt werden. Dies könnte langfristig zusätzliche negative Auswirkungen auf Deutschlands größte Fluggesellschaft haben.

Tatsächlich ist das Passagieraufkommen bei Inlandsflügen in Deutschland im vergangenen Jahr um 1,9 Prozent gesunken. Bereits 2018 war es zu einem Rückgang von 0,8 Prozent gekommen, so die Tagesschau.

Am Montagvormittag steht die Lufthansa-Aktie im Xetra-Handel fast vier Prozent im Minus. Ein Anteilsschein kostet aktuell 10,05 Euro. Derzeit kommt die Lufthansa nur noch auf eine Marktkapitalisierung von rund 4,8 Milliarden Euro (Stand:15.06.2020, 11:12 Uhr). Innerhalb eines Jahres verlor die Lufthansa-Aktie mehr als 42 Prozent.

Deutsche Lufthansa

Autor: Ferdinand Hammer

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5 Kommentare

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Kommentare

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07.08.20 15:30:23
Zitat von alex34_2002: Der „Staat“ hat ja was unternommen. Hat für ca. 2! Euro Anteile übernommen.
2. Welle wird kommen.
Pensionen, teure Luxuspiloten, wiegen schwer.
Das sieht nicht gut aus.
Folgen wir der Börsenoma und verkauften beilüdet Gelegenheit.


Um es kurz zu machen: die Lufthansa AG ist seit 10 Jahren zum Opfer ihres gierigen Personals geworden. Das den Hals nicht voll kriegt. Ständige Streiks haben die AG ausgesaugt. Statt die Interessen der Eigentümer zu vertreten, hat CEO Spohr nach Art von Merkel immer klein beigegeben und hat bezahlt. Da ist RYANAIR-Boss O'Leary osä. von anderem Kaliber. Deswegen war die LH praktisch pleite und brauchte Staatsknete und Ryanair brauchte NIX. Schaut Euch die Charts der beiden Papiere an. Dann wisst ihr alles. Übrigens: die LH ist noch lange nicht safe. Wer pro Stunde 450.000,- € verbrennt, pro Monat über 300 Mio. €, für den kommt bald die Stunde der Wahrheit. Ihr werdet sehen ....Mein Rat: verkaufen, bevor der Laden in die Insolvenz rauscht. LH hat bekanntlich auch noch mind. 1,3 Mrd. € Schulden an geprellte Ticketkäufer zurück zu erstatten. Rechnet das ALLES einfach mal zusammen, wie eine schwäbische Hausfrau ... Ohne noch mehr Staatsknete ist der Laden zum Jahresende dicht ...👋👋
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03.08.20 19:59:57
Der „Staat“ hat ja was unternommen. Hat für ca. 2! Euro Anteile übernommen.
2. Welle wird kommen.
Pensionen, teure Luxuspiloten, wiegen schwer.
Das sieht nicht gut aus.
Folgen wir der Börsenoma und verkauften beilüdet Gelegenheit.
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15.06.20 22:20:19
@ Schorsch60: ich sehe es ähnlich. Sogar schon eher als Dezember denkbar.

Wenn es keine zweite Welle gibt oder nicht im Ausmaß wie die erste, wird Lufthansa wohl schon im Sommer viele Touristen transportieren.

Der Staat wird auch einiges unternehmen um die "Stahlvögel" in der Luft zu halten. Das ist immer noch günstiger, als die Arbeitslosen Masse bei der Insolvenz zu regulieren.
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15.06.20 21:11:54
"Wer Lufthansa-Aktionär ist, kann dem Titel die Treue halten, aber auch bei weiterer Kursschwäche einen Teil- oder Komplettverkauf überlegen. Bei starker Kurserholung bieten sich auch Gewinnmitnahmen an."

Also auf deutsch: Wenn die Aktie steigt, verkaufen. Wenn die Aktie fällt, ebenfalls verkaufen.

Und mit solchen Plattitüden wird man (frau) Bestsellerautorin und Börsenmillionärin? Ich fasse es nicht...
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15.06.20 20:26:54
Ich bin der Meinung dass die Lufthansa spätestens im Dezember den MDax verlässt und wieder zurückkommt. Denn der BR der Flughafen Brandenburg Berlin eröffnet und das Web der Lufthansa helfen.

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