Abgasskandal Der Mercedes-Motor OM 651 im Dieselskandal

17.06.2020, 07:21  |  1101   |   |   

Der Motor OM 651 wurde in zahlreichen Mercedes-Modellen verbaut und hat im Abgasskandal als einer der meistgenannten Motoren mit illegalen Abschalteinrichtungen traurige Berühmtheit erlangt. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat mittlerweile hunderttausende Fahrzeuge mit dem Motor OM 651 zurückgerufen, um ein Softwareupdate aufspielen zu lassen. Besitzer von betroffenen Dieselfahrzeugen haben Anspruch auf Schadensersatz vom Hersteller.

Der Dieselmotor OM 651 der Daimler AG wurde im Oktober 2008 im Modell Mercedes-Benz C 250 CDI BlueEFFICIENCY vorgestellt. Als Nachfolger der OM-646-Vierzylinder-Baureihe sollte der Vierzylinder-Reihenmotor die schwächeren Versionen des V6-Motors OM 642 ablösen. Dafür wurde der Motortyp OM 651 komplett neu entwickelt.

Der Motor OM 651 von Mercedes-Benz im Dieselskandal

Nachdem 2015 zunächst die Motormanipulationen bei Volkswagen bekannt wurden, steht seit Februar 2018 auch der Daimler-Konzern mit der Premiummarke Mercedes-Benz im Verdacht, seine Kunden bei der Abgasreinigung betrogen zu haben. Zwar bestreitet der Konzern den Vorwurf, illegale Software zu nutzen, doch der Verdacht erhärtete sich, als Daimler 2018 tausende Fahrzeuge zurückrufen musste.

Im April 2019 wurde bekannt, dass bei rund 60.000 Mercedes-Benz-Modellen GLK 220 CDI mit dem Motor OM 651, die zwischen 2012 und 2015 produziert wurden, der gesetzliche Grenzwert für Stickoxide deutlich überschritten wird. Es folgten weitere amtliche Rückrufe – zuletzt ging es um 170.000 Mercedes-Diesel-Fahrzeuge, die am 12. Juni 2020 zurückbeordert wurden. Insgesamt hat das KBA bisher etwa 1,4 Millionen Fahrzeuge verpflichtend zurückgerufen. Dazu kommen noch knapp vier Millionen freiwillige Rückrufe.

Mehrere illegale Abschalteinrichtungen beim Motor OM 651

Der Motortyp OM 651 ist der meistverbaute Motor in der Markengeschichte des Stuttgarter Autokonzerns und kommt in fast allen Baureihen im Einsatz. Jetzt steht der ehemals als „Wundermotor“ angepriesene Vierzylinder mit 1,8 oder 2,2 Litern Hubraum im Zentrum der Vorwürfe gegen Daimler.

Anfang 2018 entdeckte das KBA gleich mehrere unzulässige Abschalteinrichtungen in Mercedes-Benz-Fahrzeugen mit dem Motor OM 651. Der Konzern versuchte zunächst, den Schaden mit „freiwilligen“ Softwareupdates zu beheben, doch das KBA ordnete im Oktober 2019 einen weiteren amtlichen Rückruf an.

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