Was die w:o Community heiß diskutiert w:o Börsengeflüster – Der freie Fall von Wirecard: „Das ist hier kein Anlegen mehr, sondern Monopoly“

19.06.2020, 14:06  |  38008   |   |   

Nach der gestrigen Horrornachricht für jeden Wirecard-Aktionär steht die Aktie momentan bei 26,40 Euro (14:00 Uhr, 19.06.2020). Das Statement von CEO Markus Braun konnte die w:o Community wenig beruhigen. Ob der nun vollzogene Rücktritt von Braun etwas an dem Aktienkurs ändert, bleibt abzuwarten. Die Meinung der User im wallstreet:online Forum ist jedoch eindeutig, sie sind enttäuscht und sehnen sich nach Transparenz in diesem Bilanzskandal:

ValueInvest67: „Ich sehe hier aktuell keinerlei positive Aspekte. Es ist nichts geklärt und meine Erwartung an eine Klärung ist gering.“

Biologe_1: „Für Wirecard wird das Bilanzproblem nun zu einem existenziellen. Sollte das Unternehmen bis zum 19. Juni 2020 keine testierte Bilanz vorlegen können, dass wohl nicht geschehen wird, dann können Kredite in Höhe von rund zwei Milliarden Euro gekündigt werden.“

Doom123: „Das einzige was uns jetzt noch hilft, wäre eine Übernahme. Das könnte den Kurs noch beflügeln.“

AndertonJ: „Zum Zocken ist die Aktie noch gut, aber als Investment ist Wirecard am Ende. Der Reputationsschaden ist nicht mehr zu beheben. Wer möchte mit einem Zahlungsdienstleister zu tun haben, der keine Kontrolle/ Ahnung über derart hohe Beträge auf seinen Bankkonten hat.“

KlausKleber: „Persönlich gehe ich nicht davon aus, dass sich Wirecard noch einmal von diesem Massaker erholt, erst recht nicht in sechs Monaten. Klar könnte man mit dem Wert heute spekulieren und gegebenenfalls 10 bis 20 Prozent Gewinn in ein paar Stunden erzielen. Für mich ist das aber mindestens genauso wahrscheinlich, dass das Ding jetzt komplett abstürzt. Ich habe heute Morgen die Reißleine gezogen, bin mit zwei blauen Augen und gebrochenen Beinen davongekommen. Der Verlust tut richtig weh, aber besser als die Kohle noch zu verbrennen. Sollte Wirecard das überleben, werden sie meiner Meinung nach noch Jahre mit den Folgen zu kämpfen haben. Auf neue Investoren braucht man aufgrund des Glaubwürdigkeitsverlustes nicht zu hoffen. Für mich ist das Kapitel hier jedenfalls beendet. Schmerzhaftes Lehrgeld! Ich wünsche allen noch Investierenden von Herzen viel Glück! Ich denke, das könnt ihr gebrauchen.“

OSFAF: „Nehmt den Rest mit und legt woanders an. Das hier ist kein Anlegen mehr, sondern Monopoly!“

Wirecard

Forsyth: „Eine Firma, deren Produkt mit Geld zu tun hat, verliert wohl mit solchen Possen die Reputation. Das wird sich auf zukünftige potenzielle Partner auswirken. Ich bin froh, damals ausgestiegen zu sein.“

RealJoker: „Wer sich gegen die großen Marktteilnehmer positioniert, verliert in der Regel. Die Leerverkäufer wussten die ganze Zeit, dass mit den Salden etwas faul ist. Nur Wirecard wusste angeblich nichts? Ich halte das nicht für glaubhaft.“

Capolenaris: „Nach dem grauenhaften Statement von Markus Braun bin ich nun auch raus – 25.000 Euro Minus.“

Easymueller: „Börse ist und bleibt das einzige legale Pilotenspiel in Deutschland. Wirecard, bitte einreihen bei Enron, FlowTex & Co.!“

McCheck: „Freis statt Braun, das ist gut und wichtig, um Wirecard noch eine geringe Chance zu geben. Man wird wohl mit den Banken eine neue Kreditlinie aushandeln. Aber die Chance auf deutlich ansteigende Aktienkurse ist weiterhin sehr gering in meinen Augen, wenn die 1,9 Milliarden Euro wirklich weg sind, wie es den Anschein macht. Wirecard wird die nächsten Monate und womöglich Jahre ums Überleben kämpfen müssen.“

Wie es mit Wirecard weitergeht, ob Anleger auf Schadenersatz hoffen dürfen oder ob vielleicht eine sogar Übernahme ansteht: Das Thema Wirecard wird die w:o Community wohl noch eine ganze Weile beschäftigen…

Bis zum nächsten w:o Börsengeflüster,
Sina Soltau, wallstreet:online Zentralredaktion

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4 Kommentare

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Kommentare

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20.06.20 11:48:28
Weil wirecard wie andere Bezahldienstleister wahrscheinlich auch, eine Vertriebssystem hat, wo Vertriebler eine Provision für neue Kunden und deren Umsätze kriegen.

Da Asien geografisch, sprachlich wie schriftlich weit weg ist, passieren Luftbuchungen dann mit erhöhter Wahrscheinlichkeit, um Umsätze / neue Kunden vorzutäuschen. Abrechnungsbetrug machen leider viele Menschen in vielen verschiedenen Branchen. (Medizin,Versicherung,Finanzen, Gaststätten (Geldwäsche))

Wenn da nicht laufend in der Tiefe geprüft wird, merkt das Managemant das nicht oder wie hier - zu spät. EY haben es offenbar auch nicht bemerkt, da sie überwiegend nur formal die Bilanzen prüfen. D.h. die 1,9 Mrd. sind nicht weg - sie waren höchstwahrscheinlich noch nie da.
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20.06.20 00:39:58
ja nee. ist klar...tolles Unternehmen ...unendlicher Wachstum....super stark steigende Gewinne....und warum dann Luftbuchungen ?
forget it.....ist sowas wie ein Schneeballsystem de luxe
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20.06.20 00:32:28
Das dümmste was die ganzen vielen Aktionäre mit den zittrigen Händen, die bei wirecard erst spät bei hohen Kursen eingestiegen sind, machen können, ist nun einem Übernahmeangebot zuzustimmen für nen Appel und Ei, dessen preis nochmal deutlich unter dne letzten Kursen liegt.

Wirecard hat einen hervorragende Technologie, war und ist fähig neue Märkte zu erschließen, hatte jedoch ein nicht mehr passendes Management - das gehört ausgetauscht. Dann kann es mit Aktienkurs wieder bergauf gehen. Wirecard hat das Potenzial dazu.

Daher nicht in Boxhorn jagen lassen, sondern Nerven behalten. Die Banken werden nicht den Stecker ziehen, weil sie dann alle zusammen den Schaden festschreiben.
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19.06.20 22:40:05
👍🏻👍🏻

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