Das Potential von morgen & die Absicherung für heute

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Gastautor: Martin Brosy
19.06.2020, 18:56  |  351   |   

Corona-Krise? An den Aktienmärkten war in den zurückliegenden Wochen davon wenig zu spüren. Der erste Schock des Lockdowns war quasi innerhalb von wenigen Tagen vergessen. Der Handel wurde von den Optimisten bestimmt. Die Kurse sind in die Höhe geschossen, als gebe es kein Morgen. Doch kann diese Entwicklung wirklich nachhaltig sein? Befinden wir uns auf dem Weg zum nächsten Wirtschaftswunder? Wir haben die aktuelle Situation folgend etwas näher beleuchtet.

Alle Indizien sind negativ

Die Investition in Aktien ist immer eine Wette auf Morgen. Die Rallye an den Märkten hat deutlich gezeigt, dass der Handel am Parkett sehr wenig mit der wirtschaftlichen Realität zu tun hat. In der zurückliegenden Kursexplosion wurden quasi alle positiven Entwicklungen der kommenden Monate bereits eingespeist, in der Hoffnung, dass diese dann auch kommen werden. Der Finanzmarkt ist vorgeschossen, die Wirtschaft muss nachlegen, ansonsten könnte es sehr bald ein böses Erwachen geben. Nicht wenige Experten vergleichen die Aktien-Entwicklung momentan mit der fallenden Katze, die zum letzten Sprung ansetzen, um danach besonders krachend in die Tiefe abzustürzen.

Richtig ist, dass alle realen Wirtschaftsdaten für eine nachhaltige, negative Entwicklung sprechen. Die Zahlen vom US-Arbeitsmarkt sind so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht. Der FED geht das Pulver aus. Fast alle Hebel der Zentralbank sind ausgeschöpft. Die Wirtschaftsleistung in Großbritannien wird in diesem Jahr um 20 Prozent sinken. In Deutschland und in den anderen EU-Staaten geht’s ebenfalls abwärts. Die Regierungen können und werden zwar weitere Milliarden-Summen nachlegen, ob daraus jedoch ein Wachstum entsteht, darf zumindest kurz- und mittelfristig bezweifelt werden.

Eine negative wirtschaftliche Entwicklung kann aber trotzdem zu den verrücktesten Stilblüten führen. Die beiden US-Konzerne Hertz und JC Penney mussten vor wenigen Wochen Insolvenz anmelden. Was ist passiert? Die Aktien sind zum Zocker-Spielplatz geworden. Die Wertpapiere beider Unternehmen sind innerhalb von wenigen Tagen um 100 Prozent gestiegen.

Derartige Trends sind aber weder vorhersehbar noch nachhaltig. Mittelfristig, so unsere Börseneinschätzung, wird’s kontinuierlich nach unten gehen. Neue Rallyes sehen wir eher nicht.

Zwischen-Fazit: Alle vermeintlich positiven, wirtschaftlichen Entwicklungen der kommenden Monate sind in den aktuellen Börsenkursen bereits mehr oder minder eingespeist.

Kick-Tipp: Turbo Bear Papiere nutzen

Die fallenden Aktienkurse sind im Handel natürlich nicht ausschließlich negativ zu sehen. Sie benötigen lediglich die passenden Mechanismen, um sich gegen die niedrigen Indizes abzusichern. Unsere Empfehlung sind die Turbo Bear Papiere, mit denen auf die weiteren sinkenden Kurse gesetzt werden kann. Gerade für den Dax gibt’s an dieser Stelle zwei sehr gute Angebote. Wir sehen den WKN JM6HZ0 von JP Morgan und den WKN UD3BLK von UBS als ideale Anlegeprodukte.

Mit den Turbo Bear Papieren können Sie überproportional den Kurs-Entwicklungen partizipieren. Es handelt sich um Hebelprodukte. Im Falle von JP Morgan und UBS sind die Hebel mit drei bis fünf Prozent im moderaten, sicheren Bereich zu finden. Mit der Hebelwirkung werden die Verluste im Index ausgeglichen. Sollte der Dax steigen, revidiert dieser dann das Minus der Bear-Papiere.

Sehr gute Turbo-Hebel Angebote gibt’s auch für den S&P 500 Handel. Wer den Markt bevorzugt sollte folgende Produkte nutzen:

  • WKN MF7K40 von Morgan Stanley mit Hebel 4
  • WKN DF90MK von der DZ Bank mit Hebel 6


Anleger, die eine komplett konservative Strategie verfolgen, können sich zudem in Zurückhaltung üben. Es spricht nichts dagegen zwischen 40 und 60 Prozent des eigenen Anlagevolumens als Cashreserve für einige Monate einfach aus dem Verkehr zu ziehen.

Die Lufthansa auf dem Sinkflug?

Die Schlagzeilen in Deutschland wurden in den zurückliegenden Wochen natürlich vom Lufthansa Ausstieg aus dem Dax dominiert. Begründet wurde der Rausschmiss nach über 30 Jahren mit den stark gefallen Kursen vom Kranich. Wer sich jedoch die Langzeit-Entwicklung der Lufthansa Aktien anschaut, wird erkennen, dass die Entwicklung weniger dramatisch ist als vorgegeben. Wo stand die Lufthansa Aktie am 5. Juli 2010? Bei 11,72 Euro. Heute wird das Wertpapier auf 10,47 Euro (Stand 13.6. 2020) taxiert. Von einem langfristigen Einbruch kann also mitnichten die Rede sein. Die zwischenzeitliche Entwicklung im letzten Jahrzehnt zeigt zudem, dass die Lufthansa nie richtig abgehoben ist. Der Höchststand von 30,20 Euro kurz vor Weihnachten 2017 war nicht wirkliche Kurs-Explosion.

Der internationale Handel in den zurückliegenden Tagen hat gezeigt, dass vor allem Aktien von Luftfahrt- und Kreuzfahrt-Gesellschaften besonderes Kaufinteresse vorzuweisen hatten, nach dem Motto – es kann ja nur besser werden. Ist der Dax-Ausstieg der Lufthansa eine Chance? Wird’s ab Juli einen rasanten Weg im MDax nach oben geben? Wir prognostizieren einen kurzfristigen Schub. Ein paar Prozente können die Anleger einstreichen, jedoch im übersichtlichen Rahmen. Mittel- und langfristig sehen wir die Lufthansa Papiere im stabilen, aber niedrigen Bereich.

Die Deutsche Wohnen SE wird die Lufthansa im Dax ablösen. Das Berliner Immobilien-Unternehmen hat wirtschaftlich zweifelsfrei einen beeindruckenden Aufstieg hingelegt, wobei die Arbeitsweisen der Firma am Wohnungsmarkt moralisch nicht selten am Rand des guten Geschmacks sind. Gegründet wurde die Deutsche Wohnen SE einst von der deutschen Bank. Die Börsen-Einführung erfolgt 1999. Der freie Handel der Aktien ist seit 2006 möglich, nach der Beherrschungsvertrag mit der Deutschen Bank aufgelöst wurde. Der Immobilien-Konzern hat bereits 2018 einen Umsatz von über 1,1 Milliarden Euro gemacht.

Auf die Gesamtperformance vom Dax dürfte der Wechsel Lufthansa vs. Deutsche Wohnen SE kaum Auswirkungen haben. Der Kurs des Berliner Immobilien-Unternehmens liegt aktuell bei knapp 40 Euro, das 52-Wochen-Hoch ist bei 45,40 Euro zu finden. Eine kleine Wertsteigerung in ähnliche Regionen ist möglich, mehr aber nicht.

e-Mobilität Schaeffler & Tesla und Nikola

Wer als Investor aktuell eine langfristige Strategie im Blick hat, kommt an der e-Mobilität kaum vorbei. Die Frage lautet Georg Schaeffler vs. Elon Musk. Blickt man auf die Marktkapitalisierung und den Umsatz im letzten Jahr, sprechen die Zahlen für Tesla. Es gibt jedoch zwei wesentliche Punkte, die aus unserer Sicht eher für ein Invest in die deutsche Schaeffler Gruppe sprechen. Das Unternehmen arbeitet profitabel und hat mit dem Verbrenner-Sektor ein zweites, wesentliches Standbein.

Schaeffler hat in den zurückliegenden Monaten unter Extrembedingungen bewiesen, dass man sehr gute Elektro-Autos bauen kann. Der deutsche Konzern ist der Ausstatter der immer populäreren Formula E. Zudem hat das Tochterunternehmen Compact Dynamics vor wenigen Tagen den Zuschlag für die Lieferung des Hybridsystems für die FIA World Rally Championship 2022 erhalten. Der deutsche Hersteller will mit seiner neuen Mobilität demnächst in Großserie gehen. Für eines der patentstärksten Unternehmen der Welt dürfte der Schritt kein wesentliches Hindernis sein. Nicht zuletzt ist die Kaufentscheidung Schaeffler vs. Tesla aber auch ein wenig Unternehmens-Philosophie. Während Elon Musk als überdrehter Hans-Dampf in allen Gassen gilt, setzt der zurückhaltende Georg Schaeffler eher auf deutsche Ingenieurs- und Handwerkstradition. Unsere Kampfempfehlung für eine langfristige „grüne“ Anlagestrategie ist ganz klar Schaeffler.

Ein Hype-Unternehmen wollen wir nicht vergessen, den LKW-Hersteller Nikola. Die amerikanische Firma wird an den Börsen in Übersee momentan gefeiert und hat bereits ein Markenwert von gut 28 Milliarden Dollar. Nikola hat noch kein einziges Auto produziert, keine Einnahmen und Verluste in Millionenhöhe. An der Börse wird`s in den kommenden Monaten und Jahren vermutlich trotzdem weiterhin steil nach oben gehen.

Aktien vs. Sportwetten: Neues strategisches Denken

Wer in Aktien investiert, benötigt den strategisch richtigen und klugen Ansatz. In den aktuell schwierigen Zeiten am Finanzmarkt lohnt sich der Blick etwas über den Tellerrand hinaus – zu den Sportwetten. Mit einem durchdachten, zurückhaltenden Wettsystem kann ebenfalls nachhaltig Kapital aufgebaut werden und dies teils sogar recht kurzfristig. Wer sich selbst noch nicht mit der Wirkung und den Erfolgschancen der Wettquoten beschäftigt hat, kann zum Einstieg Online-Hilfen und Tipps in Anspruch nehmen, beispielsweise bei King of Bets.

Die Sportwetten sind in einem Punkt übrigens vergleichbar mit den Aktienmärkten. Die Tipps bzw. Wetten auf die Großen am Markt, wie den FC Bayern München, bringen kaum Gewinne. Fußballwetten auf die Regionalliga oder die Tennis Tipps gelten indes als heiße Eisen im Feuer.



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