Corona Auswirkungen auf die Erotikbranche

Gastautor: Martin Brosy
23.06.2020, 08:38  |  263   |   |   

Es gibt kaum einen Lebensbereich, der aktuell nicht von der Corona Pandemie beeinflusst wird: Geburtstage werden im kleinsten Kreis gefeiert, gearbeitet wird im Home-Office und anstatt ins Restaurant zu gehen, gibt es Pizza vom Lieferdienst. So ist es kaum verwunderlich, dass sich die Krise auch massiv auf die Erotikbranche auswirkt. Wir berichten über die diesbezüglichen Entwicklungen und zeigen auf, wer von Corona profitiert – und wer als bitterer Verlierer um seine Existenz bangen muss.


Photo by Dainis Graveris on SexualAlpha

Sexspielzeuge stehen hoch im Kurs

Vom Dildo über ausgefallene Vibratoren, Handschellen und anderes Zubehör der erotischen Art bis hin zu Masturbatoren und Sexpuppen können sich die Verkaufszahlen von Erotikshops in der Corona Zeit durchaus sehen lassen. Das gilt zumindest für Online-Shops: Bekannte Anbieter, zum Beispiel Amorelie und Orion, verzeichnen einen deutlichen Anstieg der Bestellungen. Eis.de spricht sogar von einem 50 %-starken Plus an Käufen. Anders sieht es aus, wenn man sich die lokalen Erotikfachgeschäfte ansieht. Lange mussten deren Türen geschlossen bleiben und auch jetzt ist das Einkaufserlebnis von Einschränkungen und fixen Regelungen geprägt. Unternehmen, die online nicht verfügbar sind und den fehlenden, lokal erzielten Umsatz entsprechend nicht durch das Online-Geschäft ausgleichen können, haben auch in der Erotikbranche schlechte Karten.

Corona führt zu Kondom-Hamsterkäufen

Das Toilettenpapier wurde in Deutschland quasi zum ironischen Symbol der Corona Pandemie. Wochenlang war Klopapier Mangelware, wurde es doch in Massen gekauft. Aber dies ist nicht das einzige Produkt, das die Menschen zurzeit offenbar zu Hamsterkäufen verleitet: Auch Kondome sind schnell vergriffen. Kondomhersteller, wie Einhorn und Ritex, sprechen von einer stark angestiegenen Nachfrage, die sich eindeutig mit der Corona Krise in Verbindung bringen lässt. Kunden greifen häufiger zu Großpackungen und kaufen oftmals gleich mehrere davon, um sich auf Dauer einzudecken. Daneben gehen auch Gleitmittel weg „wie warme Semmeln“. Zum Teil lässt sich das Kaufverhalten in dieser Hinsicht recht schlüssig erklären: Wir verbringen mehr Zeit in den eigenen vier Wänden und mit dem Partner, sodass es logischerweise auch zu mehr Sex kommt. Gleichzeitig hat sich Vermutungen zufolge auch der Wunsch nach einer bombensicheren Verhütung verstärkt, und zwar insbesondere bei Paaren, die bereits Kinder haben. Durch die Betreuung der Kinder zu Hause wurde diesen wohl vermehrt bewusst, dass sie weiteren Nachwuchs (vorerst) unbedingt vermeiden wollen. Der ein oder andere krisengebeutelte Familienvater streift sich nun nach dem Motto „Vorsicht ist besser als Nachsicht“ also auch ein Kondom über, obwohl seine Partnerin bereits anderweitig verhütet.

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