Interview mit dem Finanzexperten Andreas Klein: Mit Plan zur finanziellen Sicherheit

Gastautor: Rainer Brosy
23.06.2020, 13:40  |  474   |   |   

In der aktuell andauernden Krisensituation sorgen sich viele Menschen um ihre finanzielle Sicherheit.

Doch wie viel Risiko ist für Sicherheit notwendig? Wie handeln besonders erfolgreiche Anleger?

Wie sollte ich mich in schwierigen Phasen verhalten? Im Interview mit dem unabhängigen Finanzberater Andreas Klein werden einige Grundsätze klar, die jeder Deutsche verinnerlichen sollte.

Der mehrfach ausgezeichnete Finanzexperte beantwortet die wichtigsten Fragen rund um Strategie, Anlagemöglichkeiten und die richtige Grundeinstellung.

 

Bild: Andreas Klein; Bildquelle: Finanzen auf den Punkt – Andreas Klein / whofinance.de

 

Wie kommen Sie durch die aktuelle Wirtschaftskrise?

 

Als Berater oder Kunde kommt man ganz leicht durch die aktuelle Phase, wenn man diese als zeitlich begrenzte Phase versteht. Es ist nicht der finale Weltuntergang, sondern nur eine Phase. Ein gebrochenes Bein ist eine Phase, aber kein lebenslanges Problem. Außer ich bin nicht anständig versichert gegen finanzielle Ausfälle und meine Einnahmen sind nur von meinem Job oder meiner Firma abhängig. Dann habe ich ein Problem. Aber jeder kann ja für sich bestimmen, wie er sich aufstellt. Natürlich gibt es Branchen oder Jobs, die jetzt stark krisengeschüttelt sind. Die Frage ist doch aber, was hat man getan, damit eine Wirtschaftskrise nicht zur persönlichen Krise wird.

 

Welche Möglichkeiten haben Unternehmer, die während der vergangenen Monate Verluste

eingefahren haben, jetzt ihr Vermögen abzusichern?

 

Wenn man Verluste eingefahren hat, also zum Beispiel gesunkene Fondspreise, sind diese nicht realisiert, sondern nur der aktuelle Kurs ist günstig. Also ein hervorragender Zeitpunkt zum Kaufen. Das Schlimmste wäre aktuell zu verkaufen, weil man keine Strategie festgelegt hat. Die Formulierung „abzusichern“ klingt für mich nach „Verluste realisieren und aussteigen“. Dann wird es zum Verlust. Man muss eine andere Denkweise zum Thema Risiko entwickeln. Am Anfang der Beratung eines Neukunden frage ich gerne, was man für die sichersten Anlageformen hält. Die Standardantwort der Deutschen ist meist: Tagesgeld, Girokonto, Sparbuch. Meine Standardantwort ist, dass ich genau diese Produkte für die riskantesten Anlagen überhaupt halte. Keine Rendite, teilweise sogar Kosten. Das ist Risiko pur. Da spare ich lieber 10 Jahre in irgendeinen Aktienfonds, schaue zwischendurch nicht mehr ins Depot und warte ab. Da kommt statistisch im Normalfall immer wesentlich mehr raus als bei den angeblich „sicheren“ Sparformen. Das interessante an den Kundenantworten ist, dass fast alle in einer Firma arbeiten oder selbst eine besitzen. Diese Firmen haben oft nur ein Ziel. Mehr Umsatz, mehr Gewinn, mehr Rendite. Jeder Angestellte fragt seinen Chef, ob er mehr Gehalt (oder sagen wir lieber: einen Anteil vom Unternehmensgewinn) bekommen kann. Trotzdem hält sich nachhaltig das Fehlwissen, dass Aktien/Fonds riskant sind. Das ist irgendwie eigenwillig.

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Geschäftsführer
http://www.seoplus.expert/

Rainer Brosy (B.Eng.) betreibt eigene Finanz- und Energieportale und gehört zum Team verschiedener ICO`s.

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