Dieselgate VW-Abgasskandal: Auch Dieselmotor EA 288 von Volkswagen betroffen?

24.06.2020, 14:56  |  1064   |   |   

Mit dem Motor EA 288 wollte Volkswagen alles anders machen. Der Dieselmotor ist der Nachfolger des Abgasskandalmotors EA 189. Während die Baureihe VW EA 189 nachweislich eine unzulässige Abschalteinrichtung zur Abgasmanipulation enthält, sei der EA 288 ein sauberer Motor, so VW. Diese Aussage zweifeln Experten, Juristen und Gerichte mittlerweile an. Löst der EA 288 eine weitere Klagewelle gegen VW aus?

Seit 2012 baut der Volkswagenkonzern den Dieselmotor EA 288 mit drei oder vier Zylindern. Mittlerweile wurde er in über vier Millionen Fahrzeugen der Marken VW, Audi, Seat und Skoda eingesetzt. Es handelt sich in jedem Fall um 1.6- oder 2.0-Liter Motoren. In folgende Modelle wurde der EA 288 bereits verbaut:

  • Audi A1

  • Audi A3

  • Audi A4

  • Audi A5

  • Audi Q2

VW:

  • VW Polo V

  • VW Polo VI

  • VW Golf VII

  • VW Golf Sportsvan

  • VW Touran II

  • VW T-Roc

  • VW Beetle

  • VW Tiguan

  • VW Tiguan II

  • VW Sharan II

  • VW Passat B8

  • VW CC

  • VW Caddy

  • VW Crafter

  • VW Amarok

  • VW T6

Seat:

  • Seat Ibiza

  • Seat Toledo IV

  • Seat Leon III

  • Seat Ateca

  • Seat Alhambra II

Skoda:

  • Skoda Fabia III

  • Skoda Rapid

  • Skoda Octavia III

  • Skoda Superb III

Bisher ist jedoch allein der VW T6 mit EA 288-Motor von einem offiziellen Rückruf des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) betroffen. Im April 2019 wurde der erste Pflichtrückruf mit dem Herstellercode 23Z7 für den Motor EA 288 bekannt. Um eine Klage gegen Volkswagen wegen der möglichen Abschalteinrichtung im EA 288 bei Gericht einreichen zu können, muss aber nicht zwingend ein amtlicher Rückruf erfolgt sein.

EA 288 nicht so sauber wie von Volkswagen behauptet

 

Der VW-Vorstandsvorsitzende, Herbert Diess, beteuerte in Interviews, dass der EA 288-Motor sauber sei – also keine abgasmanipulierende Abschalteinrichtung enthält. Interne VW-Dokumente wiedersprechen jedoch. Laut dem Handelsblatt erklärten VW-Insider, dass auch im EA 288 eine sogenannte Zykluserkennung verbaut sei, die die Dosierung des Harnstoffs Adblue herunterfahre, wenn sich das Fahrzeug nicht auf dem Prüfstand befindet.

Die Folge: Die Abgase, die sonst mithilfe von Adblue gereinigt werden, werden während der Fahrt nahezu ungefiltert ausgestoßen. Damit ist das Auto dreckiger als behauptet. Bemerkt die installierte Zykluserkennung jedoch, dass sich das Auto in einer Testsituation befindet, wird das Adblue in ausreichender Menge eingespritzt und das Fahrzeug fährt schadstoffärmer.

Gute Chancen bei Klage gegen VW wegen Abschalteinrichtung in EA 288

 

Aufgrund ähnlicher Abschalteinrichtungen haben deutsche Gerichte VW bereits zu Schadensersatz verurteilt. Auch in Bezug auf den EA 288 gibt es erste Urteile – hunderte weitere Klagen liegen noch bei den Gerichten. Im März 2020 beispielsweise sprach das Landgericht Regensburg einem Golf VII-Fahrer Schadensersatz wegen des manipulierten EA 288-Motors zu.

Bereits im Januar 2020 wurde bekannt, dass VW schon 2018 vor dem Landgericht Duisburg zugegeben hatte, dass im EA 288 mit der Abgasnorm Euro 6  eine Zykluserkennung und eine Abschalteinrichtung eingebaut ist. Das Urteil blieb jedoch zunächst unveröffentlicht, weshalb die Öffentlichkeit erst später davon erfuhr.

Die Chancen für Dieselfahrer, deren Auto von einem EA 288 angetrieben wird, stehen sehr gut, wenn sie eine Einzelklage gegen VW einreichen. Zusammen mit einem erfahrenen Rechtsanwalt kann die Rückabwicklung des Kaufvertrags und die Zahlung von Schadensersatz erstritten werden. Wenn auch Sie einen Wagen mit EA 288-Motor besitzen, nehmen Sie Kontakt zu uns auf! Die Verbraucherrechtskanzlei VON RUEDEN hat sich auf den Abgasskandal spezialisiert und vertritt mehr als 12.000 Fahrzeughalter gegen die Autohersteller. Nutzen sie unser kostenloses Erstgespräch! Rufen Sie uns an unter 030 / 200 590 770 oder schreiben Sie eine Mail an info@rueden.de.



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